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   Der liturgische
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3. Mai 2015
5. Sonntag der Osterzeit (B): Eine Rebe am Weinstock

Einführung
Sonntag für Sonntag kommen wir hier zusammen. Wir sehen vertraute Gesichter, Menschen, die wir kennen und schätzen, andere, die wir nicht kennen, vielleicht auch welche, mit denen wir uns nicht verstehen oder denen wir sogar nicht trauen. Seit den Tagen der Apostel ist das die Situation der Kirche. Seit damals gibt es aber auch das Bemühen der Gläubigen, miteinander zurechtzukommen im Bewusstsein des gemeinsamen Glaubens. Gerade dieses Bemühen in der Überzeugung, dass jeder, der hierher kommt, es im Grunde seines Herzens vor Gott ebenso ehrlich meint wie ich selbst, hat schon viel beigetragen zu Verständnis, Frieden, Gemeinschaft untereinander. Am Beginn dieses Gottesdienstes wollen wir darum unser Herz freimachen füreinander im Blick auf den, der unser aller Herr ist.

Fürbitten
„Wenn ihr in mir bleibt, und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.“ Im Vertrauen auf dieses Wort Jesu bitten wir:

- Für die Christen in unserer Gemeinde, in unserem Land, in Europa, die sich mit ihrem Glauben und mit der Kirche schwertun.

– Stille –
Du mächtiger und treuer Gott.

- Für die Frauen und Männer in den Regierungen und Parlamenten, für die Meinungsmacher in Presse, Rundfunk und Fernsehen.
- Für die Eltern, die Katecheten und Religionslehrer, die Kindern und Jugendlichen Wertvorstellungen für das Leben mitgeben.
- Für die Menschen, deren Hoffnungen zerbrochen sind, deren Glauben enttäuscht wurde.
- Für alle, die in Not sind: die Armen in den Ländern der Dritten Welt, die Menschen in Kriegsgebieten, die Schwerkranken und Verzweifelten bei uns.

Gott, unser Vater. Wie die Reben am Weinstock reinigst du uns, damit wir mehr Frucht bringen. Dafür danken wir dir und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit.



10. Mai 2015
6. Sonntag der Osterzeit (B): Ich habe euch erwählt

Einführung
Warum sind gerade wir hier? Wir, mit unserer je eigenen Lebensgeschichte, mit unseren Vorzügen und Fehlern, mit unserem starken oder auch angefochtenen Glauben. Vielleicht haben Sie sich diese Frage auch schon einmal gestellt. Denn viele andere, die wir kennen, Menschen, die nicht besser und nicht schlechter sind als wir, sind nicht da. Wahrscheinlich ist das eine Frage, die so alt ist wie das Christentum selbst. Es mag auch schon den ersten Christen manchmal so ergangen sein, dass sie sich gefragt haben, warum eigentlich sie und nicht der oder jener aus ihrer Umgebung in eine nähere Beziehung zum Herrn getreten ist. Tatsächlich ist es ein Geheimnis, wie der einzelne dazu kommt, sein Heil von Gott zu erwarten. Wir können nichts anderes tun, als dankbar zu sein dafür, dass wir zu denen gehören dürfen, die er immer neu sein Heil erfahren lässt.

Fürbitten
„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“, hat Jesus einst zu seinen Jüngern gesagt und damit angedeutet, dass seine Gnade und Liebe ein Geschenk ist, das er frei gibt, wem er will. Ihn wollen wir bitten:

- Für alle, die der Herr in seinen besonderen Dienst gerufen hat: für den Papst, die Bischöfe, Priester und Diakone und für alle, die haupt- oder nebenamtlich im Dienst der Kirche arbeiten.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Für die Regierenden, denen das Wohl der Völker und der Friede in der Welt anvertraut sind.
- Für die Menschen, deren Leben gezeichnet ist von innerem oder äußerem Leid: für die Hungernden, für die Rechtlosen, für die unschuldig Gefangenen, für die Arbeitslosen in unserem Land.
- Für die Menschen, die sich verzehren im Dienst für andere; für jene, die schwer tragen unter der Last ihres Lebens; für uns alle, die wir uns mühen um ein christliches Leben.

