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1. November 2014
Allerheiligen: Das gemeinsame Ziel

Einführung
Das Fest Allerheiligen ist gleichsam ein Blick in die Zukunft, ein Blick in den Himmel. Die vielen Heiligen, die wir beim Namen kennen, scheinen uns oft so anders als wir selbst - wir sind keine Märtyrer oder Apostel oder Einsiedler oder Bischöfe wie sie. An Allerheiligen feiern wir darum einmal all die Namenlosen, die ihren Weg gegangen sind: glaubend und manchmal auch unsicher oder zweifelnd, hoffend und auch wieder ängstlich und mutlos, liebend und auch schuldig an ihren Weggefährten. Ihr Weg hat sich vollendet, sie sind am Ziel, in der ewigen Herrlichkeit. Der Blick auf sie, die Unbekannten, lässt uns hoffen, dass auch unser Leben, unvollkommen, wie es ist, mit all den unerreichten Zielen, mit aller brüchigen Liebe und dem schwachen Glauben einst vollendet wird. Feiern wir das Fest aller Heiligen! Freuen wir uns, die wir selbst noch unterwegs sind, mit denen, die am Ziel sind!

Fürbitten
Zu Gott, der allen Menschen ein guter Vater ist, wollen wir rufen:

- Wir beten für die Gemeinschaft derer, die auf dem Weg sind zum ewigen Vater, um einen starken Glauben, um eine unerschütterliche Hoffnung, um eine starke Liebe.

– Stille –
Gott, unser Vater.

- Wir beten für die Menschen, die Verantwortung tragen für das Wohl der Völker, um einen unermüdlichen Willen zum Frieden.
- Wir beten für die Menschen, die an Leib oder Seele leiden, um Linderung ihrer Not und Trost aus dem Glauben.
- Wir beten für alle, die sich einsetzen für andere, für die Unscheinbaren und Namenlosen, denen keine Anerkennung für ihr Tun zuteil wird, um den Lohn Gottes.
- Wir beten für die Menschen, deren irdischer Weg zu Ende gegangen ist, um das Glück der ewigen Herrlichkeit.

Gott, unser Vater, deine Größe rühmen die Heiligen. Deine Güte preisen auch wir, jetzt und alle Tage unseres Lebens.



2. November 2014
Allerseelen: In Gottes Hand

Einführung
Einmal im Jahr kommen wir zusammen, um unserer Verstorbenen zu gedenken. Da erinnern wir uns der Menschen, die von uns gegangen sind: jener, die von heute auf morgen mitten aus dem Leben herausgerissen wurden, und jener, die nach langem Leiden endlich zu ihrem Ziel gekommen sind. Wir denken an die Menschen, die uns nahegestanden haben: die uns glücklich gemacht haben und an denen wir uns gerieben haben. So unterschiedlich wie wir selbst, so unterschiedlich sind die Erinnerungen: Dankbarkeit kann sich mit Bitterkeit mischen, und bei manchen gehen an diesem Tag alte Wunden wieder auf. Als Christen glauben wir, dass wir alle in Gottes Hand sind: jene, die uns vorausgegangen sind, und wir, die wir noch unterwegs sind.

Fürbitten
Am heutigen Tag beten wir besonders für die Verstorbenen:

- Wir beten für alle, die uns nahegestanden haben und deren Leben in dieser Welt zu Ende gegangen ist: Gott vergelte ihnen das Gute, das sie getan haben.

– Stille –
Gott, unser Vater.

- Wir beten für die Toten der Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine: die Kinder, Frauen und Männer.
- Wir beten für alle, die in diesem Jahr plötzlich aus dem Leben gerissen wurden.
- Wir beten für alle, deren Leben sich in einem erwarteten Tod vollendet hat.
- Wir beten für den Menschen aus unserer Mitte, der als nächster aus diesem Leben scheiden wird.

Gott, in deiner Hand wissen wir alle geborgen: die Verstorbenen und uns, die wir noch auf dieser Welt unterwegs sind. Dich preisen wir, jetzt und in Ewigkeit.



