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16. November 2000

Leitartikel
Kundenorientiert?
Liturgie bei Sterben und Tod im Kontext der säkularen Gesellschaft
(Beate Gilles)

Inhalt
  • Video zur Erwachsenentaufe
  • Gebetswoche für die Einheit der Christen 2001
  • Verwendung nicht genehmigter liturgischer Texte
  • Zur Vertiefung. Anregungen zu einer kurzen Meditation im Werktagsgottesdienst
  • Gemeinschaft im Wort. Bibel-Teilen als eine neue Erfahrung mit dem Wort Gottes (2)
  • Selig sind…" Neue Geistliche Lieder vorgestellt (12)
  • 2. bis 3. Adventssonntag (C)
  • Aufgaben für den Sachausschuss Liturgie im Dezember
  • Das ganze Wort Gottes. Vom Sinn der alttestamentlichen Schriftlesung

  • gd Auf zwei Minuten

    Die letzten Jahrzehnte haben gelehrt, dass mit der gegenseitigen Betitelung als "progressiv" oder "konservativ" oder auch nur mit der Einordnung einer Sache unter eine dieser beiden Kategorien eher Konflikte erzeugt und verschärft als fruchtbringende und zukunftsweisende Lösungen gefunden werden. Dennoch zeichnet sich derzeit bezüglich der Gestaltung von Kirchenräumen eine Auseinandersetzung ab, deren möglicher positiver Effekt solchen Wirtshausparolen zum Opfer fallen könnte. Es geht um die Stellung des Altars und die Blickrichtung des Priesters bei den verschiedenen Teilen und Elementen der Messfeier. Mehr und mehr wird bewusst, dass der Blick des Priesters beim Gebet und speziell beim Hochgebet zu den Gläubigen und umgekehrt der Blick der Gläubigen auf den Priester dem inneren Mitbeten in der Regel eher hinderlich ist als ihn fördert. Raum-Lösungen wie die in gd 13-14/00, S. 105, vorgestellte U-Form schaffen die Möglichkeit, dass der Priester beim Gebet zum Kreuz oder zur Apsis – und häufig zugleich nach Osten – blickt, während sich der Blick der Gemeinde entweder dem seinen anschließt oder sich auf den Altar in ihrer Mitte konzentriert. Versuche zeigen, dass Priester wie Gläubige eine Entlastung spüren, wenn sie einander nicht mehr gleichsam in Frontstellung, mit dem Altar als Barrikade, gegenüberstehen, sondern gemeinsam in die gleiche Richtung – auf den in seinen Symbolen gegenwärtigen Herrn – blicken. Ganz von selbst ändert sich damit auch der Vortrag der Texte: Weil der Priester sich den Menschen buchstäblich zuwenden muss, um sie anzusprechen, spricht er diese Texte unwillkürlich anders als das Gebet, das er mit Blick auf das Kreuz oder auf die vor ihm auf dem Altar liegenden Gaben spricht. Was mit "versus populum" erreicht werden sollte, geht dadurch nicht verloren, ganz im Gegenteil: Christus rückt in die Mitte der versammelten Gemeinde, und es erschließt sich etwas von dem, was die Rolle des Priesters, das "in persona Christi agere" wirklich ist: in Christi Namen und an seiner Stelle handeln, ohne selbst den Mittelpunkt zu bilden. Wo es möglich ist, lohnt ein Versuch damit auf jeden Fall, meint
    Ihr Eduard Nagel

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