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UMKEHR UND VERSÖHNUNG ALS »RÜCKKEHR ZUR TAUFE«

»Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium«, dieses aus Mk 1,15 entnommene Wort Jesu steht sicher mit Bedacht an erster Stelle der beiden vorgesehenen Begleitworte zur Austeilung der Asche am Beginn der Quadragesima. Es kennzeichnet nicht nur die beginnende Österliche Bußzeit als eine Intensivzeit des Glaubens, in der Umkehr und Buße als ein Weg der Erneuerung der Taufgnade zu verstehen ist. Sein Sinn greift aber weiter, denn die Aufforderung des Herrn, umzukehren und an das Evangelium zu glauben, muss doch wohl als ein programmatisches Wort gelesen werden, da Umkehr und Versöhnung als Rückkehr zur Taufe eine Lebensaufgabe der einzelnen Christen wie der Kirche als ganzer bleibt. Gleichwohl ist nicht zu übersehen, dass vor allem die Formen der sakramentalen Buße in eine tiefe Krise geraten sind. Aber auch andere Weisen gottesdienstlicher Versöhnung scheinen vielerorts doch eher eine marginale Rolle zu spielen. Angesichts der hohen Bedeutung von Umkehr und Versöhnung für das christliche Leben ist deshalb die Sorge nur zu berechtigt, dass diese Grundhaltung mehr und mehr zurücktritt und verloren zu gehen droht. So haben etwa die deutschen Bischöfe vor knapp zehn Jahren in ihren Orientierungen zur Bußpastoral eine Wieder- und Neubesinnung auf die zentralen Werte der Umkehr, Buße und Versöhnung angeregt und eine erneuerte Praxis von Umkehr und Versöhnung in den Pfarrgemeinden gefordert.1
Auf diesem Hintergrund versucht der Autor des ersten Beitrags im neuen Jahrgang des Liturgischen Jahrbuchs, PD Dr. Martin Stufl esser, z. Zt. Gastdozent in den USA, aus liturgiewissenschaftlicher Sicht hilfreiche Perspektiven zu entwickeln, damit die Feier der Buße nicht ein »vergessenes Sakrament « bleibt. Ausgehend von einer knappen historischen Skizze zur Entstehung des nachkonziliaren Ordo Paenitentiae geht er mit seinen liturgietheologischen Fragen u.a. dem Problem der gemeinschaftlich-ekklesialen Dimension der Versöhnung nach und stößt dabei auf die Beziehung von Taufe und Bußsakrament. Aus der Sicht, die Feier der Versöhnung als »Rückkehr zur Taufe« zu begreifen, entwickelt Stufl esser einige bedenkenswerte liturgiepastorale Überlegungen, die die sakramentalen wie die nicht-sakramentalen Formen der Umkehr und Versöhnung betreffen. Ähnlich hatten bereits die deutschen Bischöfe in ihrem besagten Pastoralschreiben vom »Sakrament der Wiederversöhnung als Rückkehr in die Taufberufung« gesprochen und entsprechende Differenzierungen hinsichtlich der Formen der Versöhnung in Erinnerung gerufen.2 Vor allem ist aber unserem Autor in seiner Forderung zuzustimmen, die Relevanz der Taufe im Leben der Kirche deutlicher und akzentuierter in Theologie und gottesdienstlicher Praxis sichtbar zu machen. Die Konsequenzen für das sakramentliche Leben lägen auf der Hand. Dann wäre es Auftrag und Aufgabe der liturgischen Feiern der Versöhnung, so Stufl esser, »die Taufumkehr immer wieder neu ins Gedächtnis zu rufen und den Vergebungswillen Gottes in der Liturgie in vielfältigen Formen feiernd zu begehen.«3
Weil Umkehr und Versöhnung keine Randerscheinung im christlichen Leben sind, sondern fundamental zum Lebensprogramm von Christen in der Nachfolge Jesu gehören, wäre es wünschenswert, wenn Anstrengungen zur Wiedergewinnung dieser Dimension nicht zu kurz griffen und sich allein auf moralische Appelle und Pfl ege der überkommenen Formen beschränkten, sondern zu einer vertieften Neubesinnung auf die theologischen Wurzeln der Umkehr und Versöhnung in der Feier des Gottesdienstes beitragen könnten.

1 Vgl. Umkehr und Versöhnung im Leben der Kirche. Orientierungen zur Bußpastoral. 1. Oktober
1997 (Die deutschen Bischöfe 58).
2 Vgl. ebd., 50–52.
3 Vgl. den Beitrag von Martin Stufl esser in diesem Heft, 38.

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