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Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zu Fragen der Liturgie

Auszug aus dem Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, im Anschluss an die Frühjahrs-Vollversammlung
(Paderborn, 17. März 2011)



Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch

Vor zehn Jahren haben sich die Bischofskonferenzen Deutschlands und Österreichs darauf verständigt, in bewährter Weise gemeinsam ein neues Gebet- und Gesangbuch zu erarbeiten – als Nachfolger des Einheitsgesangbuchs Gotteslob, das inzwischen seit über 35 Jahren in Gebrauch ist. Zu diesem Zweck hat die Deutsche Bischofskonferenz im Herbst 2001 die Unterkommission „Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch“ (GGB) der Liturgiekommission errichtet. Den Vorsitz führt Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (Würzburg).

Die Aufgabe der Unterkommission ist es, einen „Stammteil“ zu erarbeiten, der allen Diözesen Deutschlands und Österreichs gemeinsam ist. Darüber hinaus fungiert die Unterkommission als Anlauf- und Koordinierungsstelle für die „Eigenteile“ der Diözesen, also für jene Anhänge, die den Stammteil um die jeweiligen regionalen Besonderheiten ergänzen. Ein Buch solchen Zuschnitts stellt hohe Anforderungen: Es soll sich für das Singen und Beten nicht nur einzelner Gruppen, sondern aller Katholiken in Deutschland und Österreich eignen. Es soll ein Buch sein, mit dessen Hilfe man die kirchliche Liturgie mitfeiern kann und das man auch zuhause in die Hand nehmen kann, um allein oder gemeinsam zu beten, nachzudenken und zu singen. Durchgängig hohe Qualität der Texte und Gesänge ist hier ohnehin selbstverständliche Voraussetzung. Von Anfang an war klar, dass sich die Auswahl der Inhalte nicht einfach am persönlichen Geschmack der beteiligten Bischöfe und Experten festmachen darf. So hat die Unterkommission im Jahr 2003 eine Erhebung zur Akzeptanz des bisherigen Gotteslob-Stammteils durchgeführt. Dazu sind insgesamt 4.500 Fragebögen an ausgewählte Pfarreien (ca. 15 Prozent) und kirchliche Einrichtungen, Verantwortliche der Kirchenmusik und Kirchenchöre, diözesane Kommissionen und Referate, Wissenschaftler und Ausbildungsstätten in Deutschland und Österreich versandt worden.

Im Frühjahr 2004 hat die Unterkommission ihre konkrete Arbeit am künftigen GGB bzw. Gotteslob – der vertraute Name bleibt erhalten – aufgenommen. Zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben wurden insgesamt zehn Arbeitsgruppen mit weit über 50 Mitarbeitern eingesetzt. Dabei handelt es sich um Experten aus Wissenschaft und Praxis, mit dem Schwerpunkt auf Theologie und Musik. Allein vier dieser Arbeitsgruppen befassen sich mit allem, was im künftigen Gotteslob mit Gesang zu tun hat: von Liedern über Gregorianik und Psalmgesang bis hin zum Orgelbuch und weiteren Instrumental-Materialien. Außerdem befassen sich drei Arbeitsgruppen mit der Auswahl und Erstellung geeigneter Texte: Gebete, Einführungen und Katechesen, geistliche Impulse. Weitere drei Arbeitsgruppen sind mit den liturgischen Teilen beschäftigt: der Heiligen Messe und der Feier der anderen Sakramente, dazu noch weiteren gottesdienstlichen Formen.

In der ersten Arbeitsphase sind etwa 2.800 Lieder, Melodien und Texte gesichtet worden. Über 2.090 kamen daraufhin in die engere Auswahl und wurden bis zu viermal abgestimmt, bis schließlich klar war, welches gute Drittel davon für den Stammteil des künftigen Gotteslobs infrage kommt. Da Lieder oft in unterschiedlichen Fassungen bekannt sind, wurde die Frage der generellen Aufnahme eines Liedes von der Frage nach einer bestimmten Textfassung getrennt – was auch für die Entscheidung bedeutsam ist, ob ein Lied in den Stammteil oder in die Diözesanteile Eingang finden soll. Um die mögliche Akzeptanz der bisherigen Arbeitsergebnisse zu ermitteln und weitere Impulse zu erhalten, ließ die Unterkommission zwischen Advent 2007 und Pfingsten 2008 eine Auswahl möglicher Inhalte des Gotteslobs in 186 Gemeinden erproben und bewerten.

Die Arbeiten sind noch nicht am Ende angelangt, aber sie sind weit fortgeschritten. Während der Vollversammlung hat uns Bischof Dr. Hofmann erstmals eine Zusammenstellung aller Gesänge für den Stammteil des künftigen Gotteslobs präsentiert. Nach einer Phase der Sichtung und Überarbeitung, die in den kommenden Monaten folgt, werden wir uns bei der nächsten Vollversammlung erneut mit den Gesängen des Stammteils beschäftigen. Was die Texte des Stammteils des Gotteslobs betrifft, so ist auch diese Arbeit sehr weit vorangekommen, sodass sie uns Bischöfen vermutlich ebenfalls im Herbst 2011 zur ersten Beratung vorliegen werden. Wir haben in dieser Vollversammlung für das neue Gotteslob eine wichtige Zwischenetappe erreicht. Es braucht aber noch umfangreiche Arbeiten, bis wir tatsächlich aus dem neuen Gotteslob beten und singen können.



Missale Romanum 2002: 3. Auflage des Messbuchs

Nachdem wir uns in der letzten Herbst-Vollversammlung mit dem Ordo Missae – einem zentralen Teil des Messbuchs – befasst haben, hat uns jetzt der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, als Präsident der zuständigen Bischöflichen Kommission Ecclesia celebrans und Vorsitzender der Liturgiekommission über den Fortgang der Arbeiten am Missale Romanum 2002 informiert. Für ihren aktuellen Übersetzungsentwurf des Messbuchs hat die Kommission seit vergangenem Herbst bei den Bischöfen im deutschen Sprachgebiet Anregungen und Vorschläge zur weiteren Bearbeitung eingeholt. Nun sollen im nächsten Schritt nochmals alle Texte dieses Entwurfs zusammenhängend geprüft werden. Ziel ist es, dass auch das künftige deutsche Messbuch eine Form erhält, die im Deutschen stilistisch ansprechend und für den liturgischen Gebrauch geeignet ist. Erst wenn diese Arbeiten zum Abschluss gebracht sind, werden wir – entsprechend der vatikanischen Instruktion Liturgiam authenticam – für sämtliche Teile des Messbuchs eine Gesamt-Approbation vornehmen. Dies betrifft auch die Texte, mit denen wir uns bereits in früheren Vollversammlungen beschäftigt haben („Grundordnung des Römischen Messbuchs“ und „Ordo Missae“).


 Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, im Anschluss an die Frühjahrs-Vollversammlung 2011 in Fulda


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