9. November 2014
Weihetag der Lateranbasilika: Dem Himmel nahe

Einführung
Kirchengebäude drücken unsere Sehnsucht nach dem Himmel aus. Wenn sich unsere Gemeinschaft heute versammelt, miteinander betet, das Wort Gottes hört und Eucharistie feiert, sehen wir den Himmel offen. Gott kommt zu uns und nimmt uns hinein in seine Gemeinschaft mit den Engeln, Heiligen und Verstorbenen. Dann haben wir einen kleinen Anteil am Himmel, unsere Sehnsucht wird gelindert. Wir werden gestärkt für den Weg, an dessen Ende unser Sehnen vollends gestillt werden wird.

Fürbitten
„Gott ist uns Zuflucht und Stärke, ein bewährter Helfer in allen Nöten.“ Deshalb wollen wir ihn voll Vertrauen bitten:

- Dass die Priester und Seelsorger den Dienst in deinem Haus treu erfüllen.

– Stille –
Himmlischer Vater.

- Dass die Gläubigen deine Gegenwart auch außerhalb deines Hauses spüren.
- Dass die an Krankheit, Hunger und Durst Leidenden Heilung an Körper und Seele erfahren dürfen.
- Dass die Verstorbenen eine Wohnung in den Häusern deiner Gottesstadt finden.

Vater im Himmel, durch deinen Geist hast du uns geheiligt und durch deinen Sohn erlöst. Dich beten wir an, hier und in allen deinen Kirchen auf der ganzen Erde, und wir preisen dich, der du lebst und herrschst in Ewigkeit.



16. November 2014
33. Sonntag im Jahreskreis (A): Wie ein Dieb in der Nacht

Einführung
Sicherheit ist eines jener Wörter, die bei uns besonders groß geschrieben werden. Aber alle Vorschriften, die Sicherheit garantieren sollen, alle Versicherungen, die wir gegen mögliche Widerfahrnisse abschließen, vermögen nicht zu verhindern, dass unser Leben doch immer wieder anders verläuft, als wir es geplant hatten. Der Mensch verfügt eben letztlich nicht über sich selbst, sein Leben ist, so wie es ist, ein Geschenk Gottes. Wir wissen oft nicht, was uns zum Guten dient, und manches, was uns zunächst als Bedrohung erschien, weil es uns aus falscher Sicherheit herausgerissen hat, oder als Ungerechtigkeit, offenbart sich im Rückblick als ein Stück Heilsweg. Darum ist es richtig, Gott zu danken für das, was er uns schenkt. Wir sind hier zusammengekommen, um wieder das Wort Gottes zu hören, das uns Wegweisung ist zu unserem Heil, und um Gott dankbar neu unser Leben anzuvertrauen.

Fürbitten
Zu unseren Grunderfahrungen gehört, dass wir unser Leben letztlich nicht selbst bestimmen, sondern immer nur neu empfangen können. Darum wollen wir vor Gott hintragen, was uns am Herzen liegt.

- Wir beten für alle, die in der Kirche ein Amt der Verkündigung ausüben, um einen lebendigen Glauben und um das rechte Wort.

– Stille –
Gott, unser Vater.

- Wir beten für unser Land und für die Politiker um den Geist der Einheit und des Friedens.
- Wir beten für die Menschen in unserer Gesellschaft, die benachteiligt sind, für die Arbeitslosen, für die ausländischen Mitbürger, für die Behinderten, dass ihre Probleme eine menschenwürdige Lösung finden.
- Wir beten für die Alkoholkranken, die Drogensüchtigen und für alle, die am Rande der Gesellschaft leben, dass sie Trost finden im Glauben.
- Wir beten für die Menschen, die plötzlich und unvorbereitet aus dem Leben gerissen werden, um einen guten Tod.

Gott, unser Vater, von dir kommen alle guten Gaben. Dir danken wir jetzt und allezeit.



