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18. April 2001
- Leitartikel
- Gemeinsames Ostern?
- Die Berechnung des Ostertermins
- (Philipp Harnoncourt)
- Inhalt
- Werkwoche für Kirchenmusik
- Schweizerische Sakristanenschule
- Taufen durch "Rent a priest"
- Noch einmal: Nachgeahmte Pessach-Feiern
- Eine Neuentdeckung. Firmgedächtnis als Element des Pfingstgottesdienstes
- "...selten so ergriffen". Versuch einer anderen Gestaltung der Fronleichnamsprozession
- 5.-6. Sonntag der Osterzeit (C)
gd Auf zwei Minuten
Durch Zufall stoße ich unmittelbar nach einem Gespräch über "Eventisierung des Gottesdienstes" auf eine Pressemeldung, in der von einem "musikalischen Liturgie-Ereignis während der Karwoche in Rom" die Rede ist. Danach soll in der römischen Basilika "Santi Apostoli" "das so genannte Triduum Sacrum zu einem einzigartigen Liturgie-Erlebnis" werden. Es sind also keineswegs nur die Fans von Technogottesdiensten und Rap-Einlagen – etwa mit Bibeltexten – in anderen Jugendgottesdiensten, die auf den "Event" setzen, nein auch höchste kirchliche Würdenträger, die den Gottesdiensten dieses "Unternehmens, das durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, das Goethe Institut Rom und die Academia Nazionale di Santa Cecilia organisiert und unterstützt" wird, vorstehen. Spontan fallen einem dazu auch die großen Papstgottesdienste ein wie die Feier der Kardinalsernennung auf dem Petersplatz oder die Eucharistiefeier mit der Jugend aus aller Welt am Ende des Heiligen Jahres. So treffen sich die Spitzen der Kirche mit Exponenten von Strömungen und Gruppen in der Kirche, die daran arbeiten und experimentieren, die alte und gleiche Botschaft in Formen der Gegenwartskultur auszudrücken im Bemühen, Liturgie zu einem "Event" zu machen, auch wenn die Wahl der Mittel und Stilrichtungen durchaus gegensätzlich ist. Wenn es dann in der römischen Ankündigung auch noch heißt, dass "Kompositionen der Renaissance-Zeit Uraufführungen heutiger Musik gegenübergestellt" würden, werden auch bereits die Risiken deutlich, die in der Eventisierung der Liturgie liegen: Was ist zu welcher Zeit echter Ausdruck einer geistlichen Wirklichkeit, was Mittel zum Zweck des Events? Darüber mag man im Einzelfall streiten – unübersehbar aber ist wohl, dass längst, bevor das Wort "event" geboren war, Liturgie schon das war, was mit diesem Wort im besten Fall gemeint ist: ein Ereignis, ein wirkliches Geschehen, entspringend einem Gedanken, einer Idee, einem Wort, die gleichsam Fleisch und Blut annehmen und die Teilnehmenden ergreifen, ja sogar überwältigen – nicht durch Reden und über den Kopf, sondern über Augen, Ohren und andere Sinne. Liturgie als Event – es lohnt, darüber nachzudenken, meint
Ihr Eduard Nagel
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