  | | Erzbischof Piero Marini geht
Der Zeremoniar des Papstes, der bisherige Leiter des Büros für Liturgische Feiern mit dem Heiligen Vater, Erzbischof Piero Marini, wird das Amt des Präsidenten des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Kongresse übernehmen. Dies berichtet die italienische Tageszeitung IL GIORNALE.
Sein Nachfolger soll Monsignore Guido Marini, 46, werden. Er lehrt derzeit am Diözesanseminar von Genua Kirchenrecht und war bereits Sekretär der Kardinäle Canestri, Tettamanzi und Bertone sowie Zeremonienmeister des jetzigen Erzbischofs von Genua, Angelo Bagnasco.
Johannes Paul II. ernannte Marini am 24. Februar 1987 zum Zeremonienmeister für die Liturgischen Feiern des Papstes. Seitdem war Marini für die Organisation und den Ablauf jeder liturgischen Feier des Papstes zuständig.
Zum 40. Jahrestag der Liturgiekonstitution schrieb Erzbischof Piero Marini:
Die Verwirklichung der Liturgiereform des Konzils "ist ein ständig aktueller "Auftrag" für die liturgische Pastoral, der mit neuem Eifer übernommen wird wie derjenige des antiken Volkes Gottes in der Wüste des Auszugs, in dem es nicht an nostalgischen Augenblicken, an Widersprüchen und Widerständen gefehlt hat. Und doch ist das Volk Gottes immer unterwegs, und wir alle sollen voll Jubel fortschreiten, denn wir sind sicher, daß der Geist uns als Wolke einhüllt und uns als Feuersäule führt. Ja, die Liturgie des Konzils sei für uns die Feuersäule des Heiligen Geistes, der das Herz der Kirche bei ihrem Auszug in das Reich ständig erneuert und es mit immer neuer Schönheit, Freude und Hoffnung erfüllt."
(Aus dem Geleitwort für den Band Renouveau liturgique - Documents fondateurs, Centre national de pastoral liturgique, éditions du Cerf, Collection Liturgie n. 14, Paris 2004.)
"Marini hat mit Papst Johannes Paul II. 70 Pastoralreisen gemacht. Wie er Liturgie versteht, das konnten Millionen von Menschen rund um den Globus beobachten. Und seit Jahrhunderten gilt: Was in Rom gemacht wird, macht anderswo Schule.
In der Theologie spezialisierte er sich auf Liturgiewissenschaft und doziert dieses Fach auch an der Benediktinerhochschule in Rom. Mit 23 Jahren wurde er zum Priester und mit 56 zum Bischof geweiht. Aber schon kurz nachdem der groß gewachsene Priester sein 40. Lebensjahr vollendet hatte, berief ihn Papst Johannes Paul II. zum päpstlichen Zeremoniär.
Vorbereitet hatte er sich darauf als "rechte Hand" des Mannes, der die Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils umsetzte: Erzbischof Bugnini. Dieser galt als ein prononcierter Anhänger der nachkonziliaren Liturgie. Wer gut hinschaut, sah denn auch bei päpstlichen Liturgien in Rom manchen Akzent, den er in der Heimatkirche vermisste. So brachten manchmal Inderinnen tanzend Lichter und Blumen an den Altar. Bei der Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms zum neuen Jahrtausend hörte man lang gezogene Töne aus afrikanischen Hörnern. Auch das ist Ausdruck der Tätigkeit von Erzbischof Marini, der während seiner "normalen" Tätigkeit als Meister der Zeremonien beim Papstaltar alles im Blick hat und der nur mit den Augen andere dirigiert." Pater Eberhard von Gemmingen SJ (TdH 31/2006)
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