vorhergehende Seitenächste Seite
Home
Wort
Gottes
Zur
Formen
Werkbuch
Bibel
Leseordnung
Fürbitten
Kontakt
Impressum
vorhergehende Seitenächste Seite
Februar 2016
So Mo Di Mi Do Fr Sa
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
2829
März 2016
So Mo Di Mi Do Fr Sa
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031


   Der liturgische
   Taschenkalender 2016

    mehr

1. Januar 2016
Hochfest der Gottesmutter Maria - Neujahr: Weltfremd?

Einführung
Es kann uns stören, wenn die Kirche heute nicht einfach wie alle Welt Neujahr feiert, sondern mit weltfremder Beharrlichkeit den heutigen Tag als Hochfest der Gottesmutter Maria begeht.
Weil uns das querliegt, ist es uns ein Anstoß nachzudenken: Was können wir heute eigentlich Besseres tun als den Blick zu erheben zu dem Menschen, der die Jahre seines Lebens ganz in Gottes Hand gelegt hat, auf Maria. Wie reich wurde sie dafür beschenkt?
Jesus Christus, der die Mitte ihres Lebens war, ist jetzt unter uns. Rufen wir zu ihm: Herr, erbarme dich (unser).

Fürbitten
Am Beginn des neuen Jahres beten wir um Gottes Erbarmen und Segen:

- Für die Völker, deren Leben gezeichnet ist von Hunger nach Brot und nach Gerechtigkeit.

– Stille –
Herr, erbarme dich.

- Für die geistlichen Führer in den Kirchen und Religionsgemeinschaften und für alle, die ihrem Rat folgen.
- Für die Menschen, die das neue Jahr in Sorge und Angst beginnen.
- Für die Menschen, die uns nahe stehen: in der Familie, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft.
- Für alle, deren Leben auf Erden in diesem Jahr zu Ende geht.

Allmächtiger Gott, unser Leben steht in deiner Hand Auf dich richtet sich unser ganzes Vertrauen, und wir preisen dich, in dieser Zeit und in Ewigkeit.



3. Januar 2016
2. Sonntag nach Weihnachten: Licht und Leben

Einführung
Seit dem Weihnachtsfest ist es schon fast zwei Wochen her, der Alltag hat die meisten von uns bereits wieder. Die Kirche ist freilich noch nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen. Sie erinnert uns in den Texten der heutigen Liturgie daran, dass die Menschwerdung des Sohnes Gottes weitergehen muss, dass Gottes Wort weiterhin Fleisch annehmen muss, damit schließlich alle Menschen das Licht der Herrlichkeit Gottes schauen. Hier unter uns wird Gottes Wort jetzt gegenwärtig – öffnen wir uns ihm, damit es in uns Gestalt annimmt und durch uns hineingetragen wird in die heutige Zeit.

Fürbitten
Licht und Leben kam durch die Menschwerdung Christi in die Welt. Darum bitten wir unseren Vater im Himmel:

- Für alle, die Gottes Wort heute verkünden: dass sie selbst durch dieses Wort heil werden und anderen aus innerer Freude heraus Zeugnis geben können.

– Stille –
Gott, unser Vater.

- Für die Menschen, die um ihr Überleben kämpfen müssen: dass die Kriege ein Ende finden und dass Wege gefunden werden, die Güter dieser Erde gerecht zu verteilen.
- Für jene, die auf der Schattenseite dieses Lebens stehen: dass ihre Not erkannt und ihnen tätige Hilfe zuteil wird.
- Für die Menschen, die sich für das leibliche und seelische Wohl anderer einsetzen: dass ihre Arbeit für die Betroffenen eine Hilfe und für sie selbst eine Quelle der Freude sei.
- Für unsere Verstorbenen, dass ihnen das ewige Licht und Leben geschenkt werde.

Gott, unser Vater, weil du deinen Sohn in diese Welt gesandt hast, dürfen wir deiner Hilfe immer sicher sein. Dir danken wir, und dich preisen wir, jetzt und in Ewigkeit.



