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Karl Kardinal Lehmann würde mit dem Papst gern über liturgische Fragen sprechen
Die Feier zum 70. Geburtstag von Karl Kardinal Lehmann begann mit einem Festgottesdienst im Mainzer Dom.
In einem Interview anlässlich seines Geburtstags sagte der Kardinal: „Ich würde gerne mit ihm [dem Papst] über ein, zwei Punkte ins Gespräch kommen, von denen ich glaube, dass man in Rom Befürchtungen uns gegenüber hegt. Da gibt es die Instruktion gegen Missstände in der Liturgie, also zu viel "Wildwuchs" in den Gemeinden. Aber sollten bestimmte Entscheidungen nicht doch vor Ort bleiben, frage ich mich, auch die Formulierung von bestimmten liturgischen Texten? Ob das Leute in Rom besser ausarbeiten können als Menschen, die hier leben? …“
Auf die Frage, was für ihn das Schöne am Bischofsamt sei, weist er darauf hin, dass er die vielen Begegnungen mit anderen Menschen als ungeheuren Schatz erfahre. „Als gläubiger Mensch ist es für mich eine Freude, bei Gottesdienst und Gebet in Gemeinschaft zu sein.“
Zu Insignien und Gewändern habe er kaum ein Verhältnis: „Glücklicherweise muss ich nur selten solch schwere brokatene Messgewänder tragen. Ich bin für Einfachheit und mag auch nicht diese haushohen Türme als Mitra.“
Interview mit Kardinal Lehmann (Rhein-Main-Presse, 13.5.2006)
Kardinal Lehmann zum 70. Geburtstag (katholisch.de)
Die Liturgiereform ist weltweit erstaunlich gut angenommen worden
In einem Interview der Tageszeitung DIE WELT (16.5.2006) wurde Kardinal Lehman mit dem Vorwurf konfrontiert, die Liturgiereform sei schuld daran, dass sich die Kirchen leerten.
Der Kardinal teilt diesen Vorwurf nicht, sondern ist gegenteiliger Ansicht: „Ich habe die Erfahrung machen können, daß die Liturgiereform weltweit erstaunlich gut angenommen worden ist.“
Kritisch sieht der Kardinal „unerleuchtete Reformer, die über die Grenzen der Reform hinausgegangen sind. Aber es gab auch Menschen, die nicht genügend in Rechnung stellten, daß die alte Liturgie ja auch nicht eine ewige Ordnung war, sondern gewachsen ist.“
Interview mit Kardinal Lehmann (Die Welt, 16.5.2006)
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