Gott, unser Vater, in deiner Hand liegen die Geschicke der Welt. So bitten wir dich um Heil und Segen durch deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn.



14. Mai 2015
Christi Himmelfahrt (B): Gekreuzigt und verherrlicht

Einführung
Viele Jahrhunderte lang haben sich die Menschen Christus als etwas wie einen übermächtigen König vorgestellt: als König der Könige und Herr der Herren. Heute sind wir gegenüber diesem Bild eher zurückhaltend. Zu deutlich sehen wir, dass auch andere Mächte die Welt regieren: Ungerechtigkeit und Not zeugen davon. Wir entdecken in den Gesichtern der Leidenden eher den gequälten und gekreuzigten Heiland als den triumphierenden Herrn. Zum einen Christus gehören jedoch beide Bilder: Er ist der Gekreuzigte und der Verherrlichte. Darum ist es gut, dass uns das Kirchenjahr beides vor Augen führt: am Karfreitag den leidenden Jesus, heute, am Himmelfahrtstag, den in die Herrlichkeit eingegangenen Herrn. Christi Himmelfahrt verheißt uns: Im Letzten ist alles bereits anders geworden. Alles Elend und alle innere und äußere Not sind vorläufig, sind Durchgang; auch unser Weg führt zu dem Ziel, an dem unser Herr schon ist. Was wir hier und jetzt feiern, ist ein Unterpfand dieser unserer Hoffnung.

Fürbitten
Als Jesus in den Himmel aufgenommen wurde, gab er seinen Jüngern den Auftrag, sein Werk fortzusetzen. Ihn bitten wir heute:

- Erwecke deine Kirche zu neuer Lebenskraft, so dass deine Botschaft durch sie die heutigen Menschen erreicht.

– Stille –
Herr, gib uns deinen Geist.

- Erleuchte die Politiker und gib ihnen Mut, damit sie Wege zum Frieden finden und die nötigen Schritte zu gehen vermögen.
- Stärke alle, die sich um deines Namens willen um andere kümmern und sich für Schwache einsetzen: in Krankenhäusern und Beratungsstellen, als Gewerkschafter und als Sozialarbeiter.
- Erbarme dich aller, die am Rand stehen und sich selbst nicht helfen können: der in Beruf oder Familie Gescheiterten, der Versager und der Schuldig-Gewordenen.
- Nimm unsere Verstorbenen auf in das ewige Leben.

Vater im Himmel. Wie du deinen Sohn vom Tod erweckt und in deine Herrlichkeit aufgenommen hast, so führe auch unser Leben zu einem guten Ende. Darum bitten wir durch ihn, Christus unseren Herrn.



17. Mai 2015
7. Sonntag der Osterzeit (B): Er macht alles gut

Einführung
Manchmal kann man die Frage hören: Warum soll man regelmäßig zur Kirche gehen? Was bringt das schon? – Da ist wohl schon die Frage problematisch: Kann man die Begegnung mit dem lebendigen Gott danach werten, was sie „bringt“? Aber auch wenn man diese Frage zulässt: Niemand von uns weiß, wie viele Menschen traurig oder verzagt hierher kommen und getröstet und mit neuem Mut nach Hause gehen. Wie viele hier einen Ort finden, an dem sie sich geborgen wissen. Wie viele mit sich selbst im Unreinen sind und hier die Gewissheit erhalten, dass jemand da ist, der sie vorbehaltlos annimmt. Wie viele schon mit neuer Kraft hier hinausgegangen sind, um die Mühsal ihres Alltags zu bestehen. Wir sehen nicht in die Herzen der Menschen hinein, darum bleibt uns oft verborgen, dass auch hier und heute ähnliches geschieht, wie uns in der Heiligen Schrift immer wieder berichtet wird: dass Verzagte Mut fassen, Taube hören und Lahme aufstehen.

Fürbitten
Beten wir zu unserem Herrn, der in der Zeit seines Erdenlebens zahlreiche Menschen gesund gemacht hat:

- Für alle, die Gottes Wort zu verkünden haben, das oft heilend, oft aber auch unbequem ist.

– Stille –
Christus, du Heiland und Erlöser.

- Für jene Männer und Frauen, die in Politik und Wirtschaft dazu beitragen können, dass Arme ihr tägliches Brot und ein Dach über dem Kopf haben.
- Für die Menschen, die niedergeschlagen und verzweifelt sind.
- Für unsere Verstorbenen.

