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FEIER DES EINZUGS CHRISTI IN JERUSALEM

Evangelium (Mk 11,1-10)

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

Es war einige Tage vor dem Osterfest.
Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen,
   nach Betfage und Betanien am Ölberg,
   schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus.
Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt;
gleich wenn ihr hineinkommt,
   werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden,
   auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat.
Bindet ihn los,
   und bringt ihn her!
Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?,
   dann antwortet: Der Herr braucht ihn;
er lässt ihn bald wieder zurückbringen.
Da machten sie sich auf den Weg
und fanden außen an einer Tür an der Straße
   einen jungen Esel angebunden,
und sie banden ihn los.
Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen:
   Wie kommt ihr dazu, den Esel loszubinden?
Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte,
und man ließ sie gewähren.
Sie brachten den jungen Esel zu Jesus,
legten ihre Kleider auf das Tier,
und er setzte sich darauf.
Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus;
andere rissen auf den Feldern Zweige von den Büschen ab
   und streuten sie auf den Weg.
Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen:

Hosanna!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!
Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David,
   das nun kommt.
Hosanna in der Höhe!


Oder:
Evangelium (Joh 12,12-16)

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit
   hörte die Volksmenge,
   die sich zum Osterfest eingefunden hatte,
   Jesus komme nach Jerusalem.
Da nahmen sie Palmzweige,
zogen hinaus, um ihn zu empfangen,
und riefen:

Hosanna!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn,
der König Israels!

Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf
- wie es in der Schrift heißt:
   Fürchte dich nicht, Tochter Zion!
Siehe, dein König kommt;
er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin.

Das alles verstanden seine Jünger zunächst nicht;
als Jesus aber verherrlicht war,
   da wurde ihnen bewusst, dass es so über ihn in der Schrift stand
und dass man so an ihm gehandelt hatte.



MESSE

Erste Lesung (Jes 50,4-7)

Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen, doch ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate (Drittes Lied vom Gottesknecht)

Lesung
   aus dem Buch der Jesája.

Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers,
damit ich verstehe,
   die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort.
Jeden Morgen weckt er mein Ohr,
   damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.
Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.

Ich aber wehrte mich nicht
   und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen,
und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen.
Mein Gesicht verbarg ich nicht
   vor Schmähungen und Speichel.

Doch Gott, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden.
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel;
ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.


Antwortpsalm (Ps 22 (21),8-9.17-20.23-24 (R: 2a))

R: Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen? - R

Alle, die mich sehen, verlachen mich, *
verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:

"Er wälze die Last auf den Herrn, +
der soll ihn befreien! *
Der reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat." - (R)

Viele Hunde umlagern mich, +
eine Rotte von Bösen umkreist mich. *
Sie durchbohren mir Hände und Füße.

Man kann all meine Knochen zählen; *
sie gaffen und weiden sich an mir. - (R)

Sie verteilen unter sich meine Kleider *
und werfen das Los um mein Gewand.
Du aber, Herr, halte dich nicht fern! *
Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe! - (R)

Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, *
inmitten der Gemeinde dich preisen.

Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn, +
ihr alle vom Stamm Jakobs, rühmt ihn; *
erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels! - R


Zweite Lesung (Phil 2,6-11)

Christus Jesus erniedrigte sich; darum hat ihn Gott über alle erhöht

Lesung
   aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philípper.

Christus Jesus war Gott gleich,
hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
   sondern er entäußerte sich
   und wurde wie ein Sklave
   und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich
   und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen,
   der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde
   ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt:
   "Jesus Christus ist der Herr"
- zur Ehre Gottes, des Vaters.


Ruf vor der Passion (vgl. Phil 2,8b-9)

Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit! - R

Christus war für uns gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.

Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!


Passion (Mk 14,1 - 15,47)

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus

E = Evangelist, + = Worte Jesu, S = Worte sonstiger Personen

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Markus.

Der Beschluss des Hohen Rates
E Es war zwei Tage vor dem Pascha
   und dem Fest der Ungesäuerten Brote.
Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten
   suchten nach einer Möglichkeit,
   Jesus mit List in ihre Gewalt zu bringen, um ihn zu töten.
Sie sagten aber:
   S Ja nicht am Fest,
damit es im Volk keinen Aufruhr gibt.