6. Januar 2016
Erscheinung des Herrn: Ein Fest voller Leben

Einführung
Von Sterndeutern, die eine abenteuerliche Reise unternehmen und so den Weg zum Jesuskind in Betlehem finden, spricht die Heilige Schrift. Der Volksmund nennt diese Männer die Heiligen Drei Könige Und heute gehen im Gedanken an sie junge Menschen in königlichen Gewändern in vielen Gemeinden als „Sternsinger“ von Haus zu Haus, verkünden die Botschaft von Jesus, schreiben ihr Segenszeichen an die Haustüren und sammeln Geld für notleidende Kinder.
Dreikönig – „Erscheinung des Herrn“, wie es im kirchlichen Sprachgebrauch heißt, ist ein Fest voller Leben. Es erweckt noch einmal die Wirklichkeit unter uns, die an Weihnachten vor lauter Rummel zuvor und Heimeligkeit am Fest selbst leicht in den Hintergrund geraten könnte: dass Gott selbst uns als Mensch nahe gekommen ist. In Jesus Christus, den wir jetzt im Kyrie in unserer Mitte willkommen heißen.

Fürbitten
Am Fest der Erscheinung des Herrn gedenken wir der Menschen, die dieses Erscheinen ganz besonders erwarten:

- Wir beten für die Frauen und Männer, die sich entschieden haben für ein Leben in der besonderen Nachfolge Christi: als Ordensleute, als Priester oder Diakone, als Missionare und Glaubenszeugen.

– Stille –
Christus, du Sohn des lebendigen Gottes. – Erbarme dich unser.

- Für die Völker, die in Armut und Not leben, für die Opfer der Kriege in Afghanistan und im Nahen Osten.
- Für die Menschen, die von ihren Führern verblendet und zu Hass aufgehetzt werden und sich von Gewalt und Terror eine bessere Welt erhoffen.
- Für die Menschen, die durch Krankheit oder durch einen Schicksalsschlag herausgerissen sind aus aller Sicherheit und die Angst haben vor der Zukunft.

Allmächtiger, ewiger Gott, wie ein aufgehender Stern ist dein Sohn den Weisen erschienen. Für ihn danken wir dir, und wir preisen dich, in dieser Zeit und in Ewigkeit.



10. Januar 2016
Taufe des Herrn: Getauft und Gott geweiht

Einführung
Das Fest der Taufe Jesu erinnert uns an unsere eigene Taufe. Jesus hat durch sein Eintauchen in das Wasser des Jordan gleichsam das Wasser geheiligt. Wir wurden in das geheiligte Wasser eingetaucht oder damit übergossen, damit wir heilig werden.
Jedes Mal, wenn wir uns mit Weihwasser benetzen, erinnert uns das an unsere Würde als Christen. Als Getaufte gehören wir unserem Herrn Jesus Christus an, wir tragen seinen Namen. Und wir dürfen ihn mit allem, was als eine Last auf uns liegt, anrufen: Herr, erbarme dich (unser).

Fürbitten
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ Als Schwestern und Brüder Christi, zu dem diese Worte gesprochen waren, tragen wir unsere Anliegen vor Gott:

- Wir beten für alle, die wie Johannes der Täufer berufen sind, Christus den Weg zu bereiten: im Dienst der Verkündigung, im Religionsunterricht, als Katechetinnen und Katecheten.

– Stille –
Gott, unser Vater.

- Für die Christen in aller Welt, die sich um Frieden bemühen: als Politiker, als Journalisten, als Entwicklungshelfer.
- Für die Menschen, die große Not leiden, weil sie in Kriege verwickelt sind oder weil Katastrophen ihre Lebensgrundlage zerstört haben.
- Für unsere Gemeinde: für alle, die der Kirche nahe stehen, und für jene, die ihr fremd geworden sind.
- Für unsere Verstorbenen, die in der Taufe Kinder Gottes geworden sind.