23. November 2014
Christkönigssonntag (A): Zeige deine Macht

Einführung
Das Fest Christkönig, das wir heute feiern, habe besser in eine Zeit gepasst, als es noch echte Könige gab, hört man manchmal. Vielleicht ist es umgekehrt: Vielleicht war damals das Bild von Christus als einem König für manchen kleinen Mann ein Schreckensbild, denn nicht alle Könige waren milde. Was aber mit Christkönig gemeint ist, ist heute nicht weniger aktuell denn je: In der Heillosigkeit und Hilflosigkeit, in der wir uns befinden angesichts einer aus dem Gleichgewicht geratenen Natur, angesichts schier unüberwindlicher Probleme mit dem Hunger in der Welt, angesichts von Kriegen, die keiner will und keiner zu beenden weiß, liegt uns nichts näher als der Ruf an den, der am Beginn dieser Welt stand: „Komm, zeige deine Macht, nimm die Zügel dieser Welt in deine Hand, führe uns alle zusammen in deinem Reich der Wahrheit, der Liebe und des Friedens!“ In diesem Sinn wollen wir jetzt zu ihm rufen.

Fürbitten
Wir wollen zu unserem Herrn Jesus Christus rufen, dem König der Welt, der alles zum Guten zu lenken vermag:

- Für alle, die zum Leitungsamt in der Kirche berufen sind und die nach Wegen suchen, die rohe Botschaft heute glaubwürdig zu verkünden.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Für alle Menschen, die in den verschiedenen Kirchen an Christus, den Herrn, glauben und um Einheit untereinander ringen.
- Für die Mächtigen der Erde, denen die Macht anvertraut ist zum Wohle ihrer Mitmenschen.
- Für die Notleidenden, die Armen, die Kranken und Einsamen, die auf einen Erlöser warten.
- Für die Verstorbenen, die im Glauben und in der Hoffnung auf die ewige Vollendung ihren Lebensweg gegangen sind.

Herr, unser Gott, komm mit deiner ganzen Macht, vollende die Welt, dass wir dich auf immer loben und preisen können.



30. November 2014
1. Adventssonntag (B): Reiß den Himmel auf

Einführung
Es liegen viele Ungewissheiten über unserem Leben: über dem persönlichen wie über dem unserer Gesellschaft. Zukunftsangst und Pessimismus sind für viele nicht nur ein Schlagwort, sondern harte Wirklichkeit. Damit ähnelt unsere Situation jener des Volkes Israel zur Zeit des Propheten Jesaja. Verstrickt in selbstgesuchte Irrwege, bedroht und unterdrückt von fremden Mächten, ruft es mit der Stimme dieses Propheten: „Warum lässt du uns von deinen Wegen abirren? - Reiß den Himmel auf und komm herab.“ Das ist auch unser Ruf.
Aber hier und jetzt steht uns der Himmel offen: im Wort der Heiligen Schrift, unter den Zeichen von Brot und Wein kommt der Herr zu uns herab. Wenden wir uns ihm jetzt mit ganzem Herzen zu.

Fürbitten
Am Beginn der Adventszeit, in der wir uns vorbereiten auf die Feier der Ankunft Christi, rufen wir zu ihm, unserem Herrn:

- Für unsere Kirche, die aus Menschen besteht und von Menschen geführt wird. Mache sie zu einem Zeichen der Hoffnung, zu einem leuchtenden Licht unter den Völkern.

– Stille –
Komm, Herr Jesus.

- Für die Regierenden und für unser Volk und Heimatland: Führe die vielfältigen Bemühungen um Gerechtigkeit für alle zu einem guten Gelingen.
- Für die Arbeitslosen und für jene, die kaum das Notwendige zum Leben haben: Gib sie nicht der Mutlosigkeit und Verzweiflung preis.
- Für uns selbst und für alle, mit denen wir Tag für Tag zusammenleben: Erfülle uns mit froher Zuversicht auf dein Kommen.

Guter Gott, dich bitten wir: Dein Sohn komme zu uns und führe uns auf allen unseren Wegen: heute und alle Tage unseres Lebens.



