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"pro multis"
Wie viel sind viele?

 neue Diskussionsbeiträge
 Schreiben des Präfekten der Gottesdienstkongregation


In einem Schreiben der Gottesdienstkongregation, das Ende vergangenen Jahres bekannt geworden ist, wird die Übersetzung der Worte "pro multis" im Einsetzungsbericht der Eucharistiegebete neu geregelt. Die Heftigkeit der Diskussion, die seit dem Bekanntwerden des Briefes entfacht ist, lässt darauf schließen, dass es hier um mehr als bloß um philologische Streitigkeiten geht.

Die aktuelle Ausgabe der  Herder Korrespondenz veröffentlicht einen Beitrag von Albert Gerhards: Wie viel sind viele? Die Diskussion um das "pro multis"


Albert Gerhards, Professor für  Liturgiewissenschaft in Bonn, hatte bereits im Dezember zur Frage der Übersetzung der Wandlungsworte "pro multis" mit "für viele" Stellung genommen (rv 28.12.06). In einem Brief nennt Gerhards diese Rückkehr zur engeren Fassung des lateinischen Textes einen Schritt, der die Verständlichkeit des Textes erschwere:


Stellungnahme zum Schreiben des Präfekten der Gottesdienstkongregation, Francis Kardinal Arinze, an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der Welt über die Übersetzung der Worte "pro multis" im Einsetzungsbericht der Eucharistiegebete vom 17.11.2006

Das vom Papst angewiesene Schreiben legt fest, dass die Worte "pro multis" in den Landessprachen fortan nur noch mit "für viele" wiederzugeben seien. Alle abweichenden Regelungen, die "für alle" übersetzten, darunter auch die deutsche, müssen in den nächsten ein bis zwei Jahren geändert werden.
Als Begründung werden angeführt der Überlieferungskonsens der lateinischen wie der orientalischen Traditionen, der biblische Befund (Mt 26,28; Mk 14,24) und die von den liturgischen Übersetzungen auf der Linie der Instruktion "Liturgiam authenticam" (2001) geforderte Textgenauigkeit. Zwar stimme die Aussage "für alle" mit dem Glaubenssatz überein, dass Christus für alle gestorben sei, doch gehöre die offene Interpretation des "pro multis" in die Katechese. Nicht zuletzt wirke die eingeschränkte Formulierung einem mechanischen Erlösungsverständnis entgegen.
Generell ist dazu zu sagen, dass die Bestimmung, das "pro multis" wörtlich zu übersetzen, den schon vor "Liturgiam authenticam" geltenden Bestimmungen bzgl. der Übersetzung der Konsekrationsworte entspricht (Vgl. EDIL 1198, 3218, 3321). Allerdings hat dieselbe Autorität in den siebziger Jahren die vom Wortlaut abweichenden landessprachlichen Übersetzungen für gültig, d.h. normgerecht, erklärt und approbiert. Offenbar hat sich bei der Kongregation das Verständnis der Bezeichnungen "genau und wörtlich" (EDIL 3321) inzwischen geändert.
Dass die Wiedergabe des "pro multis" mit "für alle" aus der Tradition der römischen Liturgie gerechtfertigt ist, beweist der Einschub in den Einsetzungsbericht der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag seit der ältesten Überlieferung römischer Liturgie: "Am Abend, bevor er für unser Heil und das Heil aller Menschen das Leiden auf sich nahm" (pro nostra omniumque salute: Sacramentarium Gregorianum Hadrianum, Ed. Deshusses 332). Merkwürdigerweise hat man dieses starke Argument m. W. bislang nicht in Betracht gezogen.
Das Schreiben der Kongregation räumt ein, dass die abweichenden Formulierungen mit dem Gemeinten übereinstimmen, also dessen Sinn treffen. Die Begründung der Rückkehr zur engeren Fassung des lateinischen Textes ist eher formaler Natur: Treue zum Wortlaut und Einheit der Gesamtkirche. Diesem Anliegen wird die Verständlichkeit des Textes geopfert (daher der Verweis auf die Katechese). Es wird sich zeigen, wie die Bischofskonferenzen mit dieser Vorgabe umgehen und ob es gelingt, die geforderte Änderung plausibel zu machen.

Prof. Dr. Albert Gerhards, Bonn


 SCHREIBEN DES HEILIGEN VATERS JOHANNES PAUL II.

