  | |
31. März 2005
- Leitartikel
- Modell aller Katechese
- Der Erwachsenen-Katechumenat als Inspiration für die Katechese heute
- (Alexander Saberschinsky)
- Inhalt
- Eine Umfrage zur Trauerpastoral
- Fronleichnamsprozession vor der Eucharistiefeier?
- Schlussakkord des Osterfestes. Gedanken zu einer Vigil-Feier am Pfingst-Vorabend
- Eucharistische Prozession
- Aufgaben für den Sachausschuss Liturgie im April
- Gedankenlose Ehrfurcht
- Eine Bettelreligion?
- 4. Sonntag der Osterzeit (A) bis Christi Himmelfahrt (A)
gd Auf zwei Minuten
In unseren Tagen wächst das Problembewusstsein hinsichtlich der Gebetsrichtung des Priesters versus populum. Wenn daraus die Konsequenz gezogen wird, es sei Zeit für den Abschied vom Volksaltar, so ist heftig zu widersprechen. Tatsächlich ist es Zeit, dass jenen die Augen aufgehen, die durch ihr Tun versus populum Anlass geben zu der genannten
Forderung. Der Priester, der den Mitfeiernden das Hochgebet ins Gesicht betet, der Priester, der sich hinter dem Altar verschanzt wie hinter einer Barriere, zusätzlich geschützt durch einen massiven Buchständer und ein Gebüsch, der Priester, der bei den Worten „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ Zustimmung heischend in die Reihen blickt, der Priester, der während des routiniert halb auswendig gesprochenen Hochgebetstextes sondiert, welche seiner Schäfchen heute da sind – sie alle sind der Grund, warum Christen, die nichts anderes möchten als ehrlich mitbeten, was der Priester in ihrem Namen spricht, Sehnsucht bekommen können nach der früheren Ordnung. Noch nie habe ich die Forderung, die Altäre wieder umzudrehen, dort gehört, wo Priester sichtbar selbst zutiefst erfasst sind von dem, was sie tun, wenn sie Gott im Hochgebet preisen, seinen Geist herabrufen auf die Gaben und mit den Worten des Herrn betend erinnern, was hier geschieht, und in der Schlussdoxologie die eucharistischen Gaben Gott lobpreisend entgegenhalten. Im Gegenteil – der sichtbar betende Mensch, ganz Priester, da er sich in den Dienst der Mittlerrolle Christi nehmen lässt, steckt als Beter jene an, die wie er gekommen sind, um zu beten – mehr als jener, der den Gläubigen den Rücken kehrt und hinter dem man als Zuschauer nur private Andachten verrichten kann, weil er nicht Anteil gibt an seinem Tun. Nicht die Altäre müssen wir wenden, aber manchen Blick, der beim Beten in die falsche Richtung geht, und es wäre zu bequem, ließe man die Priester wieder mit dem Rücken zur Gemeinde so handeln, wie es jener Pater tat, der vor fünfzig Jahren regelmäßig, während er tief verneigt das Munda cor meumvor dem Evangelium betete, ein Prise Schnupftabak in seine Nase zog. Die Umkehr der Herzen brauchen wir, nicht die der Altäre,
meint Ihr
Ihr Eduard Nagel
Inhalt Archiv Themen Profil Bezug Kontakt zur Redaktion
Druckversion dieser Seite © 2004-12 by Deutsches Liturgisches Institut
[Home]
[Das Institut]
[Die Bibliothek]
[Informationen]
[Projekte]
[Publikationen]
[Kontakte][Suchen & Finden]
[Impressum]
|
|