30. November 2014
1. Adventssonntag (B): Reiß den Himmel auf

Einführung
Es liegen viele Ungewissheiten über unserem Leben: über dem persönlichen wie über dem unserer Gesellschaft. Zukunftsangst und Pessimismus sind für viele nicht nur ein Schlagwort, sondern harte Wirklichkeit. Damit ähnelt unsere Situation jener des Volkes Israel zur Zeit des Propheten Jesaja. Verstrickt in selbstgesuchte Irrwege, bedroht und unterdrückt von fremden Mächten, ruft es mit der Stimme dieses Propheten: „Warum lässt du uns von deinen Wegen abirren? - Reiß den Himmel auf und komm herab.“ Das ist auch unser Ruf.
Aber hier und jetzt steht uns der Himmel offen: im Wort der Heiligen Schrift, unter den Zeichen von Brot und Wein kommt der Herr zu uns herab. Wenden wir uns ihm jetzt mit ganzem Herzen zu.

Fürbitten
Am Beginn der Adventszeit, in der wir uns vorbereiten auf die Feier der Ankunft Christi, rufen wir zu ihm, unserem Herrn:

- Für unsere Kirche, die aus Menschen besteht und von Menschen geführt wird. Mache sie zu einem Zeichen der Hoffnung, zu einem leuchtenden Licht unter den Völkern.

– Stille –
Komm, Herr Jesus.

- Für die Regierenden und für unser Volk und Heimatland: Führe die vielfältigen Bemühungen um Gerechtigkeit für alle zu einem guten Gelingen.
- Für die Arbeitslosen und für jene, die kaum das Notwendige zum Leben haben: Gib sie nicht der Mutlosigkeit und Verzweiflung preis.
- Für uns selbst und für alle, mit denen wir Tag für Tag zusammenleben: Erfülle uns mit froher Zuversicht auf dein Kommen.

Guter Gott, dich bitten wir: Dein Sohn komme zu uns und führe uns auf allen unseren Wegen: heute und alle Tage unseres Lebens.



7. Dezember 2014
2. Adventssonntag (B): Den Weg bereiten

Einführung
Wohl die meisten von uns erfahren in diesen Tagen, dass es gar nicht leicht ist, sich der vorweihnachtlichen Geschäftigkeit zu entziehen. Geschenke besorgen, Weihnachtsgrüße schreiben, mit Kindern basteln und backen, planen, was man an den Feiertagen unternimmt ... Vieles nimmt unsere Gedanken und unser Herz in Anspruch. Bei all dem bleibt es wichtig, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, um das es dabei letztlich geht: Gottes Ankunft unter uns den Weg zu bahnen. Dem dient es, wenn wir Menschen Freude bereiten, wenn wir uns mühen, füreinander da zu sein. Diesem Ziel dient es auch, wenn wir uns jetzt hier versammelt haben, um miteinander Gottesdienst zu feiern. Denn hier kommt der Herr uns entgegen: in seinem Wort und unter den Gestalten von Brot und Wein.

Fürbitten
Dass für Gottes Kommen in diese Welt heute der Weg bereitet wird, darum wollen wir beten:

- Für die Frauen und Männer, deren Beruf es ist, Propheten zu sein, und deren Wort oft ungehört verhallt.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Für alle, die im Kleinen oder im Großen Frieden zu schaffen versuchen.
- Für die Menschen, die dem Konsum ganz verfallen sind.
- Für alle, die auf der Schattenseite des Lebens stehen.
- Für uns selbst, die wir den Verlockungen des Haben-Wollens ausgesetzt sind.

Gott, unser Vater. Du bereitest uns immer neu den Weg zu dir. Dafür danken wir dir und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit.



