Auch das neue Buch wird Gotteslob heißen. In ihm wird sich Vieles von dem finden, was im jetzigen Buch enthalten ist, denn Bewährtes soll erhalten bleiben. Daneben aber wird es Neues geben: Neues Liedgut hat sich entwickelt, ältere Gesänge haben neue Wertschätzung gefunden, neue Gebete und Gottesdienstformen sind entstanden. Das neue Gotteslob soll den Menschen von heute helfen, im Gottesdienst, in der häuslichen Feier und im privaten Gebet ihren Glauben zu leben und zu feiern.
In seinem Aufbau lehnt sich das neue Gotteslob an die derzeitige Ausgabe an. Es wird wieder einen gemeinsamen Stammteil geben, dem die Eigenteile der Diözesen angefügt sind. Drei große Kapitel bilden den Stammteil: 1. Geistliche Impulse für das tägliche Leben, 2. Psalmen, Gesänge und Litaneien und 3. Gottesdienstliche Feiern.
Bevor die Arbeitsgruppen begonnen haben, Materialien für das neue Gotteslob zu sammeln und neu zu erstellen, wurde in den Kirchengemeinden eine große Umfrage zum Gotteslob von 1975 durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Erhebung konnten dann in die Arbeit am neuen Buch einfließen. Hiernach erfolgte ein weiterer Test: Die für die Erarbeitung des GGB zuständige Unterkommission ließ von Advent 2007 bis Pfingsten 2008 eine Auswahl möglicher Inhalte des GGB in 186 Gemeinden erproben und bewerten.
Die Inhalte dieser Probepublikation - u. a. ein Hausgebet für Verstorbene, Neue Geistliche Lieder, Tagzeitenliturgien sowie mehrstimmige und mehrsprachige Liedsätze - wurden in den Erprobungsgemeinden der 37 beteiligten Bistümer von mehreren Gruppen getestet. Zum einen wurde die Gottesdienstgemeinde zur Akzeptanz neuer Lieder und Andachten befragt. Die zweite Gruppe bildeten Familien, die in der eigenen Wohnung das Hausgebet im Advent sowie die Feier am Heiligen Abend erprobten. Auch Layout und Register wurden auf ihre Funktionalität geprüft. Als drittes bewerteten ca. 20 aktive Mitglieder jeder Gemeinde katechetische Inhalte wie Bibelschule und Gebete. Die vierte Gruppe setzte sich aus haupt- und nebenamtlichen pastoralen Mitarbeitern zusammen, die sich vor allem mit den gottesdienstlichen Feiern auseinandersetzten. Schließlich wurden auch die Kirchenmusiker befragt: Sie beurteilten u. a. die Gemeindetauglichkeit der Lieder und Gesänge sowie die neu geschaffenen Orgelsätze in der Orgelbegleitpublikation. Alle Ergebnisse wurden zentral ausgewertet.
Durch die Testphase erhielt die Unterkommission die erhofften Aufschlüsse über die Gemeindetauglichkeit möglicher Elemente des neuen Gotteslob. Bis zur Veröffentlichung eines neuen Gebet- und Gesangbuches werden noch einige Jahre vergehen. Bis dahin bleibt das derzeitige Gotteslob das aktuelle katholische Gebet- und Gesangbuch.