vorhergehende Seiten�hste Seite
Home
Das
Die
Informationen
Projekte
Publikationen
Kontakte
Suchen
Impressum
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
border=0
vorhergehende Seiten�hste Seite

 Zur Übersicht
 Seite als Druckdatei (Pdf)

Der Römische Ritus im Missale von 1962 und
im Missale von 1970/Messbuch 1975


"Bei den Vorschriften zur Neubearbeitung der Messordnung hat das Zweite Vatikanische Konzil unter anderem bestimmt, einige Riten sollten nach der ehrwürdigen Norm der Väter wiederhergestellt werden. Es sind dieselben Worte, die der heilige Pius V. in seiner Apostolischen Konstitution ‚Quo primum' gebraucht hat, mit der im Jahre 1570 das Tridentinische Messbuch veröffentlicht wurde. Die Übereinstimmung der zitierten Worte weist bereits darauf hin, wie beide römischen Messbücher trotz eines Zeitabstandes von vier Jahrhunderten gleiche Überlieferung wahren wollen. Betrachtet man den Inhalt dieser Überlieferung, so erkennt man auch, wie das alte Messbuch durch das neue vorteilhaft verbessert wird."
Mit diesen Worten charakterisiert die Allgemeine Einführung in das Messbuch (AEM), Vorwort 6, die Grundlinie der Erneuerung des Missale: Es geht, ebenso wie nach dem Konzil von Trient, um die Wiederherstellung der "Riten nach der ehrwürdigen Norm der Väter", also um die Fortschreibung des einen Römischen Ritus, wobei sich aufgrund der veränderten Quellenlage und der aktuellen Situation der Kirche notwendigerweise Unterschiede ergeben.

Der Römische Ritus
im Missale von 1962


Der Römische Ritus
im Missale von 1970/Messbuch 1975

Aufbau der Messfeier:
Vorbereitungsgebet
Vormesse
Opfermesse
Entlassung


Eröffnung
Wortgottesdienst
Eucharistiefeier
Entlassung

Formen der Messfeier:

Missa lecta ("gelesene Messe", "Stille Messe"): Grundform, bei der der Priester alle Texte leise spricht und lediglich die Antworten auf seine Zurufe an die Gemeinde von einem oder mehreren Ministranten gegeben werden. Seit 1962 kann der Priester die Zurufe auch laut an die Gemeinde richten und sie kann selbst die Antwort geben.
Die Gemeinde nimmt auf unterschiedliche Weise teil:
- schweigend und in privater Andacht: in persönlichem Gebet oder durch Lesen einer Messandacht oder von anderen Andachten oder durch Rosenkranzgebet; durch Mitlesen der Priestertexte aus einem Volksmessbuch;
- in der "Betmesse" werden bestimmte Priestertexte von einem "Vorbeter" und/oder von der Gemeinde laut auf Deutsch gesprochen, während sie der Priester leise lateinisch betet;
- in der "Singmesse" singt das Volk zu den einzelnen Teilen der Messe passende Lieder (z. T. Paraphrasen der Priestertexte), während der Priester diese Teile leise betet; bekannteste Beispiele sind die so genannte "Schubertmesse" und die "Haydnmesse", die z. T. bis heute in Gebrauch sind; in einer anderen Form von "Singmesse" werden Lieder, die sich an der jeweiligen Kirchenjahrszeit orientieren, über die Messe hin gesungen;
- in der "Gemeinschaftsmesse" geschehen die Dialoge des Priesters mit der Gemeinde laut in lateinischer Sprache; andere Priestertexte werden von einem "Vorbeter" aus einem Volksmessbuch vorgetragen und die Schriftlesungen von eigenen "Lektoren" vorgelesen; an entsprechenden Stellen werden passende Gesänge eingefügt (darum auch "Bet-Sing-Messe" genannt);
- durch die "Hochamtsregel" wird festgelegt, welche Texte in der Gemeinschaftsmesse laut vorgetragen werden.

Missa in cantu ("Messe in Gesang", "Hochamt"): Festliche Form, bei der der Priester die Zurufe an die Gemeinde, die Amtsgebete mit Ausnahme des Kanon und die Schriftlesungen singt und eine Schola oder ein Chor, gegebenenfalls zusammen mit der Gemeinde, die Zurufe beantwortet sowie die lateinischen Gesänge in gregorianischem Choral oder in Form mehrstimmiger Kompositionen singt. Die von Schola oder Chor gesungenen Teile betet der Priester synchron leise.
Weitere Gebete - etwa die zur "Opferung" oder die zur Vorbereitung der Kommunion, die vor allem der persönlichen Frömmigkeit des Priesters dienen - betet er immer leise.
Eine Sonderform des Hochamtes ist das "levitierte Hochamt", bei dem ein Diakon und ein Subdiakon dem Priester assistieren. Da diese beiden Weihestufen de facto fast nur noch als Vorstufe zur Priesterweihe existieren, üben diese Assistenzfunktionen in der Regel Priester aus, die dabei die für den betreffenden Dienst vorgesehenen Gewänder tragen.