Die Salbung in Betanien
E Als Jesus in Betanien
   im Haus Simons des Aussätzigen bei Tisch war,
   kam eine Frau
   mit einem Alabastergefäß voll echtem, kostbarem Nardenöl,
zerbrach es
   und goss das Öl über sein Haar.
Einige aber wurden unwillig
und sagten zueinander:
   S Wozu diese Verschwendung?
Man hätte das Öl um mehr als dreihundert Denare verkaufen
   und das Geld den Armen geben können.
E Und sie machten der Frau heftige Vorwürfe.
Jesus aber sagte:
   + Hört auf!
Warum lasst ihr sie nicht in Ruhe?
Sie hat ein gutes Werk an mir getan.
Denn die Armen habt ihr immer bei euch,
und ihr könnt ihnen Gutes tun, so oft ihr wollt;
mich aber habt ihr nicht immer.
Sie hat getan, was sie konnte.
Sie hat im voraus meinen Leib für das Begräbnis gesalbt.
Amen, ich sage euch:
Überall auf der Welt, wo das Evangelium verkündet wird,
   wird man sich an sie erinnern
und erzählen, was sie getan hat.

Der Verrat durch Judas
E Judas Iskariot, einer der Zwölf, ging zu den Hohenpriestern.
Er wollte Jesus an sie ausliefern.
Als sie das hörten,
   freuten sie sich
und versprachen, ihm Geld dafür zu geben.
Von da an
   suchte er nach einer günstigen Gelegenheit, ihn auszuliefern.

Die Vorbereitung des Paschamahls
Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote,
   an dem man das Paschalamm schlachtete,
   sagten die Jünger zu Jesus:
   S Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?
E Da schickte er zwei seiner Jünger voraus
und sagte zu ihnen:
   + Geht in die Stadt;
dort wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt.
Folgt ihm,
   bis er in ein Haus hineingeht;
dann sagt zu dem Herrn des Hauses:
   Der Meister lässt dich fragen:
   Wo ist der Raum,
   in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann?
Und der Hausherr
   wird euch einen großen Raum im Obergeschoss zeigen,
der schon für das Festmahl hergerichtet
   und mit Polstern ausgestattet ist.
Dort bereitet alles für uns vor!
E Die Jünger machten sich auf den Weg
   und kamen in die Stadt.
Sie fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte,
und bereiteten das Paschamahl vor.

Das Mahl
Als es Abend wurde,
   kam Jesus mit den Zwölf.
Während sie nun bei Tisch waren und aßen,
   sagte er:
   + Amen, ich sage euch:
Einer von euch wird mich verraten und ausliefern,
einer von denen, die zusammen mit mir essen.
E Da wurden sie traurig,
und einer nach dem andern fragte ihn:
   S Doch nicht etwa ich?
E Er sagte zu ihnen:
   + Einer von euch Zwölf,
   der mit mir aus derselben Schüssel isst.
Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen,
   wie die Schrift über ihn sagt.
Doch weh dem Menschen,
   durch den der Menschensohn verraten wird.
Für ihn wäre es besser,
   wenn er nie geboren wäre.

E Während des Mahls nahm er das Brot
und sprach den Lobpreis;
dann brach er das Brot,
reichte es ihnen
und sagte:
   + Nehmt, das ist mein Leib.
E Dann nahm er den Kelch,
sprach das Dankgebet,
reichte ihn den Jüngern,
und sie tranken alle daraus.
Und er sagte zu ihnen:
   + Das ist mein Blut,
das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Amen, ich sage euch:
Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken
   bis zu dem Tag,
   an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes.

Der Gang zum Ölberg
E Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus.
Da sagte Jesus zu ihnen:
   + Ihr werdet alle an mir Anstoß nehmen
   und zu Fall kommen;
denn in der Schrift steht:
   Ich werde den Hirten erschlagen,
dann werden sich die Schafe zerstreuen.
Aber nach meiner Auferstehung
   werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.
E Da sagte Petrus zu ihm:
   S Auch wenn alle an dir Anstoß nehmen
   - ich nicht!
E Jesus antwortete ihm:
   + Amen, ich sage dir:
Noch heute Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht,
   wirst du mich dreimal verleugnen.
E Petrus aber beteuerte:
   S Und wenn ich mit dir sterben müsste
   - ich werde dich nie verleugnen.
E Das gleiche sagten auch alle anderen.