Herr, unser Gott, du lenkst den Gang der Geschichte und das Leben jedes einzelnen. Dir danken wir, und dich preisen wir, jetzt und in Ewigkeit.



24. Mai 2015
Pfingstsonntag (B): Im Geist gegenwärtig

Einführung
„Wo kommt Gott in meinem Leben vor? Wie kann ich ihn erfahren?“ Solche Fragen kann man gelegentlich im Gespräch mit jungen Menschen hören. Es sind dies im Grunde ähnliche Fragen, wie sie die Jünger nach Jesu Tod hatten. Auch sie begriffen erst nach und nach, dass der Herr seit seiner Auferstehung auf eine neue Art und Weise bei ihnen war. An Pfingsten wurde dies dann ganz deutlich: Da wurden sie erfüllt vom Geist Jesu, und sie vermochten so zu sprechen, dass jeder verstand: Hier ist Gottes Geist am Werk. Für uns heute ist die dichteste Weise der Gegenwart unseres Herrn hier in der Eucharistie. Lassen wir uns jetzt ergreifen von seinem Geist.

Fürbitten
An Pfingsten kam der Heilige Geist über die Jünger Jesu herab. Um seine Gaben wollen wir auch heute bitten:

- Wir bitten um den Geist der Weisheit und der Einsicht für jene Menschen, die in der Welt das Sagen haben.

– Stille –
Gott, heiliger Geist. – Erbarme dich unser.

- Wir bitten um den Geist des Rates für die Menschen, die für sich oder andere weitreichende Entscheidungen zu treffen haben.
- Wir beten um den Geist der Stärke für alle, die sich durch ihr Bekenntnis zum Glauben oder durch ihr Eintreten für die Würde eines jeden Menschen Feinde schaffen.
- Wir bitten um den Geist der Erkenntnis und der Frömmigkeit für jene, deren Beruf es ist, durch ihr Gebet, ihr Wort und Tun von Gottes Liebe zu künden.
- Wir bitten um den Geist der Gottesfurcht für alle, denen es gegeben ist, als Wissenschaftler oder Techniker große Leistungen zu vollbringen.

Sende aus deinen Geist, o Herr, und alles wird neu geschaffen, und du wirst das Angesicht der Erde erneuern.




25. Mai 2015
Pfingstmontag (B): Propheten

Einführung
Jede Zeit braucht Propheten, Menschen, die niemand nach dem Mund reden, sondern Neuorientierung und Umkehr verlangen. Es hat sich nichts geändert in den fast 2000 Jahren sei dem ersten Pfingstfest: Es gibt einen großen geistlichen Hunger, und wo Gottes Wort unerschrocken und mit Macht verkündet wird, wird es auch gehört. Gottes Geist ist uns allen gegeben, dass er uns selbst erfülle und dass wir ihn hinaustragen in unsere Welt. Öffnen wir uns ihm jetzt wieder in dieser Feier.

Fürbitten
Um die Welt zu erneuern, hat Gott den Heiligen Geist gesandt. Beten wir um den Geist, den wir angesichts der heutigen Probleme brauchen:

- Um den Geist des Friedens wollen wir beten für die Völker, die in Krieg leben, und für die Mächtigen der Erde, die zu einem guten Zusammenleben beitragen können.

– Stille –
Komm, Heiliger Geist.

- Um Weisheit und das rechte Wort beten wir für jene, denen Gottes Wort zur Verkündigung anvertraut ist in Gemeinde, Schule und im bischöflichen und priesterlichen Dienst.
- Um Lebensfreude, Zuversicht, Kraft und Geduld beten wir für jene, die ihr Leben als Dienst an anderen verstehen: in der Familie, in Krankenhäusern und Pflegeheimen, in Beratungsstellen und in der Sozialarbeit.
- Um Trost beten wir für die Verzweifelten, um Gemeinschaft für die Einsamen, um Linderung ihrer Schmerzen für die Leidenden, um Hoffnung für die Verzagten.

Gott, mit den Gaben deines Geistes erfüllst du die Erde. Dafür sei dir Dank und Lobpreis, heute und immerdar.



