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24. Juli 2003
- Leitartikel
- Mystagogie als Schlüssel
- Orientierungsrahmen für die Sakramentenpastoral im Bistum Hildesheim
- (Iris Maria Blecker)
- Inhalt
- Jubiläum der Liturgiekonstitution mit Kardinal Ratzinger
- Zwei Tagungen
- Warnung vor „freien Theologen“
- Stundengebet im Internet
- Gedanken zu Erlebnissen bei Begräbnisgottesdiensten
- Ein Pfarrer schreibt in Sachen „Kinderbrot“ an die Gemeinde
- Erlahmt die geistige Kraft der Liturgie?
- Menschen mit Behinderung in Gemeinde und Liturgie
- „Mystagogie“
- Eine neue Gestalt für die „Ewige Anbetung“ in einer Innenstadt-Pfarrei
- Statut einer diözesanen Liturgiekommission
- „Erhebet euch!“ Körperhaltung und Struktur der Eucharistiefeier
- „Dein ist die Herrlichkeit.“ Zehntes interdisziplinäres ökumenisches Seminar zum Kirchenlied
- Tägliches Morgenlob in der Kirche aus privater Initiative
- Mariä Himmelfahrt bis Kreuzerhöhung
- Konservenmusik in Kirchen?
- Liturgie und Leben. Integration besonderer Anliegen in den Sonntagsgottesdienst
gd Auf zwei Minuten
Manchmal liegt etwas einfach in der Luft. Auf liturgischem Gebiet scheint das derzeit die Tagzeitenfeier, das Stundengebet in der Gemeinde zu sein. In gd 13/03 plädierte ein Religionslehrer, Mitte Dreißig, dafür, zu einer für Eltern kleinerer Kinder geeigneten Zeit von der Gemeinde her regelmäßig ein einfaches Abendlob anzubieten.
In diesem Heft berichtet ein Theologiestudent, ebenfalls Familienvater, wie er in eigener Initiative mit einem gesungenen Morgenlob angefangen und dazu weitere Teilnehmende gefunden hat. Auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin erwiesen sich Stundengebetsfeiern – streng nach einer bestimmten Ordnung oder auch ganz frei gestaltet und mit ganz unterschiedlichen Titeln bezeichnet – als Gottesdienstform, die „Publikum“ anzieht und völlig unproblematisch ein ökumenisches Miteinander-Feiern ermöglicht. Im Bereich von Tagzeitenfeiern könnte heute etwas wie eine neue liturgische Bewegung entstehen.
Nach der Erneuerung der liturgischen Bücher, nach einer Konzentration auf Messfeiern und einer, zählt man die dazu erschienenen „Werkbücher“ und Materialsammlungen, schier unerschöpflich scheinenden und doch endlos sich wiederholenden „Kreativität“ in Bezug auf Texte und „Zeichen“ wird der Ruf lauter nach etwas anderem: nach mehr Ruhe, nach Gebet, nach Innerlichkeit, nach festen Bräuchen, die dem einzelnen helfen, ein geregeltes geistliches Leben zu führen – zaghaft oft noch, auch ratlos, wie das alles nun anzugehen sei, da und dort aber auch schon begonnen und getragen von Einzelnen, die sich einfach ein Herz fassen und nun, allein oder mit wenigen gleich Gesinnten, in der Kirche zu bestimmten Zeiten beten oder singen. Mancherorts haben treue Frauen über die letzten Jahrzehnte hinweg noch an ihrem regelmäßigen gemeinsamen Rosenkranz festgehalten und finden jetzt Bestätigung, wenn heute andere zu ihnen stoßen oder zu einer anderen Zeit und in einer anderen Form – etwa mit Psalm, Schriftlesung und fürbittendem Gebet – im Grunde Ähnliches beginnen.
Kirchen werden – kurz vor Schließung wegen mangelnden Besuchs – wiederentdeckt als Orte des Gebets und der Gemeinschaft derer, die ihre Hoffnung auf den gleichen Gott gründen, freut sich
Ihr Eduard Nagel
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