  | | 21. Februar 2008
- Leitartikel
- Gottes Gegenwart im Symbolhandeln der Liturgie
- Über epiphane und illustrative Symbolik1
- Gunda Brüske
- Inhalt
- Deutsches Liturgisches Institut auf der ECCLESIA in Köln
- „Liturgie im Fernkurs“
- Seminar für Kirchenführer
- Klarstellung zum Motu proprio Summorum Pontificum
- Englische Neuübersetzung des Missale Romanum weit fortgeschritten
- Stellungnahmen zum Gottesdienstangebot im Österlichen Triduum
- Glaubenszeugen – März 2008
- Osternacht bis Weißer Sonntag
gd Auf zwei Minuten
Nostalgie kann es eigentlich nicht sein, wenn ein junger Priester vor dem Tagesgebet und dem Schlussgebet die Gemeinde mit „Der Herr sei mit euch“ grüßt oder ein anderer sich vor der Kommunion mit der Hostie und dann mit dem Kelch selbst bekreuzigt. Beide sind zu jung, um dabei in Erinnerungen an Zeiten zu schwelgen, als die Liturgie noch solches vorsah. Wahrscheinlich verbirgt sich dahinter eine ganz bestimmte Frömmigkeit, die sich den Mitfeiernden allerdings nicht von selbst erschließt, dafür aber jene, die mit der erneuerten Eucharistiefeier vertraut sind, stört. Der liturgische Gruß leitet jeweils einen wichtigen Teil des Gottesdienstes ein – den Gottesdienst als ganzen, das Evangelium, das Hochgebet, die Entlassung – eine Oration aber hat genau die gegenteilige Funktion, sie schließt einen Teil ab – die Eröffnung, die Gabenbereitung, die Kommunion (postcommunio). Wozu also davor der Gruß? Oder das Sich- Bekreuzigen vor der Kommunion: Der Segen der Eucharistie liegt in der communio mit dem Herrn, die ihren höchsten Ausdruck im Empfang der Gabe findet – was soll da die Segensgeste vor dem Empfang? Oder soll diese Bekreuzigung eine Miniform der sakramentalen Absolution vor dem Empfang der Kommunion sein? Dann wäre zu antworten, dass die Versöhnung Gottes mit dem Menschen kein stärkeres Symbol kennt als das des Kreuzestodes und der Auferstehung des Herrn, die in der Eucharistie gegenwärtig sind und bei ihrem Empfang den Menschen in seiner letzten Tiefe erreichen. Warum wohl hat man bei der Liturgiereform von 25 Kreuzzeichen, die bis dahin im Hochgebet vorgeschrieben waren, ein einziges belassen, aber 24 abgeschafft? Man war sich bewusst, dass der inflationäre Umgang damit eine Entwertung bedeutete, und wer je erlebt hat, wie ein Zelebrant diese Kreuzzeichen heruntersägte, um die „stille“ Messe in 17 Minuten zu Ende zu bringen, weiß, wie richtig diese Vermutung war. Seit einigen Jahren ist eine neue Willkür und Beliebigkeit in der liturgischen Praxis zu beobachten, die auf den ersten Blick fromm erscheinen mag, in Wirklichkeit aber nur mangelnde Kenntnis der Strukturen und der Bedeutung des Ritus und seiner Teile und Elemente verrät, meint
Ihr Eduard Nagel
Inhalt Archiv Themen Profil Bezug Kontakt zur Redaktion
Druckversion dieser Seite © 2004-12 by Deutsches Liturgisches Institut
[Home]
[Das Institut]
[Die Bibliothek]
[Informationen]
[Projekte]
[Publikationen]
[Kontakte][Suchen & Finden]
[Impressum]
|
|