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18. März 2004
- Leitartikel
- Auch die Toten haben eine Würde
- Ansätze für eine Bestattungskultur mit Zukunft
- (Birgit Hosselmann)
- Inhalt
- „Der Herr ist König auf immer und ewig“. Zum Kerygma der Exoduslesung im Kontext der Osternacht
- „Im Namen des Vaters“?
- Das Evangeliar beim Auszug mitnehmen?
- Osternacht bis Weisser Sonntag „Exodus-Feier“. Eine Alternative zu Pessachfeiern am Gründonnerstagabend
gd Auf zwei Minuten
„Da ist einmal die Kirche untertags zugesperrt, und schon steht man in der Zeitung!“ „Da sind einmal auf dem Altar die Blumen verwelkt, und schon heißt es, die Kirche mache einen ungepflegten Eindruck.“ „Da ist einmal die Lektorin nicht vorbereitet, und schon sagt einer, das Wort Gottes bedeute in dieser Gemeinde nichts!“ – Solche und ähnliche Sätze bekomme ich gelegentlich gesagt oder geschrieben, wenn sich jemand aus der Leserschaft in der Kritik als der wiederfindet, der offensichtlich oder auch nur vermeintlich gemeint war. Ich kann die Betreffenden gut verstehen, vor allem wenn der Fehler tatsächlich eine Ausnahme war. Auf der anderen Seite: gd übermittelt nur, wie etwas bei jemand ankommt, der über konkrete Hintergründe und sonstige Gepflogenheiten nichts weiß. Es geht also um das Bild, das die Kirche von sich selbst zeichnet. Natürlich wird für jene, die sonst immer Besseres erleben, ein einmaliger Fehler kein Problem und schnell vergessen sein. Für den jedoch, der sonst nie oder nur selten der Kirche begegnet, bleibt ein negatives Erlebnis als solches in Erinnerung.
Wer nur anlässlich einer Beerdigung in die Kirche kommt und dort einem seelenlos herunterzelebrierten Ritus begegnet, wird das für lange Zeit als Erfahrung von Kirche mit sich tragen. Wer zweimal hintereinander vor einer verschlossenen Kirchentüre steht – egal ob er zum Beten oder zur Besichtigung hineingehen möchte – hat den Eindruck einer abweisenden und keineswegs einladenden Kirche zu verkraften. Wir wissen alle um die menschliche Gebrechlichkeit, die nicht immer alles gut gelingen lässt, und jeder macht selbst Fehler genug, um anderen persönlich ihre Schwäche nachzusehen. Darum bedürfen wir alle aber auch der Kritik, damit wir als Verantwortliche unser Verhalten prüfen oder, wo wir gutwillig, aber gedankenlos zu Ärgernissen Anlass geben, merken, wie unser Tun eine ganz ungewollte Wirkung entfalten kann. Nehmen Sie also Kritik, durch die Sie sich getroffen fühlen, so wie sie gemeint ist – als Anregung oder Anstoß in dem gemeinsamen Bemühen um einen Gottesdienst, der den Menschen hilft und Gott zur Ehre gereicht.
Darum bittet als einer, dessen eigene Fehler schwarz auf weiß noch nach Jahren nachzulesen sind,
Ihr Eduard Nagel
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