Der Platz des Priesters ist während der ganzen Messfeier am Altar; lediglich im levitierten Hochamt gehen Priester und Assistenz bei lange dauernden mehrstimmig vom Chor gesungenen Ordinariumsgesängen zu den Sedilien, nachdem der Priester diese Gesänge am Altar leise gebetet hat.


Messfeier mit Gemeinde: Grundform, bei der gemäß der  Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils "jeder, sei er Liturge oder Gläubiger, in der Ausübung seiner Aufgabe, nur das und all das tun (soll), was ihm aus der Natur der Sache und gemäß den liturgischen Regeln zukommt" (Artikel 28). Dementsprechend heißt es in der  Allgemeinen Einführung in das Messbuch (AEM): "Es ist von größter Bedeutung, die Feier der Messe so zu ordnen, dass alle Teilnehmer - die Gläubigen wie auch jene, die einen besonderen Dienst versehen - entsprechend ihrer Stellung mitwirken… Durch die Mitfeier und tätige Teilnahme der Gläubigen wird deutlich erkennbar, dass die Feier ihrem Wesen nach ein Handeln der Kirche ist…" (AEM, Nr. 2 und 4)

Der Ritus ist daher so geordnet, dass es keine Verdoppelungen oder Parallelhandlungen von Priester und Gemeinde gibt. Auch was ein Laie oder die ganze Gemeinde tut, ist "gültig".
Neben dem Priester gibt es weitere eigenständige liturgische Dienste: Diakon, Akolyth, Lektor, Kantor, Kommentator, Kommunionhelfer, Ministrant.

Damit alle "bewusst, tätig und mit geistlichem Gewinn" (Liturgiekonstitution, Art. 11) teilnehmen können, wird die Liturgie in der Regel in der Volkssprache gefeiert. Damit ist jedoch keineswegs der Gebrauch der lateinischen Sprache ausgeschlossen. Das deutsche Messbuch enthält - weltweit einzigartig - die Texte für alle Sonntage und Hochfeste des Kirchenjahres sowie für eine Reihe von Heiligenfesten und weitere Messformulare in lateinischer Sprache.
Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Gestaltung, um auf die versammelte Gemeinde und den jeweiligen Anlass einzugehen.

Messbuch und Mess-Lektionar enthalten einen gegenüber dem Missale von 1962 wesentlich erweiterten  Schatz an Texten und bieten vielfältige Auswahlmöglichkeiten.

Die großen Teile der Feier erhalten je einen eigenen Ort: Das Wort Gottes wird vom Ambo aus verkündet, der eucharistische Teil hat seinen Ort am Altar. Der Priester hat als Vorsteher der liturgischen Versammlung seinen Platz an einem eigenen Sitz, soweit seine Funktion nicht am Altar oder am Ambo erforderlich ist.
Weil der Priester nicht nur im Namen der Gemeinde, sondern auch "in der Person Christi" ihr gegenüber handelt und weil Christus in den Gestalten von Brot und Wein auf dem Altar die eigentliche Mitte der Feier ist, wird die Eucharistie in der Regel "versus populum" gefeiert, indem der Priester dem Volk zugewandt am Altar steht.

Messfeier in Konzelebration:
"Besondere Wertschätzung verdient die Konzelebration von Priestern einer Diözese mit ihrem Bischof … Bei diesen Feiern tritt das besondere Merkmal jeder Konzelebration, Zeichen der Einheit des Priestertums und der Kirche zu sein, deutlicher in Erscheinung." (AEM 157)

Messfeier, bei der nur ein Ministrant assistiert:
Messfeier eines Priesters, dem nur ein Altardiener assistiert und antwortet. Diese Messe wird im Allgemeinen gefeiert wie eine Messe mit Gemeinde; der Altardiener übernimmt nach Möglichkeit die Texte, die der Gemeinde zukommen. Wenn aus einem gerechten und vernünftigen Grund die Messe ohne einen Gläubigen gefeiert werden muss, entfallen die Grußworte und der Segen am Schluss.

