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16. April 2012


Leitartikel

Mit erhobener Stimme
Zur Kantillation im Gottesdienst
Bernhard Stürber


Inhalt

  • Gottesdienstorte und -zeiten im Internet
  • Dokumente der Glaubenskongregation
  • Das Stundengebet in Indonesien
  • Fronleichnam, Darstellung, Heimsuchung – alles klar?
  • Überdiözesane Fachtagung zum Neuen Geistlichen Lied
  • Pfingstsonntag bis Pfingstmontag (B)


  • gd Auf zwei Minuten

    Liebe Leserin, lieber Leser,
    wer bei wechselnden Zelebranten Gottesdienst mitfeiert, kennt das: Es gibt den Vorsteher, der bis ins Letzte rubrikentreu seinen Dienst tut, aber es will kein Funke überspringen, und es gibt den Chaoten, der fast alles „falsch“ macht, aber irgendwie ist zu spüren, wie ernst es ihm beim Beten und beim Verkündigen ist, so dass sein Glaube einfach ansteckt und das eigene Beten leicht macht. Und genauso umgekehrt: Es gibt eine Lässigkeit und Jovialität, die als Anbiederung empfunden wird und abstößt, und es gibt den Zelebranten, bei dem zu spüren ist, dass die Orationen und das Hochgebet zutiefst sein eigenes Gebet sind. Irgendwie ist es wie mit der Handschrift eines Menschen: Während der eine gestochen scharf schreibt, so dass es für jeden anderen leicht zu lesen ist, hat der andere eine Klaue, dass er sein eigenes Geschreibsel kaum entziffern kann. Das eine kann eine leere Schülerschrift sein, das andere Ausdruck eines besonderen Charakters oder auch einfach Unfähigkeit, mit dem Schreibzeug angemessen umzugehen. Urteile sind da oft ungerecht. Als Kriterium taugt am ehesten die Frage: Erfüllt die Schrift ihre Aufgabe als Mittel der Kommunikation? Kann der Leser erkennen, was der Schreiber mitteilen will? Bei der Liturgie könnte die Frage lauten: Hilft sein Dienst den Versammelten zur Begegnung mit dem lebendigen Gott, der sich im Wort der Verkündigung ihnen zuwendet, und trägt er dazu bei, dass Lob und Dank und Bitte aus ihren Herzen zu Gott aufsteigen? Gelingen wird das bei den ganz unterschiedlich Begabten wohl umso mehr, je mehr sich jeder selbst dafür in Dienst nehmen lässt, meint
    Ihr
    Eduard Nagel


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