14. Dezember 2014
3. Adventssonntag (B): „…den ihr nicht kennt“

Einführung
In unseren Tagen ist alter Aberglaube wieder einmal salonfähig geworden: Engel sollen Kontakte mit dem Jenseits ermöglichen, und Propheten finden Gehör, die von Wiedergeburt reden und fürs Fernsehen in Trance für gutes Geld aus einem angeblichen früheren Leben erzählen. Man kann über diese Dinge lachen, man kann sich darüber ärgern - Tatsache bleibt, dass sie heute ankommen. Das gibt zu denken, denn letztlich zeigt sich hier eine ungeheure Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit, nach fester Hoffnung auf eine glückliche Zukunft. Es ist eine Sehnsucht, die jener vergleichbar ist vor dem Kommen Christi in diese Welt. Wir leben in einem einzigen großen Advent. Uns Christen aber ist das Wissen gegeben, auf was - oder besser: auf wen wir warten. Wir warten auf die endgültige Offenbarung dessen, der schon gekommen ist vor zweitausend Jahren und der immer neu zu uns kommt, so auch jetzt und hier, in dieser Feier.

Fürbitten
In der Heillosigkeit dieser Welt beten wir für die Menschen, die in besonderer Weise der Hilfe bedürfen:

- Wir beten für alle, die in ihrem Leben die Orientierung verloren haben und nicht mehr wissen, woran sie sich halten können.

– Stille –
Komm, Herr Jesus.

- Wir beten für jene, die im Guten lahm geworden sind, weil sie ausgenutzt und missbraucht wurden.
- Wir beten für die Menschen, die sich in Schuld verstrickt haben und die auf das Verzeihen und die Großmut anderer angewiesen sind.
- Wir beten für alle, die taub geworden sind für die Nöte und Sorgen um sie herum und die nur noch ihren eigenen Vorteil kennen.
- Wir beten für alle, die enttäuscht sind vom Leben und die keine Hoffnung auf eine gute Zukunft mehr haben.

Guter Gott. Du sendest deinen Sohn in diese Welt, damit er sie zum Leben führe. Dafür danken wir dir und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit.




21. Dezember 2014
4. Adventssonntag (B): "Er wird groß sein"

Einführung
Wer je in seinem Leben in Rom war und dort eine der ganz alten Kirchen besucht hat, dem wird wahrscheinlich ein Bild unvergesslich bleiben: der in der Apsis in einem goldenen Mosaik dargestellte thronende Christus. Das ist das Bild, das die frühe Kirche in ihrem ganzen Glaubensleben vor Augen hatte: der Herr, der jetzt schon in seinem Reich auf dem Thron sitzt, wunderbar anzusehen, der Inbegriff der Ruhe, der Sicherheit und Geborgenheit und des Glücks für die Seinen. Mit dem Blick auf ihn haben die Christen vieler Jahrhunderte die Unbilden ihrer Zeit, die Leiden ihrer Vergänglichkeit ertragen. Sie wussten: Er ist groß, und bei ihm liegt unsere Zukunft. In diesen Tagen des Advents warten auch wir auf die Ankunft unseres Herrn. In den Nöten unserer Tage richten wir den Blick auf den, der die Macht hat, uns zu erlösen. Öffnen wir ihm unser Herz!

Fürbitten
Gott ist mit uns. Im Vertrauen darauf wollen wir in den Anliegen der Kirche und der Welt beten:

- Wir beten um Glaubensmut für alle Verzagten, um Offenheit für die Allzusicheren, um die Kraft zu einem neuen Anfang für die Gescheiterten.

– Stille –
Du „Gott mit uns“.

- Um Weisheit und einen langen Atem für die Politiker, die sich um Frieden bemühen.
- Um das tägliche Brot bitten wir für die Menschen, denen es fehlt, und um ein würdiges Leben für jene, die täglich neu ums Überleben kämpfen müssen.
- Um viel Geduld und Kraft für alle, die an Leib oder Seele leiden, und für jene, die ihnen nahestehen.
- Um eine gute Zukunft beten wir für unsere Welt und um die Chance zu einem erfüllten Leben für die heutigen Kinder und Jugendlichen.

Vater im Himmel. In der Menschwerdung deines Sohnes hast du uns deine immerwährende Nähe verheißen. Dir danken wir und dich preisen wir, jetzt und in Ewigkeit.



