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Gestaltungswettbewerb
Einsendeschluss: 25. Juni 2010
Einbandgestaltung eines Evangelistars (Phase 1: Entwurf)
Kunstverein im Bistum Essen e. V.
in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Liturgischen Institut, Trier






ars liturgica – Wettbewerb 2010
Einbandgestaltung eines Evangelistars


Der Kunstverein im Bistum Essen e. V. lobt in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Liturgischen Institut, Trier, ab 2010 alle zwei Jahre einen künstlerischen Gestaltungswettbewerb unter dem Titel ars liturgica aus. 2010 wird die Einbandgestaltung eines Evangelistars ausgeschrieben:

Erwartet werden zeitgenössische Gestaltungslösungen für den Einband eines Evangelistars für den liturgischen Gebrauch der Pfarrei St. Johann, Duisburg-Hamborn. Neue Wahrnehmungs- und Herangehensweisen sind erwünscht.

Ausgelobt werden ein 1. Preis in Höhe von 5.000 Euro, ein 2. Preis in Höhe von 3.000 Euro und ein 3. Preis in Höhe von 1.000 Euro. Die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit wird angekauft.
Die von der Jury prämierten und gegebenenfalls zusätzlich ausgewählten Arbeiten werden ab dem 1. Adventssonntag (28. November 2010) in einer mehrwöchigen Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Zur Teilnahme eingeladen sind Buchgestalter/-innen, Kommunikationsdesigner/-innen, Künstler/-innen freier und angewandter Bereiche, Architekt/-inn/en aus dem In- und Ausland.

Der Wettbewerb gliedert sich in zwei Phasen:
Einsendeschluss Phase 1 - Offener Wettbewerb (Entwurf): 25. Juni 2010
Einsendeschluss Phase 2 - Geschlossener Wettbewerb (Realisierung): 27. August 2010



Veranstalter des Wettbewerbs ars liturgica
Kunstverein im Bistum Essen e. V.
in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Liturgischen Institut, Trier.

Projektleitung: P. Dr. Philipp Reichling OPraem



Ausschreibungsunterlagen können angefordert werden:

Domschatzkammer
Frau Anna Pawlik M. A.
Burgplatz 2
45127 Essen

 anna.pawlik@bistum-essen.de




  Domschatzkammer Essen
  Domschatzkammer, Mitarbeiter

  Kulturhauptstadt-Projekte 2010 im Bistum Essen
  Bistum Essen













Ausgangssituation
Das allgemeine ästhetische Niveau kirchlicher Kult- und Einrichtungsgegenstände sowie die Einrichtung und Pflege der kirchlichen Räume stellt sich oft als beklagenswert dar. Mit Teppichen und Topfblumen überfrachtete Chorräume, zugestellte Kappellen, Vasa sacra, deren Charakter als Objekt aus einer Massenproduktion zur Bedeutungslosigkeit verblassen und ikonographische Banalisierungen, die dem darzustellenden Inhalt kaum gerecht werden, machen es dem zeitgenössischen Betrachter schwer, hier einen Ausdruck hoher Frömmigkeitskultur zu sehen. Die offensichtliche künstlerische Ghettoisierung der Kirche seit der Säkularisation hat ihre Schatten bis in die Gegenwart geworfen, von mancher rühmlichen Ausnahme einmal abgesehen.
Seit etwa zehn Jahren vollzieht sich im Bistum Essen ein tiefgreifender Umstrukturierungsprozess, bei dem knapp 100 Kirchen einer neuen Bestimmung entgegensehen, die im Extremfall auch den Abriss bedeuten kann. Eine konsequente Inventarisierung ermöglicht einen realistischen Blick auf die vorhandenen Sakralgegenstände im weitesten Sinne, welche aufgrund der Kirchenumnutzungen auch zum Teil ungenutzt bleiben werden.
Die Frage sowohl nach dem ästhetischen Wert dieser Objekte als auch nach ihrer weiteren Verwendung hat einen neuen Blick und ein hohes Verantwortungsbewusstsein entstehen lassen, für den Umgang mit ihnen.
Gleichzeitig sind sich die Verantwortlichen im Bistum Essen darüber im Klaren, dass kirchliches Mäzenatentum und Auftragstätigkeit kein Geschehen vergangener Jahrhunderte ist, sondern auch heute noch eine Verantwortung darin besteht, zeitgenössische sakrale Objekte für den liturgischen Gebraucht auf höchstem künstlerischen Niveau zu fördern.
Auslöser, dieser Aufgabe zukünftig besondere Aufmerksamkeit zu schenken, bildete die Wahl zur Kulturhauptstadt Ruhr.2010, zu dessen Territorium das Bistum Essen fast zur Gänze zählt.

Idee
Neben verschiedenen Kulturhauptstadtprojekten lobt das Bistum Essen ab 2010 (Auftakt) alle zwei Jahre einen eingeschränkten Wettbewerb aus, der antizyklisch zum Schließen von Kirchen und dem Ausrangieren von Sakralgeräten, liturgischen Gewändern etc., einen Gegenstand aus diesem sakralen Bereich realisieren soll (klassische Kirchengeräte, Paramente, Altar, Ambo, Taufbrunnen, Hungertücher, Sedilien etc.).
In Absprache mit jeweils einer der 43 Pfarreien, die einen besonderen Wunsch für ein solches Objekt äußern kann, soll der realisierte erste Preis in der Gemeinde verbleiben, dort regelmäßig genutzt werden und durch spezielle Einführungen den Gemeindemitgliedern und durch entsprechende Publikationen den Menschen in und über die Region des Ruhrgebietes hinaus besonders erschlossen werden. Mittel- bis langfristiges Ziel ist es, durch dieses qualifizierte Verfahren das ästhetische Niveau und Bewusstsein in den Pfarrgemeinden des Bistums zu heben, aktiv den kirchlichen Kunststil mitzuprägen und eine qualitätsvollere Ausstattung der Kirchen durch die Gegenwartskunst exemplarisch vorzuführen.
Das Bistum Essen verspricht sich durch dieses auf Jahre hin geplante Projekt ein Kulturmotor trotz kirchlicher Krisenzeiten zu sein.

Relevanz und Zielsetzung
Das Ziel der Stilbildung und –prägung ist nicht isoliert zu betrachten als ein „Nachholbedarf“ der katholischen Kirche. Der Versuch zeitgenössische Kunst im religiösen Kontext zu etablieren, berührt nicht nur das Christentum, sondern hat analog eine Relevanz für die allgemeine Öffentlichkeit, sowohl anderer Religionen wie auch im gesellschaftspolitschen Bereich. Jede Form innovativer und zugleich funktionsbezogener Ästhetisierung, wie zum Beispiel die Kunst am Bau, folgt einem bildungspolitischen Anspruch. In diesem Kontext sieht sich das Projekt ars litugica europaweit einmalig aufgestellt, weil es durch seine Regelmäßigkeit eine nachhaltige Wirkung erzeugt.

Verantwortliche und ihre Partner
Die federführende Realisierung des Projektes ist in die Hand des Kunstvereins des Bistums Essen gelegt. Partner des Projektes ist das Deutsche Liturgische Institut, Trier.




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