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4. September 2003
- Leitartikel
- Im Umbruch
- Staatliche Gesetzgebung und kirchliches Handeln im Bereich Bestattungskultur
- (Klemens Richter)
- Inhalt
- Neuer Sekretär der Gottesdienst-Kongregation
- Drittes Kirchentanzfestival
- Kirchennutzung durch Muslime?
- Ein Rosenkranzweg. Die Simpiler Rosenkranz-Stationen
- Neues alt-katholisches Gesangbuch
- Vertiefung – Heilung – Erneuerung. Regelmäßige Segnungsgottesdienste im Dom zu Innsbruck
- 27. bis 28. Sonntag im Jahreskreis (B)
gd Auf zwei Minuten
Vor Jahren berichtete in gd eine Frau, wie in ihrer Gemeinde eine Gruppe von Frauen an Werktagen mit großem Ernst und mit Freude den Ministrantendienst versieht. Daran muss ich immer wieder denken, wenn auf einem Altar schon zu Beginn der Messfeier die Kännchen stehen und wenn der Priester beim Lavabo zuerst mit der einen Hand und dann mit der anderen ein paar Tropfen Wasser über die ersten zwei Finger der jeweils anderen Hand gießt. Unwillkürlich fragt man sich da: Ist denn unter den zwanzig oder dreißig Mitfeiernden niemand, der die Aufgabe übernehmen könnte, die Gaben von Brot und Wein und die notwendigen Geräte bei der Gabenbereitung herbeizubringen und das, was anschließend nicht mehr gebraucht wird, auch wieder wegzutragen? Geht man von der Mahlgestalt der Eucharistiefeier aus, erinnern die Kännchen, die von Anfang bis zum Ende der Feier auf dem Altar stehen, an ein Festmahl, bei dem schon wenn die Gäste eintreffen alles auf dem gedeckten Tisch bereit steht, und auch die leeren Schüsseln und die gebrauchten Teller darauf stehen bleiben bis zum Schluss. Es ist also zunächst eine Frage der Ästhetik, die, da es um das Heiligste geht, keineswegs nebensächlich ist. Es ist aber nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch des Verständnisses von Priester und Gemeinde und wenngleich „tätige Teilnahme“ zuerst und vor allem die aktive Teilnahme mit dem Herzen meint, so kommt in einer Aufteilung der Dienste doch zum Ausdruck, ob hier der Priester allein für alle handelt oder ob die Feier als gemeinschaftliches Tun begriffen wird. Ganz besonders deutlich wird dieses Verständnis auch darin, ob es beim Vortrag der Lesung und des Psalms eine Rollenverteilung gibt. In der Aufteilung dieser Rollen kommt zum Tragen, dass alle Getauften füreinander Zeugen des Wortes Gottes sind. Und wenn dann die Fürbitten nicht vom Priester allein gesprochen werden, sondern von anderen Mitfeiernden, findet das Einstehen aller Getauften vor Gott füreinander und für andere seinen Ausdruck. Tatsächlich wird, wer Erwachsene um ganz einfache liturgische Dienste bittet, immer wieder feststellen, dass die Angesprochenen das als Ehre empfinden und mit großem Ernst ausführen, weiß
Ihr Eduard Nagel
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