31. Mai 2015
Dreifaltigkeitsssonntag (B): Im Namen des Vaters...

Einführung
Wie oft mögen wir wohl in unserem Leben schon ein Gebet, einen Gottesdienst, ein anderes Werk begonnen haben „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“? Manchmal vielleicht fast gedankenlos, formelhaft, oft aber auch, oder sogar fast immer, angerührt von dem Leben, das in diesen wenigen Worten steckt. Vater – Ursprung, Herkunft, Halt, Sicherheit – als Erfahrung oder als ungestillte Sehnsucht. Sohn: Jesus, Mensch, Bruder, Heiland, der Gute Hirt, der Auferstandene. Heiliger Geist: Weisheit, Kraft, Geduld, Sanftmut, Liebe – alles, wessen wir so dringend bedürfen. – Es ist nicht trockene Theologenweisheit, um die es im heutigen Fest geht, es ist das Leben Gottes selbst, an dem wir Anteil erhalten, wo immer wir, wie jetzt, etwas beginnen „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.

Fürbitten
Gott, der Vater, hat seinen Sohn dahingegeben, damit die Menschen ihre Erlösung finden können. Im Heiligen Geist führt er durch die Zeiten hindurch das Werk des Heiles weiter. Wir bitten ihn:

- Für alle, deren Aufgabe es ist, von Gott zu sprechen: für die Bischöfe und ihre Mitarbeiter in den Gemeinden, für die Religionslehrer und Katecheten.

– Stille –
Gott, unser Vater.

- Für die Mächtigen der Welt, von deren Entscheidungen das Schicksal vieler Menschen abhängt.
- Für die Notleidenden und Hungernden auf der ganzen Welt, für die Außenseiter unserer Gesellschaft.
- Für die jungen Menschen in unserem Land, die in einer weitgehend ungläubigen Umgebung aufwachsen.
- Für unsere Verstorbenen, die ihr Leben im Vertrauen und in der Hoffnung auf Gott gelebt haben.

Gott, unser Vater, zu dir beten wir durch Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.



4. Juni 2015
Fronleichnam: Auf dem Weg

Einführung
Man hört manchmal, das Leben sei ein Weg. Nicht selten spricht man auch von einem Glaubensweg. Unterwegs-Sein, Miteinander-unterwegs-Sein gehört zu unseren Erfahrungen. Heute, am Fronleichnamstag, sind wir katholischen Christen unterwegs. Dabei nehmen wir unseren Herrn in der Gestalt des eucharistischen Brotes mit. Wir tragen ihn durch die Straßen und über die Plätze, vorbei an Wohnungen und Arbeitsstätten. Wir zeigen damit allen, die es sehen wollen: Wir gehen unseren Weg nicht allein, unser Herr selbst begleitet uns, auch im Alltag, in den Freuden und auch im Leid.

Fürbitten
Zum Herrn, der uns auf allen unseren Wegen begleitet, wollen wir beten:

- Für alle, die in unserer Kirche Verantwortung tragen: die Priester und Diakone, die Bischöfe und den Papst,, für die Pastoral- und Gmeindereferentinnen und -referenten, für die Religionslehrer und die Katechetinnen und Katecheten in Erstkommunion- und Firmgruppen.

– Stille –
Herr, erbarme dich.

- Für alle, die in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft das Sagen haben: die Frauen und Männer in Regierungen und Parlamenten, die Gewerkschafter und Unternehmer, die Meinungsmacher in Internet, Rundfunk, Fernsehen und bei den Zeitungen.
- Für die Menschen, die große Not leiden: die Hungernden und von Seuchen heimgesuchten Menschen, die Straßenkinder, die verkauften Kinder und Jugendlichen, für alle von Terror und Krieg Betroffenen.
- Für jene Menschen in unserer Gemeinde, die in großer Angst und Sorge leben: die Schwerkranken, die Arbeitslosen, für die Süchtigen und ihre Angehörigen.
- Für unsere Verstorbenen, die uns ein Stück unseres Lebensweges begleitet und uns ihre Liebe geschenkt haben.

Guter Gott. Deinen Sohn hast du hingegeben, damit er uns zum Heil führe. Dir danken wir und dich preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens.



