  | |
16. September 2004
- Leitartikel
- Ein Dienst der Würde
- Überlegungen und Anregungen für Gottesdienste in Pflegeheimen
- (Hanns Sauter)
- Inhalt
- Ein Fest für Philipp Harnoncourt
- Julians Beerdigung. Nachdenkliches im Anschluss an eine Begräbnisfeier
- Franz Kohlschein 70 Jahre
- Silber- und Goldpaare. Segnungsgottesdienste als Möglichkeit einer begleitenden Ehepastoral
- 29.–30. Sonntag im Jahreskreis (C)
- Wie viel Strophen? Wie schön es ist, Lieder ganz zu singen
gd Auf zwei Minuten
„Himmlischer Vater, im Namen deines Sohnes haben wir unsere Anliegen vor dich getragen“ – mit diesen Worten beginnt der Priester den Abschluss des Fürbittgebetes. Nein und noch einmal nein, schellt es da in meinen Ohren, das haben wir gerade nicht! Die einzelnen Anliegen waren als Anrede an Christus formuliert („Schenke .. .“, „Gib . ..“) und auch der Ruf der Gemeinde war eine Akklamation an den Herrn gewesen (GL 358,3). Sie waren also nicht „vor dich (den Vater) getragen“ worden. Und schon gar nicht in Christi, seines Sohnes, Namen, sondern im höchst eigenen Namen zugunsten bestimmter Gruppen von Menschen. Immer wenn ich auf solche Ungenauigkeiten aufmerksam mache, bekomme ich gesagt, das sei doch nicht so schlimm, es wisse wohl jeder einigermaßen Gutwillige, was gemeint sei. Aber darum geht es gar nicht, abgesehen davon, dass tatsächlich auch der Gutwillige nicht leicht erkennt, was denn nun wirklich gemeint ist: Bitten wir tatsächlich im Namen des Sohnes Gottes zu seinem Vater? Ist nicht vielmehr er derjenige, der unsere Bitten vor den Vater trägt, wie das alte „durch Christus, unseren Herrn“ vermuten lässt?
Und wie würde ein menschlicher Empfänger einer solchen unklaren Rede reagieren? Etwa wenn der Pfarrer den begüterten Sohn eines nicht weniger begüterten Vaters um eine größere Spende für die neue Orgel bäte und anschließend dem Vater einfach sagen würde: „Im Namen Ihres Sohnes bitte ich Sie um eine würdige Summe“? Würde nicht der Vater möglicherweise antworten: „Ich wusste gar nicht, dass mein Sohn es nötig hat, andere in seinem Namen mich um etwas bitten zu lassen und dass er eine Orgel will, ist mir auch neu.“ Es wäre keine besonders glückliche Empfehlung eines Anliegens, wenn man es so wirr vorbrächte. Wer eine wichtige Bitte hat, überlegt sich ganz genau, wie er sein Anliegen am besten vorträgt. Ist das, wenn man im Namen einer Gemeinde von Hunderten von Menschen spricht, nicht auch angebracht? Ist es nicht ein Zeichen von Hochachtung vor dem Angesprochenen, wenn man die Worte sorgfältig wählt? Und auch von Achtung vor der Würde jener Menschen, in deren Namen man spricht und die dazu ihr „Amen“ sagen können sollen, fragt
Ihr Eduard Nagel
Inhalt Archiv Themen Profil Bezug Kontakt zur Redaktion
Druckversion dieser Seite © 2004-12 by Deutsches Liturgisches Institut
[Home]
[Das Institut]
[Die Bibliothek]
[Informationen]
[Projekte]
[Publikationen]
[Kontakte][Suchen & Finden]
[Impressum]
|
|