Das Gebet in Getsemani
Sie kamen zu einem Grundstück, das Getsemani heißt,
und er sagte zu seinen Jüngern:
   + Setzt euch und wartet hier,
   während ich bete.
E Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich.
Da ergriff ihn Furcht und Angst,
und er sagte zu ihnen:
   + Meine Seele ist zu Tode betrübt.
Bleibt hier und wacht!
E Und er ging ein Stück weiter,
warf sich auf die Erde nieder
und betete, dass die Stunde, wenn möglich, an ihm vorübergehe.
Er sprach:
   + Abba, Vater,
alles ist dir möglich.
Nimm diesen Kelch von mir!
Aber nicht, was ich will,
   sondern was du willst, soll geschehen.
E Und er ging zurück
   und fand sie schlafend.
Da sagte er zu Petrus:
   + Simon, du schläfst?
Konntest du nicht einmal eine Stunde wach bleiben?
Wacht und betet,
damit ihr nicht in Versuchung geratet.
Der Geist ist willig,
   aber das Fleisch ist schwach.
E Und er ging wieder weg
und betete mit den gleichen Worten.
Als er zurückkam,
   fand er sie wieder schlafend,
denn die Augen waren ihnen zugefallen;
und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.
Und er kam zum dritten Mal
und sagte zu ihnen:
   + Schlaft ihr immer noch und ruht euch aus?
Es ist genug.
Die Stunde ist gekommen;
jetzt wird der Menschensohn den Sündern ausgeliefert.
Steht auf,
wir wollen gehen!
Seht, der Verräter, der mich ausliefert, ist da.

Die Gefangennahme
E Noch während er redete,
   kam Judas, einer der Zwölf,
mit einer Schar von Männern,
   die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren;
sie waren von den Hohenpriestern,
   den Schriftgelehrten und den Ältesten geschickt worden.
Der Verräter hatte mit ihnen ein Zeichen vereinbart
und gesagt:
   S Der, den ich küssen werde, der ist es.
Nehmt ihn fest,
führt ihn ab,
und lasst ihn nicht entkommen.
E Und als er kam,
   ging er sogleich auf Jesus zu
und sagte:
   S Rabbi!
E Und er küsste ihn.
Da ergriffen sie ihn
   und nahmen ihn fest.
Einer von denen, die dabeistanden,
   zog das Schwert,
schlug auf den Diener des Hohenpriesters ein
und hieb ihm ein Ohr ab.
Da sagte Jesus zu ihnen:
   + Wie gegen einen Räuber
   seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen,
   um mich festzunehmen.
Tag für Tag war ich bei euch im Tempel und lehrte,
und ihr habt mich nicht verhaftet;
aber das ist geschehen, damit die Schrift in Erfüllung geht.
E Da verließen ihn alle
   und flohen.
Ein junger Mann aber,
   der nur mit einem leinenen Tuch bekleidet war,
   wollte ihm nachgehen.
Da packten sie ihn;
er aber ließ das Tuch fallen
   und lief nackt davon.

Das Verhör vor dem Hohen Rat
Darauf führten sie Jesus zum Hohenpriester,
und es versammelten sich alle Hohenpriester
   und Ältesten und Schriftgelehrten.
Petrus aber war Jesus von weitem
   bis in den Hof des hohepriesterlichen Palastes gefolgt;
nun saß er dort bei den Dienern
und wärmte sich am Feuer.

Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat
   bemühten sich um Zeugenaussagen gegen Jesus,
   um ihn zum Tod verurteilen zu können;
sie fanden aber nichts.
Viele machten zwar falsche Aussagen über ihn,
aber die Aussagen stimmten nicht überein.
Einige der falschen Zeugen, die gegen ihn auftraten, behaupteten:
S Wir haben ihn sagen hören:
   Ich werde diesen von Menschen erbauten Tempel niederreißen
und in drei Tagen einen anderen errichten,
   der nicht von Menschenhand gemacht ist.
E Aber auch in diesem Fall stimmten die Aussagen nicht überein.
Da stand der Hohepriester auf,
trat in die Mitte
und fragte Jesus:
   S Willst du denn nichts sagen
   zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen?
'E Er aber schwieg
   und gab keine Antwort.
Da wandte sich der Hohepriester nochmals an ihn
und fragte:
   S Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten?
E Jesus sagte:
   + Ich bin es.
Und ihr werdet den Menschensohn
   zur Rechten der Macht sitzen
   und mit den Wolken des Himmels kommen sehen.
E Da zerriss der Hohepriester sein Gewand
und rief:
   S Wozu brauchen wir noch Zeugen?
Ihr habt die Gotteslästerung gehört.
Was ist eure Meinung?
E Und sie fällten einstimmig das Urteil:
   S Er ist schuldig und muss sterben.

E Und einige spuckten ihn an,
verhüllten sein Gesicht,
schlugen ihn
und riefen:
   S Zeig, dass du ein Prophet bist!
E Auch die Diener schlugen ihn ins Gesicht.

Die Verleugnung durch Petrus
Als Petrus unten im Hof war,
   kam eine von den Mägden des Hohenpriesters.
Sie sah, wie Petrus sich wärmte,
blickte ihn an
und sagte:
   S Auch du warst mit diesem Jesus aus Nazaret zusammen.
E Doch er leugnete es
und sagte:
   S Ich weiß nicht und verstehe nicht, wovon du redest.
E Dann ging er in den Vorhof hinaus.
Als die Magd ihn dort bemerkte,
   sagte sie zu denen, die dabeistanden, noch einmal:
   S Der gehört zu ihnen.
E Er aber leugnete es wieder ab.
Wenig später sagten die Leute, die dort standen,
   von neuem zu Petrus:
   S Du gehörst wirklich zu ihnen;
du bist doch auch ein Galiläer.
E Da fing er an zu fluchen
und schwor:
   S Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet.
E Gleich darauf krähte der Hahn zum zweiten Mal,
und Petrus erinnerte sich,
   dass Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht,
   wirst du mich dreimal verleugnen.
Und er begann zu weinen.

Die Verhandlung vor Pilatus
Gleich in der Frühe fassten die Hohenpriester,
   die Ältesten und die Schriftgelehrten,
   also der ganze Hohe Rat,
   über Jesus einen Beschluss:
Sie ließen ihn fesseln und abführen
und lieferten ihn Pilatus aus.
Pilatus fragte ihn:
   S Bist du der König der Juden?
E Er antwortete ihm:
   + Du sagst es.
E Die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor.
Da wandte sich Pilatus wieder an ihn
und fragte:
   S Willst du denn nichts dazu sagen?
Sieh doch, wie viele Anklagen sie gegen dich vorbringen.
E Jesus aber gab keine Antwort mehr,
sodass Pilatus sich wunderte.

Jeweils zum Fest
   ließ Pilatus einen Gefangenen frei, den sie sich ausbitten durften.
Damals saß gerade ein Mann namens Barabbas im Gefängnis,
zusammen mit anderen Aufrührern,
   die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten.
Die Volksmenge zog zu Pilatus hinauf
und bat, ihnen die gleiche Gunst zu gewähren wie sonst.
Pilatus fragte sie:
   S Wollt ihr, dass ich den König der Juden freilasse?
E Er merkte nämlich,
   dass die Hohenpriester nur aus Neid
   Jesus an ihn ausgeliefert hatten.
Die Hohenpriester aber wiegelten die Menge auf,
   lieber die Freilassung des Barabbas zu fordern.
Pilatus wandte sich von neuem an sie
und fragte:
   S Was soll ich dann mit dem tun,
   den ihr den König der Juden nennt?
E Da schrien sie:
   S Kreuzige ihn!
E Pilatus entgegnete:
   S Was hat er denn für ein Verbrechen begangen?
E Sie schrien noch lauter:
   S Kreuzige ihn!
E Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufrieden zu stellen,
   Barabbas frei
und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.