7. Juni 2015
10. Sonntag im Jahreskreis (B): Keine heile Welt

Einführung
Dass der Mensch in Unheil verstrickt ist, lehren uns Meldungen von Umweltkatastrophen und Kriegen nahezu täglich. Wo es um ganz persönliche Schuld des Einzelnen geht, gestehen wir diese nicht gerne ein; lieber berufen wir uns auf Umstände oder Zwänge, auf unser Recht auf Selbstverwirklichung und Freiheit. Uns Christen ist es aber geschenkt, dass wir angesichts von Versagen weder kleinlicher Rechtfertigung bedürfen noch verzweifeln müssen. Hier, in der Messfeier kommt uns der entgegen, der auch unsere persönliche Schuld auf sich genommen und ans Kreuz getragen hat. Machen wir uns innerlich bereit für die Begegnung mit ihm.

Fürbitten
Gemeinsam mit allen Menschen, die glauben, beten wir, dass Gottes Reich überall in dieser Welt mehr und mehr Gestalt annehme. So bitten wir unseren Herrn:

- Für die Kirche: Lass sie erstarken inmitten der Völker und allen Menschen ein leuchtendes Zeichen deines Heiles sein.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Für alle, die in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft das Sagen haben: die Frauen und Männer in Regierungen und Parlamenten, die Gewerkschafter und Unternehmer, die Meinungsmacher in Internet, Rundfunk, Fernsehen und bei den Zeitungen.
- Für die Politiker in Ost und West: Erfülle sie mit Achtung vor der Würde und der Glaubensüberzeugung der ihnen Anvertrauten.
- Für alle, die innere oder äußere Not leiden: Schenke ihnen Glaubensmut und lass sie unter der Last ihres Lebens nicht zerbrechen.
- Für alle, die in ihrem Leben für ihren Glauben eingetreten sind und deren Weg zu Ende gegangen ist: Schenke ihnen die ewige Freude bei dir.

Herr des Lebens und der Gnade, du verlässt keinen, und du schenkst täglich neue Kraft. Dir sei Dank und Ehre in Ewigkeit.



14. Juni 2015
11. Sonntag im Jahreskreis (B): Keine heile Welt

Einführung
Menschliches Leben ist mannigfaltig gefährdet: in vielen Ländern der Dritten Welt durch Hungersnöte und Katastrophen, durch menschliches Versagen gegen Frieden und Gerechtigkeit. Es ist auch bei uns gefährdet: durch verantwortungslosen Umgang mit der Schöpfung, durch Ansprüche, die den Beschwerlichkeiten des Lebens aus dem Weg gehen wollen. Leben zu schützen ist für uns auch eine Frage des Glaubens: Gott ist der Ursprung und die Quelle des Lebens. Die Echtheit und Tiefe unserer Begegnung mit ihm hier und jetzt entscheidet sich an unserer Einstellung zum Leben. Darauf wollen wir uns jetzt besinnen, bevor wir in dieser Feier in das Geheimnis von Tod und Auferstehung unseres Herrn eintreten.

Fürbitten
Wie aus einem Senfkorn ein Baum wachsen und Früchte bringen kann, so kann aus unscheinbaren Dingen Großes wachsen. Darum bitten wir Gott, unseren Vater:

- Mache das Zeugnis deiner Kirche fruchtbar, so unzureichend das Wort der Verkündigung und so unauffällig der Dienst an den Menschen auch oft sein mag.

– Stille –
Gott, unser Vater.

- Segne die Bemühungen der Politiker, allen eine Chance zu einem menschenwürdigen Leben zu verschaffen.
- Steh allen bei, die mit ihrem Leben nicht zurechtkommen, weil ihre Hoffnungen zerbrochen sind.
- Schenke allen werdenden Eltern jene Freude am Kind, die sie alle Schwierigkeiten überwinden lässt.
- Sei denen gnädig, die am Leben eines ungeborenen Kindes schuldig geworden sind.

Gott im Himmel, in den Nöten dieses Lebens dürfen wir Ausschau halten nach deinem Reich, in dem du einst alles vollenden wirst. Dich preisen wir, jetzt und alle Tage unseres Lebens.



