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Liturgie und Licht
Das Licht ist eine der beeindruckendsten Erscheinungsformen in unserer Welt. Seine Wahrnehmung erschließt sich unmittelbar. Licht macht sichtbar. Licht ermöglicht Leben. Licht ist seinem Wesen nach transzendent. So spielt das Licht auch in der Geschichte der Religionen eine bedeutende Rolle. Dies gilt bis auf den heutigen Tag. Auch Zeiten und Räume christlichen Gottesdienstes sind abhängig vom Licht: Kirchengebäude sind oft zur aufgehenden Sonne hin orientiert, das Osterfest wird gefeiert am Sonntag nach dem Frühlingsvollmond.
Auch für die Feier der Liturgie gilt, dass der Mensch in seiner Wahrnehmung und seinen Befindlichkeiten vom Rhythmus von Tag und Nacht, vom Wechsel der Jahreszeiten, vom Wandel des Sonnenlichts abhängt. Gerade in unserer technisierten Welt der visuellen Medien, der Lichtinstallationen und aufwändigen Illuminationen wird die Faszination des natürlichen Lichts, etwa eines Sonnenuntergangs, empfunden. Kerzenlicht und Kaminfeuer werden zelebriert.
Deshalb ist dem natürlichen Licht besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Das betrifft die Wahl der Gottesdienstzeiten, die Lichtführung durch Fenster und Raumöffnungen und die Überlegungen zur sensiblen Ergänzung der Beleuchtungssituation durch vielfältige technische Möglichkeiten.
Auf Anregung und unter Begleitung der "Arbeitsgruppe kirchliche Architektur und sakrale Kunst" (AKASK) wurde die Frage der Bedeutung des Lichtes für die Feier des Gottesdienstes unter verschiedenen Fachleuten diskutiert.
Die Broschüre "LITURGIE UND LICHT" fasst die Ergebnisse dieser Diskussion zusammen und bietet damit zahlreiche konkrete Impulse für die Gestaltung gottesdienstlicher Räume:
Vor diversen praktischen Erwägungen ist zunächst die Lichtsymbolik in den Blick zu nehmen. Dabei kann es sehr hilfreich sein, sich auch die verschiedenen Ansätze, die sich im Lauf der Geschichte des Kirchbaus zeigen, vor Augen zu führen. Dies leistet der erste Teil der Handreichung.
Über die konkreten Fragen der Lichtplanung und die technischen Möglichkeiten orientiert der zweite Teil der Broschüre. Verschiedene Beispiele veranschaulichen die Chancen der Lichtgestaltung und zeigen Perspektiven auf.
Die Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichte erstmals 1988 und dann in verschiedenen erweiterten Auflagen die "Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen". Neben einer Vielzahl von Aspekten wird darin auch auf die Bedeutung des Lichtes hingewiesen. Was dort als Aufgabe formuliert wurde, ist in der vorliegenden Handreichung des Deutschen Liturgischen Instituts als eine Orientierungshilfe entfaltet. Die Beiträge der verschiedenen Autorinnen und Autoren bringen die Komplexität der Thematik zur Sprache, um alle, die in unseren Gemeinden Verantwortung für den Gottesdienst und den Kirchenraum tragen, für die mit "Liturgie und Licht" verbundenen Fragen zu sensibilisieren.
Liturgie und Licht. Eine Orientierungshilfe
(Liturgie & Gemeinde. Impulse & Perspektiven 7, 107 Seiten, zahlr. Abb., EUR 8,80)
Schwerpunkt: Licht
Das aktuelle Heft der Zeitschrift DAS MÜNSTER hat das Schwerpunktthema LICHT. Ähnlich wie in der im Editorial vorgestellten Orientierungshilfe "Liturgie und Licht" geht es um die Beleuchtung von Kirchen, um die Sensibilität für die angemessene Lichtszenerie und um Fragen der Lichtführung im Kirchbau.
Das Münster (Inhalt 1/2006)
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