Gott, unser Vater. An deinem Sohn hast du Gefallen gefunden. Durch ihn preisen wir dich, in dieser Zeit und in Ewigkeit.



17. Januar 2016
2. Sonntag im Jahreskreis (C): In der Öffentlichkeit

Einführung
Ein neuer Abschnitt im Kirchenjahr hat begonnen: Vor einer Woche haben wir das Fest der Taufe des Herrn gefeiert. Heute hören wir das Evangelium von der Hochzeit zu Kana, eine Woche später werden wir vom ersten Auftreten Jesu in seiner Heimatstadt Nazaret hören. Jesus geht den Weg in die Öffentlichkeit, um seinen Auftrag zu erfüllen.
Auch sein Jünger zu sein, Christ zu sein, ist keineswegs nur eine Privatsache, wie man heute oft sagt.
So verstehen wir diese Feier: Hier im Gottesdienst begegnen wir unserem Herrn, hier empfangen wir seinen Geist, damit wir hinausgehen und Zeugnis geben.

Fürbitten
Bei der Hochzeit zu Kana hat Jesus den Weg in die Öffentlichkeit genommen. Darum beten wir heute:

- Für die Kirche, die für ihr glaubwürdiges Wirken immer wieder der Erneuerung bedarf.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Für die Frauen und Männer, deren Arbeit und Entscheidungen auf die öffentliche Meinung großen Einfluss haben.
- Für alle, die sich als Christen einsetzen für das Gute: in der Kranken- und Altenpflege, in Behinderteneinrichtungen und Beratungsstellen, in Parteien und Gewerkschaften.
- Für die Menschen, die körperlich oder seelisch in Not sind und der Hilfe bedürfen.
- Für uns Christen in … (dieser Gemeinde): die Überzeugten und die Zweifelnden, die Starken und die Schwachen, die Einsatzbereiten und die am Rand Stehenden.

Herr, unser Gott, von dir kommt alles Gute in dieser Welt. Auf deine Hilfe vertrauen wir, jetzt und in Ewigkeit.



24. Januar 2016
3. Sonntag im Jahreskreis (C): Eine gute Nachricht

Einführung
Eine frohe Botschaft ist das, was uns hier im Gottesdienst immer wieder verkündet wird, eine gute Nachricht.
Die äußeren Bedingungen unseres Lebens verändern sich dadurch im Allgemeinen nicht. Und doch ist es nicht gleichgültig, was wir hier Woche für Woche hören und tun. Es ist, wie wenn zwei Menschen ihre Liebe zueinander entdecken. Auch da ändert sich äußerlich nichts. Und doch scheint die Sonne heller, wird der Alltag froher, wird Schweres erträglich. Allein weil man weiß: Da ist ein Mensch, der sich mir zuwendet, dem ich etwas bedeute.
Genau das ist die frohe Botschaft, die uns hier gesagt wird: Nicht einfach ein Mensch, Gott selbst hat Interesse an dir, du bist ihm wichtig. Um uns dessen zu vergewissern sind wir hier.

Fürbitten
Um den Armen eine gute Nachricht zu bringen, den Blinden das Augenlicht zu geben. Gefangenen die Entlassung zu verkünden und die Zerschlagenheit in Freiheit zu setzen, ist Jesus in die Welt gekommen. So beten wir zu ihm:

- Für die Menschen, die kein Licht sehen in ihrem Leben, für die in ihren Beziehungen Gescheiterten; für alle, die sich nutzlos vorkommen.

– Stille –
Jesus, du Heiland und Retter.

- Für die Menschen, die gefangen sind in sich selbst, für jene, die zerbrechen an den Zwängen, denen sie ausgeliefert sind in der Familie oder im Beruf.
- Für all die Menschen, die an den Rand der Gesellschaft geraten sind und keinen Boden mehr unter ihre Füße bekommen; für die Wohnsitzlosen und die Asylsuchenden; für alle, die abhängig sind von einer Sucht; für alle, die sich selbst aufgegeben haben.
- Für alle, die nach Zuwendung hungern; für jene, die der Vergebung bedürfen; für jene, die abgeschrieben sind von denen, die ihnen einmal nahe standen.

Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus. In deinem Sohn hast du dich uns zugewandt. Dafür danken wir dir, und wir preisen dich in dieser Zeit und in Ewigkeit.



31. Januar 2016
4. Sonntag im Jahreskreis (C): Mut

Einführung
Wenn in Gesprächen hergezogen wird über bestimmte Menschen oder Gruppen, empfinden wir das oft als Unrecht, fühlen uns aber nicht imstande, dagegen zu halten. Es gibt auch genügend Gründe zu schweigen: Oft ist etwas dran, dass Menschen an ihrem Unglück selbst mitschuldig sind.
Ähnlich ist es, wenn es über die Kirche hergeht: Ihre Vertreter sind Menschen mit Fehlern und Schwächen. Also schweigen wir auch da – oft mit schlechtem Gewissen. Es gehört Mut dazu, als Christ seine Auffassungen zu vertreten, Zeuge zu sein für einen Glauben, der wichtiger ist als die gängigen Werte des Wohlstands, die da heißen: Nicht-Auffallen, In-Ruhe-gelassen-Werden.
Hier im Gottesdienst orientieren wir uns an dem, der sich hinauswerfen ließ aus der angestammten Gemeinschaft seines Dorfes und der so konsequent war, dass man ihn kreuzigte.

Fürbitten
So wie Jesus Anstoß erregte mit seinen radikalen Lehren, so haben es auch heute Menschen schwer, die sich gegen den Strom der Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit stellen. Darum beten wir:

- Für all jene Männer und Frauen in der Kirche, die sich selbst schonungslos dem Anspruch des Evangeliums stellen und sich unerbittlich für das als richtig Erkannte einsetzen.

– Stille –
Herr Jesus, unser Lehrer und Meister.

- Für die in Staat und Gesellschaft Engagierten, die Unrecht mutig anprangern und Gerechtigkeit für alle einfordern.
- Für alle Frauen und Männer, die nicht resignieren angesichts des Elends, das Kriege und Bürgerkriege in vielen Ländern verursachen und angesichts der wachsenden sozialen Probleme in unserem Land, sondern mit allen ihnen möglichen Mitteln Not lindern.
- Für alle, die es nicht hinnehmen, wenn Gedankenlosigkeit und Untreue Beziehungen absterben lassen, sondern ringen um ein Miteinander in Würde und gegenseitiger Achtung.

Deinen Sohn hast du, Gott, nicht verlassen, als menschliche Ablehnung ihn zu Tode brachte. Wir danken dir, dass auch wir deine Kinder sein dürfen, und preisen dich, heute und allezeit und in Ewigkeit.



2. Februar 2016
Darstellung des Herrn: Ein Licht

Einführung
Heute, vierzig Tage nach Weihnachten, feiern wir das Fest der Darstellung des Herrn. „Lichtmess“ nannte man diesen Tag früher, denn an diesem Tag greift die Kirche noch einmal das Lichtmotiv auf, das uns im Advent und bei der Feier von Weihnachten oft begegnet ist.
Christus, ein Licht im Dunkel dieser Welt, das Licht, das unser Leben hell macht.
Der greise Simeon erkannte in dem unscheinbaren Kind, das in den Tempel gebracht wurde, dieses Licht, so dass er sagen konnte: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen.“
Uns erscheint dieses gleiche Licht unter den unscheinbaren Gestalten von Brot und Wein, hier und jetzt. An uns liegt es, es zu erkennen.

Fürbitten
Licht, Heil, Herrlichkeit hat Jesus in die Welt gebracht. Darum beten wir zu ihm:

- Erfülle alle, deren Beruf die Verkündigung der Frohen Botschaft ist, mit Freude.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Führe die Völker, die in Kriege verstrickt sind, zu Versöhnung und Frieden.
- Heile die Menschen, die krank sind an Leib und Seele.
- Gib denen, die schuldig geworden sind, Einsicht und den Mut zur Umkehr.
- Lass unseren Verstorbenen und allen, deren keiner mehr gedenkt, dein ewiges Licht leuchten.