24/25. Dezember 2014
Weihnachten - In der Nacht: Ein Kind ist uns geboren

Einführung
Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt; man nennt ihn: Fürst des Friedens.
In dieser Heiligen Nacht sind wir zusammengekommen, weil wir vom Tiefsten angerührt sind, das es in unserem Leben gibt. In dieser Heiligen Nacht hören wir die Botschaft, dass unsere menschliche Natur, die in dieser Welt so viel geschmäht und getreten wird, Gott selbst gut genug war, um sie anzunehmen. In dieser Heiligen Nacht ahnen wir, dass unser Leben sich nicht in den alltäglichen Sorgen und Mühen erschöpft. In dieser Heiligen Nacht spüren wir deutlicher als sonst, wie gut und richtig es ist, wenn in unserem Gottesdienst auf den Ruf des Kyrie eleison, das „Herr, erbarme dich unser“, das „Gloria in excelsis Deo“ folgt, der Ruf, mit dem die Engel einst die Ankunft des Herrn in dieser Welt besungen haben!

Fürbitten
In der Menschwerdung des Gottessohnes ist die grenzenlose Liebe des Vaters zu den Menschen offenbar geworden. Darum tragen wir heute die Not dieser Welt vor ihn und bitten:

- Für die Christen in den verschiedenen Kirchen, für die um des Glaubens willen Verfolgten, für alle, die ihr Leben für die Verkündigung der Frohen Botschaft einsetzen.

– Stille –
Erbarme dich unser, o Gott, erbarme dich.

- Für die Welt und die Völker, die den Frieden noch nicht gefunden haben, und für die Mächtigen, die Jesus als den Fürst des Friedens noch nicht erkannt haben.
- Für die Menschen, die heute Not leiden, für jene, die in dieser Nacht einsam sind, und für alle, deren Herz heute leer ist.
- Für unsere Gemeinde, für die Alleinstehenden und für die Familien, für die Gesunden und die Kranken, für unsere Freunde und für unsere Gegner.

Herr, unser Gott, in dieser Nacht preisen wir dich, weil dein Sohn zu unserer Rettung erschienen ist, Jesus Christus, unser Herr.



25. Dezember 2014
Weihnachten - Am Tag: Gottes machtvolles Wort

Einführung
Der Stall von Betlehem, das Kind in der Krippe, die Hirten auf dem Felde - mit diesen Bildern vor Augen feiern wir Weihnachten. „Erbe des Alls“, „Abglanz der Herrlichkeit des Vaters“, „Alle Engel sollen sich niederwerfen vor ihm“ - auch diese Worte kennzeichnen, was wir heute feiern. Das Geheimnis, dem wir in der Stille der Heiligen Nacht begegnen, hat etwas zu tun mit der Macht in dieser Welt und über diese Welt. Gottes Wort ist mächtig und ohnmächtig zugleich, es ist Fleisch geworden als hilfloses Kind im Stall von Betlehem. Von dieser Spannung sind auch wir geprägt: In der ganzen Ratlosigkeit und Hilflosigkeit unserer Welt und unseres persönlichen Lebens ist Gottes Allmacht immer am Werk. Heute wollen wir ihm dafür danken.

Fürbitten
Am heutigen Tag feiern wir dankbar, dass Gott sich in seinem Erbarmen der Welt angenommen hat und als Retter selbst zu uns gekommen ist. Ihm tragen wir unsere Bitten und Anliegen vor:

- Herr Jesus Christus, alle Enden der Erde werden Gottes Heil sehen, hat ein Prophet des Alten Bundes verheißen. Erleuchte die Völker, die dich noch nicht kennen, und führe sie in deiner Kirche zusammen.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Du bist das Wort Gottes, das Fleisch angenommen hat. Offenbare dich heute im Wirken deiner Kirche, in ihrem Wort der Verkündigung und in ihren Taten der Nächstenliebe.
- Du warst gesandt als Trost für das Volk Gottes. Erbarme dich der Leidenden, gib Hoffnung den Verzweifelten, tröste die Traurigen.
- Du machst jene zu Kindern Gottes, die dich aufnehmen. Erfülle uns mit Glauben, Hoffnung und Liebe, damit wir bereit werden, dich aufzunehmen.

