  | | Missionarische Pastoral als Herausforderung in der Moderne
„Glaubensinformation ist und bleibt ein dringliches Desiderat“, stellte Bischof Wanke bei der Einweihung der Katholischen Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral fest. Er dankte für die bereits existierenden zahlreichen Bemühungen in den Diözesen zur Glaubensinformation und Glaubensbildung und für die bistumsübergreifenden Bildungsangebote aus Würzburg („Theologie im Fernkurs“ und Trier („Liturgie im Fernkurs“).
Am 15. Januar 2010 wurde die Katholischen Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral der Deutschen Bischofskonferenz in Erfurt eingeweiht. Bischof Dr. Joachim Wanke ging in seinem Vortrag auf die Situation von Kirche und Religion in unserer Gesellschaft ein und fragte nach den Konsequenzen für den Weg unserer Kirche. Dabei formulierte er drei Aufgaben, denen sich die Kirche verstärkt stellen muss:
(1) Wir brauchen eine Vertiefung und „Verheutigung“ unserer Gottesverkündigung. [...]
(2) Wichtige Orte kirchlich-missionarischer Präsenz werden auch künftig Diakonie-Orte sein. [...]
(3) Und schließlich brauchen wir mittelfristig, gerade angesichts des derzeitigen Streites um das Erbe des letzten Konzils eine Vertiefung der theologischen, liturgischen und spirituellen Kompetenz – beim Klerus und beim Gottesvolk. Wenn es zum Wesensvollzug der Kirche gehört, dass sie feiert, was sie bekennt, und dass sie betet, was sie glaubt, wird das Grundwasser einer soliden liturgischen Frömmigkeit und spirituellen Bildung an Bedeutung gewinnen. Glaubensinformation ist und bleibt ein dringliches Desiderat, und deshalb sei hier noch einmal dankbar an jene erinnert, die in den eingangs erwähnten Vorgänger-Arbeitsstellen in Hamm und Frankfurt a.M. sich lange solchen Aufgaben gewidmet haben. Sicher, es gibt viele vergleichbare Bemühungen in den Diözesen zur Glaubensinformation und Glaubensbildung, bistumsübergreifend etwa in Würzburg ‚Theologie im Fernkurs’ oder den ‚Fernkurs Liturgie’, den das Liturgische Institut in Trier anbietet. Auch an die on-line-Dienste mancher Diözesen sei hier erinnert.“
Eine Grundaufgabe von Kirche und ihrer Pastoral heute kennzeichnete Bischof Wanke mit dem Stichwort: „Anknüpfungsmöglichkeiten für das Evangelium erkunden.“ (Diesem Anliegen soll auch die soeben erschiene Handreichung der liturgischen Institute „Offene Türen: Feiern mit Menschen auf der Suche nach Gott“ dienen.)
Bischof Wanke verwies darauf, dass einige Beispiele für die Anknüpfung der christlichen Verkündigung an die Lebenssituation von Menschen im Bistum Erfurt entwickelt worden sind: „etwa Segnungsgottesdienste, die den Blick für das Geschenk von Freundschaft und Partnerschaft stärken, das nächtliche Weihnachtslob für Nichtchristen, die Feier der Lebenswende für junge, ungetaufte Menschen, das monatliche Totengedenken als Angebot für Bewohner der Stadt Erfurt, die ihre Angehörigen haben anonym bestatten lassen, die ‚Kosmas und Damian-Liturgie’ für Langzeitkranke und Behinderte, die trotz aller medizinischen Hilfe mit ihren Einschränkungen weiterleben müssen, oder seit drei Jahren die Aktion von Theologiestudenten für Besucher des Erfurter Weihnachtsmarktes ‚Folge dem Stern’, die ihnen den Sinn des Weihnachtsfestes erschließen wollen.“
Vortrag von Bischof Dr. Joachim Wanke. Dokumentiert bei www.dbk.de
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