Vater im Himmel, dein Sohn hat uns gezeigt, wie sehr du uns liebst. Darum preisen wir dich, jetzt und in Ewigkeit.



7. Februar 2016
5. Sonntag im Jahreskreis (C): So wie wir sind

Einführung
Indianer und Seeräuber, Prinzessinnen und Feen – im Fasching schlüpfen Menschen gern in eine andere Rolle, als sie im Alltag spielen. Stark, mächtig, reich, außerordentlich schön möchte man sein. Welche Rolle steht uns Christen am besten zu Gesicht?
Hier, im sonntäglichen Gottesdienst, dürfen wir so sein, wie wir sind: Menschen mit unseren Stärken und Schwächen, mit unserer Leistung und unserem Versagen und mit unseren erfüllten und unerfüllten Sehnsüchten. Und immer können wir beten: Herr, erbarme dich (unser).

Fürbitten
Auch in den Tagen des Faschings, der unbeschwerte Lebensfreude vermitteln will, bedarf unsere Welt der Hilfe Gottes. Darum beten wir:

- Für die Völker, bei denen Hass und Gewalt den Alltag der Menschen bestimmen.

– Stille –
Christus, höre uns.

- Für unsere Kirche, für die Frauen und Männer, die ihre ganze Kraft und Fantasie einsetzen, um die Frohe Botschaft weiterzugeben.
- Für die Menschen, die in großer Angst und Sorge sind um ihre Zukunft.
- Für unsere Gemeinde, für alle, die uns nahe stehen und die unser Gebet brauchen.
- Für unsere Verstorbenen.

Gott, unser Vater, auf dich richtet sich unsere ganze Hoffnung, weil du uns das Heil zugesagt hast durch deinen Sohn, Jesus Christus, unseren Herrn.



10. Februar 2016
Aschermittwoch: Ein Neuanfang

Einführung
Es ist erst Stunden her, seit Narren den Fasching zu Grabe getragen haben. Ausgelassenheit und Lärm haben die tollen Tage bestimmt. Da beginnen wir mitten in der Woche mit etwas Neuem. „Gedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst!“ Noch krasser und härter kann ein Bruch gar nicht sein. Aber er ist heilsam. Er bringt uns auf das Wesentliche. Die Freude der vergangenen Wochen war gut. Aber es ist auch gut zu sehen, wohin alles führt. Und zu sehen, dass es keinen anderen Ruf gibt, der so wohltuend ist wie der, mit dem wir unsere Gottesdienste eröffnen: Herr, erbarme dich (unser).

Fürbitten
Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehrt und lebt. So rufen wir zu ihm:

- Für alle Menschen, die in ihrem Leben einen Neuanfang versuchen: indem sie aufbrechen aus ihrer Heimat, wo Krieg und Hoffnungslosigkeit herrschen, indem sie den Schritt wagen, eine Familie zu gründen.

– Stille –
Erbarme dich, Herr, erbarme dich.

- Für alle, die in dieser Fastenzeit ihren Glauben an Christus erneuern und vertiefen wollen: indem sie das Wort Gottes in der heiligen Schrift bewusst hören, indem sie Exerzitien machen, indem sie fasten und beten, indem sie das Bußsakrament empfangen.
- Für alle, die unter einer schweren Schuld leiden und keinen Weg sehen, wie sie herausfinden können: weil sie nicht glauben können, dass ihnen Vergebung geschenkt wird, weil sie Angst haben vor Konsequenzen.
- Für alle, die sich auf die Taufe, auf die Erstkommunion oder auf die Firmung vorbereiten: in Familien und Gruppen, in Elternabenden und Einzelgesprächen, in seelsorgerlicher Beratung.