Die Verspottung Jesu durch die Soldaten
Die Soldaten führten ihn in den Palast hinein,
das heißt in das Prätorium,
und riefen die ganze Kohorte zusammen.
Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um
und flochten einen Dornenkranz;
den setzten sie ihm auf
und grüßten ihn:
   S Heil dir, König der Juden!
E Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf
und spuckten ihn an,
knieten vor ihm nieder
und huldigten ihm.
Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten,
   nahmen sie ihm den Purpurmantel ab
   und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.

Die Kreuzigung
Dann führten sie Jesus hinaus,
   um ihn zu kreuzigen.
Einen Mann, der gerade vom Feld kam,
   Simon von Zyrene,
   den Vater des Alexander und des Rufus,
   zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.
Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgota,
das heißt übersetzt: Schädelhöhe.
Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war;
er aber nahm ihn nicht.
Dann kreuzigten sie ihn.
Sie warfen das Los
   und verteilten seine Kleider unter sich
und gaben jedem, was ihm zufiel.
Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
Und eine Aufschrift auf einer Tafel gab seine Schuld an:
Der König der Juden.
Zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber,
den einen rechts von ihm, den andern links.
Die Leute, die vorbeikamen,
   verhöhnten ihn,
schüttelten den Kopf
und riefen:
   S Ach, du willst den Tempel niederreißen
und in drei Tagen wieder aufbauen?
Hilf dir doch selbst,
und steig herab vom Kreuz!
E Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten verhöhnten ihn
und sagten zueinander:
   S Anderen hat er geholfen,
   sich selbst kann er nicht helfen.
Der Messias, der König von Israel!
Er soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen,
damit wir sehen und glauben.
E Auch die beiden Männer,
die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden,
beschimpften ihn.

(Hier stehen alle auf.)

Der Tod Jesu
Als die sechste Stunde kam,
   brach über das ganze Land eine Finsternis herein.
Sie dauerte bis zur neunten Stunde.
Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme:
   + Eloï, Eloï,
lema sabachtani?,
E das heißt übersetzt:
   + Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?
E Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten:
   S Hört, er ruft nach Elija!
E Einer lief hin,
tauchte einen Schwamm in Essig,
steckte ihn auf einen Stock
und gab Jesus zu trinken.
Dabei sagte er:
   S Lasst uns doch sehen, ob Elija kommt und ihn herabnimmt.
E Jesus aber schrie laut auf.
Dann hauchte er den Geist aus.

(Hier knien alle zu einer kurzen Gebetsstille nieder.)

Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.

Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand,
   ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er:
   S Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.

E Auch einige Frauen sahen von weitem zu,
darunter Maria aus Magdala,
Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joses,
sowie Salome;
sie waren Jesus schon in Galiläa nachgefolgt
   und hatten ihm gedient.
Noch viele andere Frauen waren dabei,
   die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

Das Begräbnis Jesu
Da es Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat,
   und es schon Abend wurde,
   ging Josef von Arimathäa,
   ein vornehmer Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete,
   zu Pilatus
und wagte es, um den Leichnam Jesu zu bitten.
Pilatus war überrascht,
   als er hörte, dass Jesus schon tot sei.
Er ließ den Hauptmann kommen
und fragte ihn, ob Jesus bereits gestorben sei.
Als der Hauptmann ihm das bestätigte,
   überließ er Josef den Leichnam.
Josef kaufte ein Leinentuch,
nahm Jesus vom Kreuz,
wickelte ihn in das Tuch
und legte ihn in ein Grab,
   das in einen Felsen gehauen war.
Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes.

Maria aus Magdala aber
   und Maria, die Mutter des Joses,
   beobachteten, wohin der Leichnam gelegt wurde.


Oder
KURZFASSUNG:

Passion (Mk 15,1-39)

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus

E = Evangelist, + = Worte Jesu, S = Worte sonstiger Personen

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Markus.