AN DIE PRIESTER ZUM GRÜNDONNERSTAG 2005

"Hoc est enim corpus meum quod pro vobis tradetur." Der Leib und das Blut Christi sind hingegeben für das Heil des Menschen, des ganzen Menschen und aller Menschen. Dieses Heil ist integral und gleichzeitig universal, damit es keinen Menschen gibt, der - wenn nicht durch einen freien Akt der Ablehnung - von der Heilsmacht des Blutes Christi ausgeschlossen bliebe: "qui pro vobis et pro multis effundetur". Es handelt sich um ein Opfer, das für "viele" hingegeben wird, wie der biblische Text (Mk 14, 24; Mt 26, 28; vgl. Jes 53, 11-12) in einer typisch semitischen Ausdrucksweise sagt. Während diese die große Schar bezeichnet, zu der das Heil gelangt, das der eine Christus gewirkt hat, schließt sie zugleich die Gesamtheit der Menschen ein, der es dargeboten wird: Es ist das Blut, "das für euch und für alle vergossen wird", wie einige Übersetzungen legitim deutlich machen. Das Fleisch Christi ist in der Tat hingegeben "für das Leben der Welt" (Joh 6, 51; vgl. 1 Joh 2, 2).

 vollständiger Text


Zur Diskussion:

 Konradsblatt, Freiburg 14.1.2007
"Für alle" oder "für viele"?
Zur Diskussion um die Übersetzung der Einsetzungsworte
Peter Walter: "Für alle" entspricht dem biblischen Zeugnis
Helmut Hoping: "Für viele" ist präziser und offener

 Christ in der Gegenwart 3/2007
Thomas Söding: Für euch - für viele - für alle. Für wen feiert die Kirche Eucharistie? Zur Diskussion: aus bibelwissenschaftlicher Sicht

 Christ in der Gegenwart 4/2007
Magnus Striet: Nur für viele oder doch für alle? Das Problem der Allversöhnung und die Hoffnung der betenden Kirche. Zur Diskussion aus fundamentaltheologischer Sicht




Weitere Beiträge (Stand 15.2.2007)

 Christ in der Gegenwart 5/2007
Helmut Hoping: Die Zwölf, ganz Israel und die zukünftige Kirche
Der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping spricht sich in der Diskussion über die Übersetzung des Kelchworts für die Formulierung "für viele" aus.

 Christ in der Gegenwart 5/2007
Wolfgang Beinert: Der Gründonnerstagsbrief von 2005
Kurz vor seinem Tod hat Papst Johannes Paul II. sich in seinem Gründonnerstagsbrief an alle Priester unter anderem auch zum Kelchwort geäußert.

 Christ in der Gegenwart 6/2007
Gotthard Fuchs: Eucharistische Existenz
Was Eucharistie wirklich meint, kommt schwerlich in den Blick, wenn wir gleich an rituelle Feiern, kultische Handlungen und heilige Texte denken. Es geht um das ganze Leben, um das Über-Leben.

 www.liturgie.ch
Pro multis: „für alle“ – „für viele“ – „für die vielen“
Seit mindestens 1500 Jahren wird in der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag – an wichtigster Stelle für die Eucharistietheologie also – folgender Einschub gebetet, der die darauf folgenden Einsetzungsworte in einen eindeutigen, universalen Verständnishorizont des Heiles rücken: „Am Abend, bevor er für unser Heil und das Heil aller Menschen (qui, prídie quam pro nostraomniúmque salúte paterétur,)das Leiden auf sich nahm …“




Schreiben des Präfekten der Gottesdienstkongregation, Francis Kardinal Arinze, an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der Welt über die Übersetzung der Worte "pro multis" im Einsetzungsbericht der Eucharistiegebete vom 17.11.2006

Das bisher nur in vorläufigen Fassungen durch Indiskretionen bekannte Schreiben wurde in der Zeitschrift NOTITIAE 481-482 (Sept./Okt. 2006) veröffentlicht (Posteingang DLI 16.2.2007). Dort ist der Text neben der italienischen Fassung (441-443) und anderen auch in deutscher Sprache (453-455) wiedergegeben:
 
vollständiger Text




 Gutachten des Bibelwissenschaftlers P. Max Zerwick S.J., Rom, Päpstliches Bibelinstitut,
zur Frage der Übersetzung des „pro multis“ in den Einsetzungsworten des Eucharistischen Hochgebets
(NOTITIAE 6, 1970, 138-140) „Notitiae“ ist das offizielle Organ der Gottesdienstkongregation.


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