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16. Januar 2017


Leitartikel

Scheidungsrituale
Ein Element auch für die katholische Ehepastoral?
Pfr. Dr. Andrea Marco Bianca, Reformierte Kirche Küsnacht, Kanton Zürich



Inhalt

  • Römischer Ritus im Prisma des Anglikanismus. Ein neues Messbuch bringt anglikanisch geprägtes Erbe in die Katholische Kirche
  • Erwartungsvolle Freude. Zur Präfation für die Fastenzeit I im Messbuch
  • 5. Sonntag bis 6. im Jahreskreis (A
  • Christliche Flüchtlinge willkommen heißen



  • gd EDITORIAL

    Liebe Leserinnen und Leser,
    allein für das Jahr 2015 verzeichnet das deutsche Statistische Bundesamt genau 163 335 Ehescheidungen – eine beachtliche Zahl, die höchstwahrscheinlich nicht wenige Katholikinnen und Katholiken umfasst. Das am 8. April 2016 der Öffentlichkeit vorgestellte Schreiben Amoris Laetitia trägt der Entwicklung insoweit Rechnung, dass es zur kirchlichen Solidarität und pastoralen Begleitung der von Scheidung und Trennung Betroffenen aufruft. Können und sollen auch gottesdienstliche Scheidungsrituale Bestandteil der Ehepastoral sein? Für den Autor des Leitartikels in dieser Ausgabe unserer Zeitschrift besteht daran keinen Zweifel, denn der Bedarf nach einem solchen übergangsritus ist vorhanden. Für die Jahre 1962 bis 2012 sind rund 300 Modelle für Scheidungsrituale nachweisbar, die hauptsächlich im angelsächsischen und deutschsprachigen Raum in unterschiedlichen religiösen (auch kirchlichen) und säkularen Kontexten Anwendung gefunden haben und noch finden. Für die Pastoral der katholischen Kirche sind schon aus sakramententheologischen und kirchenrechtlichen Gründen die Hürden ungleich höher, dem Scheitern einer Ehe einen rituellgottesdienstlichen Rahmen zu geben. Gerade hier haftet der Scheidung – die gemäß katholischem Eherecht nur in eng begrenzten Fällen möglich ist – noch immer der Hauch des persönlichen schuld- und schambehafteten Scheiterns an. Daneben schwingt immer auch die Angst mit, dass das rituelle Begehen einer Trennung den Wert des Sakraments der Ehe selbst beschädigen könnte. Ich würde mich freuen, wenn in dieser Zeitschrift ein Raum der Diskussion eröffnet werden könnte.
    Ihr Manuel Uder


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