Die Verhandlung vor Pilatus
E Gleich in der Frühe fassten die Hohenpriester,
   die Ältesten und die Schriftgelehrten,
   also der ganze Hohe Rat,
   über Jesus einen Beschluss:
Sie ließen ihn fesseln und abführen
und lieferten ihn Pilatus aus.
Pilatus fragte ihn:
   S Bist du der König der Juden?
E Er antwortete ihm:
   + Du sagst es.
E Die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor.
Da wandte sich Pilatus wieder an ihn
und fragte:
   S Willst du denn nichts dazu sagen?
Sieh doch, wie viele Anklagen sie gegen dich vorbringen.
E Jesus aber gab keine Antwort mehr,
sodass Pilatus sich wunderte.

Jeweils zum Fest
   ließ Pilatus einen Gefangenen frei, den sie sich ausbitten durften.
Damals saß gerade ein Mann namens Barabbas im Gefängnis,
zusammen mit anderen Aufrührern,
   die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten.
Die Volksmenge zog zu Pilatus hinauf
und bat, ihnen die gleiche Gunst zu gewähren wie sonst.
Pilatus fragte sie:
   S Wollt ihr, dass ich den König der Juden freilasse?
E Er merkte nämlich,
   dass die Hohenpriester nur aus Neid
   Jesus an ihn ausgeliefert hatten.
Die Hohenpriester aber wiegelten die Menge auf,
   lieber die Freilassung des Barabbas zu fordern.
Pilatus wandte sich von neuem an sie
und fragte:
   S Was soll ich dann mit dem tun,
   den ihr den König der Juden nennt?
E Da schrien sie:
   S Kreuzige ihn!
E Pilatus entgegnete:
   S Was hat er denn für ein Verbrechen begangen?
E Sie schrien noch lauter:
   S Kreuzige ihn!
E Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufrieden zu stellen,
   Barabbas frei
und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.

Die Verspottung Jesu durch die Soldaten
Die Soldaten führten ihn in den Palast hinein,
das heißt in das Prätorium,
und riefen die ganze Kohorte zusammen.
Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um
und flochten einen Dornenkranz;
den setzten sie ihm auf
und grüßten ihn:
   S Heil dir, König der Juden!
E Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf
und spuckten ihn an,
knieten vor ihm nieder
und huldigten ihm.
Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten,
   nahmen sie ihm den Purpurmantel ab
   und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.

Die Kreuzigung
Dann führten sie Jesus hinaus,
   um ihn zu kreuzigen.
Einen Mann, der gerade vom Feld kam,
   Simon von Zyrene,
   den Vater des Alexander und des Rufus,
   zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.
Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgota,
das heißt übersetzt: Schädelhöhe.
Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war;
er aber nahm ihn nicht.
Dann kreuzigten sie ihn.
Sie warfen das Los
   und verteilten seine Kleider unter sich
und gaben jedem, was ihm zufiel.
Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
Und eine Aufschrift auf einer Tafel gab seine Schuld an:
Der König der Juden.
Zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber,
den einen rechts von ihm, den andern links.
Die Leute, die vorbeikamen,
   verhöhnten ihn,
schüttelten den Kopf
und riefen:
   S Ach, du willst den Tempel niederreißen
und in drei Tagen wieder aufbauen?
Hilf dir doch selbst,
und steig herab vom Kreuz!
E Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten verhöhnten ihn
und sagten zueinander:
   S Anderen hat er geholfen,
   sich selbst kann er nicht helfen.
Der Messias, der König von Israel!
Er soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen,
damit wir sehen und glauben.
E Auch die beiden Männer,
die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden,
beschimpften ihn.

Der Tod Jesu
Als die sechste Stunde kam,
   brach über das ganze Land eine Finsternis herein.
Sie dauerte bis zur neunten Stunde.
Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme:
   + Eloï, Eloï,
lema sabachtani?,
E das heißt übersetzt:
   + Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?
E Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten:
   S Hört, er ruft nach Elija!
E Einer lief hin,
tauchte einen Schwamm in Essig,
steckte ihn auf einen Stock
und gab Jesus zu trinken.
Dabei sagte er:
   S Lasst uns doch sehen, ob Elija kommt und ihn herabnimmt.
E Jesus aber schrie laut auf.
Dann hauchte er den Geist aus.

(Hier knien alle zu einer kurzen Gebetsstille nieder.)

Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.

Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand,
   ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er:
   S Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.



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