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15. April 2004
- Leitartikel
- Was heute Not tut
- Sechs Desiderate für die Zukunft der Liturgie
- (Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari)
- Inhalt
- Aufnahme des seligen Marcel Callo in den deutschen Regionalkalender und Feier am 19. April
- „Alle Jahre wieder “ Erfahrungen einer l(i)ebenswerten mystagogischen Erstkommunionpastoral
- Ein Pionier. Vor 50 Jahren starb Pius Parsch
- 5.–7. Sonntag der Osterzeit (C)
- Brot und Wein. Neue Bestimmungen zur Materie der Eucharistie
gd Auf zwei Minuten
In gd kann aufgrund des beschränkten Raumes vieles nur verkürzt wiedergegeben werden. So fehlen auch von dem Vortrag von Bischof Kapellari in Passau in diesem Heft jene zwei Drittel, die dem abgedruckten Teil vorangingen. Darin spricht der Bischof vom Gestaltverlust der Liturgie in den letzten vier Jahrzehnten. Er erinnert an die großen Kritiker der Liturgiereform, die aus ganz unterschiedlichen Richtungen zu ihrem Urteil kamen, angefangen von Erzbischof Marcel Lefebvre über die intellektuell hochrangigen Vertreter des literarischen „renouveau catholique“ wie Graham Greene und Gertrud von LeFort bis hin zu dem Tiefenpsychologen und Soziologen Alfred Lorenzer mit seinem Buch „Das Konzil der Buchhalter“ von 1981 und schließlich in jüngerer Zeit Martin Mosebach. Sie alle nimmt der Bischof ernst, nüchtern und einer nostalgischen Verherrlichung vorkonziliarer Praxis wehrend. Aber er sagt auch:
„Diese vorkonzilare Liturgie war im Ganzen gesehen trotz ihrer Mängel ein Kunstwerk. Sie war schön durch die Sinnenhaftigkeit in Farbe, Musik, durch Weihrauch und auch durch die nur wenigen verständliche und daher als numinos empfundene lateinische Sprache. Diese Liturgie glich einer Kathedrale, der man im Laufe der Zeit eine Reihe von Einbauten und Anbauten zugefügt hatte und die dadurch ihre Durchsichtigkeit verloren, aber mystische Qualität oder wenigstens Heimeligkeit vermittelt hatte ... Dieser liturgische Kosmos war vielen eine kostbare Heimat. Das Konzil wollte nun der Liturgie ihre klare Architektur zurückgeben. Es wollte vom Baum dieser Liturgie Ranken abschneiden, den Glanz edler Einfachheit wieder zum Scheinen bringen und das Volk in das celebrare zurückholen. Dieses Werk der Reform geschah allerdings vor dem erschwerenden Hintergrund einer umfassenden Krise der Sprach- und Symbolfähigkeit des Menschen und war mit Problemen beladen, die man zumeist nur in Umrissen vorausgesehen hatte.“ Soweit der Hintergrund, von dem her der Bischof Richtungen angibt, in die heute zu denken und zu gehen wäre. Das Ernstnehmen derer, die nicht zufrieden sind mit der erneuerten Liturgie oder auch Unmut zeigen, ist ein wichtiger Schritt in eine gute Zukunft, meint
Ihr Eduard Nagel
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