Unterschiede bei einzelnen Elementen (Auswahl):

Vorbereitungsgebet
Der Priester betet im Wechsel mit den Ministranten an den Stufen zum Altar das "Stufengebet" oder "Staffelgebet": Teile aus Psalm 42 (43), ein Schuldbekenntnis und die Bitte um Vergebung vor dem Eintreten in die eigentliche heilige Feier ("Vorbereitungsgebet").

Vormesse: Gebetsgottesdienst/Lesegottesdienst
An das Vorbereitungsgebet schließen sich Introitus (Eröffnungsvers), Kyrie und Gloria sowie - nachdem der Priester, der Gemeinde zugewandt, ihr (meist leise) zugerufen hat: "Dominus vobiscum" - das Tagesgebet als Priestergebete an. Zum Eröffnungsvers und zum Tagesgebet geht der Priester an die rechte Seite des Altars.
Eröffnung:
Die Feier beginnt mit dem Einzug, der das Sich-Versammeln abschließt; und mit dem Gesang zur Eröffnung. Es folgen die Worte "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" sowie ein Gruß des Vorstehers an die Gemeinde. Ein "Bußakt", der unter Umständen auch entfallen kann, soll die angemessene Einstellung der ganzen Feiergemeinde sichern. Im Mittelpunkt der Eröffnung steht die Anrufung Christi und der Lobpreis des dreifaltigen Gottes als des eigentlichen Gastgebers dieser Versammlung.

Zur ersten Lesung geht der Priester wieder an die rechte Seite des Altars und liest dort den Text. Nach dem von ihm leise gebeteten "Graduale" - ursprünglich ein Gesang - wechselt er zum Evangelium auf die linke Seite und wendet sich zum Lesen schräg nach außen.

Die Leseordnung der Sonntage und Werktage umfasst nur einen sehr geringen Teil der Heiligen Schrift und nur wenige Texte aus dem Alten Testament. Wegen der großen Zahl von Heiligenfeiern wiederholen sich bestimmte Texte häufig.

Die Predigt ist nicht Teil der Liturgie selbst, sondern ein in sie eingeschobenes Element.
Wortgottesdienst/Leseordnung:
Die erste - und an Sonntagen und Hochfesten auch die zweite - Lesung wird von einem Lektor/einer Lektorin vom Ambo aus vorgetragen; die Gemeinde und der Priester hören zu.
Antwortpsalm und Halleluja werden von einem Psalmist bzw. Kantor/einer Kantorin im Wechsel mit der Gemeinde gesungen

Die auf drei Jahre ausgelegte Leseordnung für die Sonntage umfasst einen Großteil des Neuen Testaments und eine große, auf das jeweilige Evangelium abgestimmte Auswahl aus dem Alten Testament; an den Wochentagen gilt eine zweijährige Leseordnung, die einen noch größeren Teil der gesamten Heiligen Schrift umfasst.

Die Homilie (Predigt/Auslegung der Schrifttexte) ist Teil der Liturgie und an den Sonntagen verpflichtend vorgeschrieben.

Den Abschluss des Wortgottesdienstes bilden die Fürbitten: "In den Fürbitten übt die Gemeinde durch ihr Beten für alle Menschen ihr priesterliches Amt aus. Dieses Gebet gehört für gewöhnlich zu jeder mit einer Gemeinde gefeierten Messe." (AEM 45)

Opfermesse
In Übersichten über den Aufbau der Messfeier wird die "Opfermesse" eingeteilt in drei "Hauptteile: Opfervorbereitung (Opferung), Opferhandlung (Wandlung) und Opfermahl (Kommunion).

Eucharistiefeier
Das Messbuch 1975 unterscheidet im eucharistischen Teil Gabenbereitung, Eucharistisches Hochgebet und Kommunion.

"Opferung":
Die Erhebung von Brot und Wein bis in Brusthöhe und die begleitenden Gebete sprechen bereits an dieser Stelle deutlich vom Opfer ("nimm diese makellose Opfergabe gnädig an").

Gabenbereitung:
Gestik und Texte deuten die Handlung als Vorbereitung, aber noch nicht als Opfer. Dieses Wort kommt an dieser Stelle nur prospektiv im Blick auf das folgende Geschehen vor.