21. Juni 2015
12. Sonntag im Jahreskreis (B): Bessere Menschen?

Einführung
Sind Christen, die regelmäßig am Sonntagsgottesdienst teilnehmen, bessere Menschen? Es wird schwer sein, auf diese Frage eine verlässliche Antwort zu geben. Wahrscheinlich kann man gar nicht die einen gegen die anderen ausspielen.
Eines aber kann man wohl sagen: Wenn wir uns regelmäßig zum Gottesdienst versammeln, so bleibt das nicht ohne Wirkung.
Hier hören wir Gottes Wort, das uns tröstet und gut tut, das uns in Frage stellt und Weisung gibt.
Hier treten wir im Gebet in ein Gespräch mit Gott ein.
Und hier erleben wir Gemeinschaft mit Gott, wenn er sich uns schenkt unter den Gestalten von Brot und Wein. Das verändert unser Leben und durch uns vielleicht auch ein Stück weit das Leben jener, die uns nahe stehen.

Fürbitten
Die Welt ist voller Probleme, die wir aus uns heraus nicht zu lösen vermögen. Bitten wir den Herrn um seinen Beistand:

- Wir beten für die Menschen, die in der Öffentlichkeit das Sagen haben, vor allem für die Journalisten in Fernsehen, Rundfunk, Internet und Presse, um eine hohe Achtung vor der Würde eines jeden Menschen.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Für die Vertreter der Kirche, die im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen, um das rechte Wort und um den Mut zu einem glaubwürdigen Zeugnis.
- Für alle, die an ihrem Platz und in ihrer Umgebung in Wort und Tat ihre christliche Überzeugung zum Ausdruck bringen.
- Für die Menschen, die ein schweres Los zu tragen haben: eine schwere Krankheit oder eine Behinderung, eine tiefe Enttäuschung, den Verlust eines geliebten Menschen.
- Für die jungen Menschen, die noch auf der Suche sind nach dem, was für sie gut ist.

Gott, in deinem Sohn bist du uns nahe gekommen. Für ihn danken wir dir und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit.



28. Juni 2015
13. Sonntag im Jahreskreis (B): Leben

Einführung
Leben – wir alle wollen leben. Hinter diesem Wort kann sich vieles verbergen: das nackte Überleben, um das der Schwerkranke kämpft; der Arbeitsplatz, nach dem der Arbeitslose verzweifelt sucht; einmal genug Geld haben, um sich kaufen zu können, wonach man gerade verlangt. Leben – das heißt aber auch: den Sinn gefunden haben für das, was man als Mensch ist und tut, heißt, sich geborgen und sicher wissen in Gottes Hand, heißt, dem Herrn selbst zu begegnen. Um diese Art Leben in uns zu erhalten, feiern wir jetzt, wie jeden Sonntag, miteinander das Gedächtnis von Tod und Auferstehung unseres Herrn.

Fürbitten
Von Jesus ist eine Kraft ausgegangen, die Menschen geheilt und mit Leben erfüllt hat. Ihn bitten wir:

- Erwecke die Christen, deren Glaube wie tot ist.

– Stille –
Christus, unser Leben.

- Öffne denen die Augen, die blind sind vor Hass oder Verbitterung, damit sie Wege zu Versöhnung und Freiheit finden.
- Schau auf den Glauben der Kranken, die von dir Heilung erwarten, und erhöre ihre Bitten.
- Tröste jene, die um einen geliebten Menschen trauern.
- Schenke unseren Verstorbenen das ewige Leben bei dir.

Guter Gott, du hast die Macht, Leid und Tod zu überwinden. Auf dich vertrauen wir, jetzt und in Ewigkeit.





 10 Leitsätze
zur Formulierung von Fürbitten


Weitere Hilfen:
 Mit der Not der Welt
vor Gott.
Inhalte und Formen
der Fürbitten

(Pastoralliturgische
Hilfe 11)
Deutsches Liturgisches Institut, Trier 2001, 69 Seiten.
Bestell-Nr. DLI 5011
Die Broschüre geht u.a. auf folgende Fragen ein: Was ist fürbittendes Gebet? Was hilft das Fürbittgebet? Wie werden die Fürbitten vorbereitet? Wie werden die Fürbitten formuliert? Wie geht man mit (gedruckten) Vorlagen um?

 Aktuelle Fürbitten (Bistum Trier)











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