Heiliger und erbarmender Gott. Du erhörst unsere Bitten und schenkst allen das Heil, die es bei dir suchen. Dir sei Lob und Ehre, jetzt und in Ewigkeit.



14. Februar 2016
1. Fastensonntag (C): Fasten-Zeit

Einführung
„Fastenzeit“ – die Älteren unter uns erinnern sich noch an eifrigen Gottesdienstbesuch auch an Werktagen, an den Verzicht auf Süßigkeiten, an kleine Überwindungen im Alltag, an Beichte und an so manches „Opfer“, das man in dieser Zeit brachte. Wandlungen im religiösen Leben und in der Gesellschaft haben dazu geführt, dass die Zeit der 40 Tage vor Ostern viel von ihrem Profil verloren hat. So lehren uns heute Gesundheitsapostel und Psychologen, wie gut dem Menschen der Verzicht tut, wie frei Aus-Zeiten machen, in denen man einmal anders lebt, sich nicht dem täglichen Trott mit seinen Fehlern und Gedankenlosigkeiten ergibt, wie bereichernd es ist, wenn man nachdenkt über die ganz wichtigen Fragen des Lebens
Gott neu in den Blick nehmen, von ihm her das Leben bedenken und da und dort neu ordnen – das ist es, wozu uns die Kirche für die kommenden Wochen einlädt. Sie tut dies seit alters am Aschermittwoch mit einem Wort, das den ganzen Ernst unseres Tuns, aber auch alle Freiheit zum Ausdruck bringt: „Bedenke, Mensch, du bist Staub, und zum Staub kehrst zu zurück.“
Fürbitten
Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehrt und lebt. So rufen wir zu ihm:

Fürbitten
Am Beginn der Österlichen Bußzeit beten wir um Gottes Segen für alle Bemühungen um Umkehr, Buße und Versöhnung:

- Wir beten für alle Frauen und Männer, die besondere Verantwortung dafür tragen, dass Gottes Wort glaubwürdig und überzeugend verkündet wird.

– Stille –
Barmherziger Gott und Vater.

- Für die Mächtigen in Staat und Gesellschaft, denen Einfluss auf das Wohl und auf die Achtung vor der Würde aller anvertraut ist.
- Für die Menschen, die der Umkehr bedürfen, weil ihr Herz gefangen ist in Egoismus, in Hass oder Verachtung von anderen.
- Für jene, die sich schwer schuldig gemacht haben am Leben oder an der leiblichen oder seelischen Gesundheit von Mitmenschen.
- Für unsere Gemeinde, die herausgefordert ist, Zeugnis zu geben von unserem Glauben.

Barmherziger Gott, in deinem Sohn hast du uns die Chance gegeben, immer wieder einen neuen Anfang zu machen. Dafür danken wir dir, heute und alle Tage unseres Lebens.



21. Februar 2016
2. Fastensonntag (C): Blick nach oben

Einführung
Als es noch nicht soviel Wissen über den Weltraum gab wie heute, konnte man noch problemlos vom Himmel über uns sprechen und davon, dass das Gute von oben komme. Heute wissen wir, dass die Erde sich dreht, und wir haben etwas von dem tröstlichen Bild verloren, dass übe uns ein guter Gott die ganze Welt und unser kleines Leben sieht und leitet. Das ist schade, denn der Blick nach oben kann helfen, sich vom alltäglichen Kleinkram zu lösen und dadurch eine neue Weite und Freiheit zu finden.
Die Zeit der Vorbereitung auf Ostern könnte davon geprägt sein, dass wir die Augen erheben, neu Ausschau halten nach dem, was unser Leben sinnvoll und lebenswert macht, vielleicht sogar einen kleinen Blick auf die Richtung jener Herrlichkeit, von der die Auferstehung Christi ein Zeichen ist.

Fürbitten
Petrus, Johannes und Jakobus durften einst etwas erahnen von der Herrlichkeit des Himmels. Beten wir um ähnliche Erfahrungen in dieser Zeit.