Opferhandlung (Wandlung):
Nach Präfation und Sanctus, die im Hochamt gesungen werden können, betet der Priester den Kanon leise. Seine begleitenden Gesten - u. a. 20 Kreuzzeichen über die eucharistischen Gaben - bleiben den Gläubigen verborgen. Für sie sichtbar ist vor allem die Elevation - die hohe Erhebung der gewandelten Gaben, auf die auch durch Schellen aufmerksam gemacht und die unterstrichen wird durch eine tiefe Verbeugung über den Gaben beim Sprechen der Einsetzungsworte und durch vier Kniebeugen des Priesters.
Üblicherweise bekreuzigen sich dabei die Gläubigen; sehr verbreitet sind auch feste Gebete, die im Herzen gebetet werden (z. B. "Jesus, dir leb ich, Jesus, dir sterb ich, Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod" usw.)
Eucharistisches Hochgebet:
Das Eucharistische Hochgebet, zu dem auch Eröffnungsdialog, Präfation und Sanctus gehören - also Elemente, die vom Priester und den Gläubigen im Dialog bzw. gemeinsam vollzogen werden - und für das zusätzlich zu dem altehrwürdigen Römischen Kanon eine Reihe von Alternativtexten offiziell zugelassen sind, spricht der Priester laut "im Namen des ganzen heiligen Volkes und aller Anwesenden" (AEM 10).
Die Einsetzungsworte werden durch ein Zeigen der Gestalten von Brot und Wein und durch je eine Kniebeuge hervorgehoben. An sie schließt sich auf den Zuruf des Priesters "Geheimnis des Glaubens" eine Akklamation der Gemeinde an.
Immer stimmt die Gemeinde mit dem abschließenden Amen in den Lobpreis ein und macht ihn sich zu Eigen.

Opfermahl
Zunächst kommuniziert der Priester unter beiden Gestalten. Danach zeigt er den Gläubigen eine kleine Hostie und spricht die Einladung: "Seht das Lamm Gottes, …"
(Bis zur Missale-Reform von 1962 wurde für die Kommunion der Gläubigen an dieser Stelle der Ritus der Kommunionspendung außerhalb der Messfeier verwendet, d. h. vor dem "Ecce Agnus Dei …" beteten die Ministranten noch einmal wie bereits im Stufengebet das Confiteor und der Priester sprach die allgemeine Absolutionsformel.)
De facto wurde bis zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils in vielen Messfeiern (Hochamt, Begräbnis- und Trauungsmesse, …) den Gläubigen die Kommunion nicht ausgeteilt; die Austeilung erfolgte dann - wenn überhaupt - nach der Messfeier oder auch vorher in dem entsprechenden Ritus.
Kommunion
Die Kommunion des Priesters und der Gläubigen wird eingeleitet durch die Einladung des Priesters: "Seht das Lamm Gottes, …" Gemeinsam sprechen er und die Gläubigen: "Herr, ich bin nicht würdig, …", danach kommunizieren zunächst der Priester und dann die Gläubigen.
Die Kommunion der Gläubigen stellt sich rituell als Normalfall der Teilnahme an der Eucharistiefeier dar.
Für die Kommunionspendung ist inzwischen neben der traditionellen Form, bei der den Gläubigen die Kommunion in den Mund gereicht wird, die bis ins 9. Jahrhundert übliche so genannte Handkommunion wieder zugelassen, bei der die Gläubigen die Hostie auf die Hand empfangen und dann selbst zum Mund führen.
Zugleich wird es üblich, die Kommunion nicht nur kniend, sondern auch im Stehen zu empfangen.
Mit der Erneuerung des Ritus wird auch die Kommunion unter beiden Gestalten zunächst für bestimmte Gruppen und Anlässe erlaubt. Diese Erlaubnisse werden ausgeweitet bis zum heutigen Stand, nach dem jeder Bischof überall dort diese Vollform zulassen kann, wo die Gefahr der Verunehrung ausgeschlossen ist.

Entlassung:
Die Entlassung geschieht durch den liturgischen Gruß: "Dominus vobiscum. - Et cum spiritu tuo", den Ruf "Ite, missa est", an den sich der Segen und das "Schlussevangelium anschließen (meistens der Prolog des Johannesevangeliums Joh 1,1-14), dessen Lesen als eine Art Segen gilt.
Entlassung:
Vor der Entlassung können kurze Verlautbarungen bekannt gegeben werden.
Die Entlassung besteht aus dem Gruß: "Der Herr sei mit euch", dem Segen und dem Ruf: "Gehet hin in Frieden!"





Druckversion dieser Seite
© 2004-16 by Deutsches Liturgisches Institut


[Home] [Das Institut] [Die Bibliothek] [Informationen]
[Projekte] [Publikationen] [Kontakte][Suchen & Finden] [Impressum]