Gott, unser Vater, dir danken wir und dich preisen wir für die Liebe, die du uns geschenkt hast in Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn.



26. Dezember 2014
Zweiter Weihnachtstag - Hl. Stephanus: Ein Bild unseres Lebens

Einführung
Geburt und Tod liegen oft nahe beieinander. Gestern noch haben wir die Geburt eines Kindes gefeiert, heute gedenken wir eines Mannes, der wegen seines Eintretens für den gestern geborenen Gottessohn um sein Leben gebracht wurde. Ein Bild auch unseres Lebens - in dem es die Freude gibt über das, was uns geschenkt wird, den Blick in den Himmel, die Ahnung einer künftige Herrlichkeit, und dann wieder den Alltag und die Schicksalsschläge, die auch keinem Glaubenden erspart bleiben. So deutet die Feier unser Leben und gibt uns Hoffnung, wo Erfahrungen uns niederdrücken.

Fürbitten
Am Fest des heiligen Stephanus gedenken wir besonders der Opfer vielfältiger Gewalt und beten zu unserem Herrn:

- Für die Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensleute und Laien, die um ihres christlichen Glaubens und ihres Einsatzes für Arme und Unterdrückte willen verfolgt werden.

– Stille –
Herr, erbarme dich ihrer in ihrer Not.

- Für die Menschen in den Krisenherden dieser Welt, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden.
- Für alle, die in ihrer eigenen Familie Gewalt und Unterdrückung erleiden.
- Für die Opfer ihrer eigenen Gewalt, die Täter, die aus ihrer Blindheit und ihrem Hass nicht mehr herausfinden.

Gott, auf dich richtet sich unser ganzes Vertrauen, denn du vermagst alles zum Guten zu führen, hier in dieser Zeit und in Ewigkeit.



28. Dezember 2014
Fest der Heiligen Familie: Ein Vorbild

Einführung
Wir neigen in der Weihnachtszeit dazu, die Heilige Familie, deren Fest wir heute feiern, als Idylle zu sehen: Maria und Josef, dazu das Kind, umgeben von Hirten, in der warmen Geborgenheit des Stalles. Die Wirklichkeit war rauh: Schon die Schwangerschaft war eine schwere Belastung für die Beziehung zwischen Maria und Josef, dann die vergebliche Herbergssuche, die Geburt im Stall, die Flucht... Die Heilige Familie kann durchaus ein Vorbild sein auch in unserer Zeit, in der viele Familien großen inneren und äußeren Belastungen ausgesetzt sind. Dieser Gedanke soll uns heute durch diese Feier begleiten

Fürbitten
Lasst uns heute, am Fest der Heiligen Familie, in den Anliegen unserer Familien beten:

- Segne den Einsatz der Kirche für die Heiligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Stärke alle, die in der Öffentlichkeit für die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens eintreten.
- Tröste alle älteren Menschen, die sich von ihren Kindern vernachlässigt fühlen.
- Gib den Eltern und ihren heranwachsenden Kindern Verständnis füreinander.
- Nimm alle Kinder, denen es daheim nicht gut geht, ganz besonders unter deinen Schutz.

Vater im Himmel, du schenkst uns, was für uns gut ist. Dir danken wir, und dich preisen wir jetzt und in Ewigkeit.



 10 Leitsätze
zur Formulierung von Fürbitten


Weitere Hilfen:
 Mit der Not der Welt
vor Gott.
Inhalte und Formen
der Fürbitten

(Pastoralliturgische
Hilfe 11)
Deutsches Liturgisches Institut, Trier 2001, 69 Seiten.
Bestell-Nr. DLI 5011
Die Broschüre geht u.a. auf folgende Fragen ein: Was ist fürbittendes Gebet? Was hilft das Fürbittgebet? Wie werden die Fürbitten vorbereitet? Wie werden die Fürbitten formuliert? Wie geht man mit (gedruckten) Vorlagen um?

 Aktuelle Fürbitten (Bistum Trier)











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