- Für alle, die in der Kirche große Verantwortung tragen, deren Kraft und Zeit oft erschöpft wird durch Alltagsgeschäfte und Kleinkram.

– Stille –
Gott, unsere Zukunft.

- Für die Mächtigen in Staat und Gesellschaft, die bei ihrem Bemühen um Gerechtigkeit und Frieden dem Druck unterschiedlichster Gruppen ausgesetzt sind.
- Für die Menschen, die durch einen Schicksalsschlag so getroffen sind, dass ihnen alles sinnlos erscheint.
- Für alle, die für sich keine Zukunft sehen und die sich selbst aufgegeben haben.
- Für alle, die schwer schuldig geworden sind und nicht sehen, wie sie Vergebung und Versöhnung finden sollen.

Gott, du wohnst in unzugänglichem Licht. In deinem Sohn begegnet uns etwas von deiner Herrlichkeit. Für ihn danken wir dir, und wir preisen dich, in dieser Zeit und in Ewigkeit.



28. Februar 2016
3. Fastensonntag (C): Ruf zur Umkehr

Einführung
Umweltskandale zeigen immer wieder: Es gibt Schuld, die nicht einfach einzelnen Personen zugewiesen werden kann.
Wir alle sind durch unsere Ansprüche hineinverwoben in Zusammenhänge, zu denen auch Verantwortungslosigkeit und Missbrauch der Schöpfung und der Geschöpfe gehören. Die Angst um die eigene Gesundheit lässt uns schlagartig Essgewohnheiten ändern, die wir nie aufgegeben hätten, nur weil wir wissen, wie Tiere gequält werden, um uns möglichst billiges Fleisch zu liefern.
Aber wenn wir zum Beispiel erfahren, dass da Gift im Futter ist, da können wir plötzlich, was Christen seit alters in der Zeit vor Ostern tun: nämlich uns besinnen auf die Grundlagen, auf denen wir stehen, auf die Werte, die unser Leben bestimmen, auf die Hoffnung, die unserem Tun und Sein Sinn gibt. Anders gesagt: unseren Blick bewusst auf den zu richten, der uns hier in dieser Feier immer neu begegnet.

Fürbitten
In diesen Vierzig Tagen vor Ostern haben wir vor Augen, wie wichtig Umkehr ist. Darum beten wir:

- Für die Mahner unserer Zeit, die unermüdlich für Gerechtigkeit und für das Lebensrecht und die Würde eines jeden Menschen eintreten.

– Stille –
Gott, Herr des Lebens.

- Für die Frauen und Männer, die den Glauben an Christus verkünden und durch ihr Leben ezeugen: in der Öffentlichkeit, in den Schulen und an den Universitäten, in den Familien.
- Für die Menschen, die der Umkehr besonders bedürfen, weil sie schwere Schuld auf sich geladen haben.
- Für alle, die tief verletzt sind und nicht sehen, wo sie Zuflucht und Halt finden.
- Für alle, um deren Ängste und Sorgen wir wissen.

Gott, unser Vater. Dein Sohn lehrt uns, dass zum Heil findet, wer sich bekehrt. Für ihn danken wir dir und preisen dich in dieser Zeit und in Ewigkeit.




 10 Leitsätze
zur Formulierung von Fürbitten


Weitere Hilfen:
 Mit der Not der Welt
vor Gott.
Inhalte und Formen
der Fürbitten

(Pastoralliturgische
Hilfe 11)
Deutsches Liturgisches Institut, Trier 2001, 69 Seiten.
Bestell-Nr. DLI 5011
Die Broschüre geht u.a. auf folgende Fragen ein: Was ist fürbittendes Gebet? Was hilft das Fürbittgebet? Wie werden die Fürbitten vorbereitet? Wie werden die Fürbitten formuliert? Wie geht man mit (gedruckten) Vorlagen um?

 Aktuelle Fürbitten (Bistum Trier)











Druckversion dieser Seite
© 2004-15 by Deutsches Liturgisches Institut