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27. Juli 2000

Leitartikel
Volksnah
Gottesdienste in den USA
(Hermann Wieh)

Inhalt
  • Buchbestellungen über DLI
  • Wofür es heute Zeit ist. Liturgische Eindrücke vom 94. Deutschen Katholikentag "Sein ist die Zeit"
  • Dienst der Kommunionhelfer/innen
  • Hinweise des Priesterrates des Bistums Hildesheim zum Gedächtnis der Verstorbenen
  • Anstöße zur Liturgie
  • Ein Handlungsraum. Der Umbau einer Kapelle
  • Damit es nicht wie am Fließband geht. Taufvorbereitung durch Laien
  • Symposium über syrische Kirchen
  • Dem Gottesdienst erste Priorität eingeräumt. Das Gottesdienstinstitut der ELKB
  • 20.-23. Sonntag im Jahreskreis (B)

  • gd Auf zwei Minuten

    Immer wieder erscheinen auf dem Markt Publikationen mit neuen, privaten Eucharistischen Hochgebeten. In der Werbung wird dabei in der Regel darauf hingewiesen, dass Priestern und Laien die zehn offiziellen Hochgebete (davon eines in vier Fassungen) als zu geringe Auswahl erscheine. Diesem Argument soll hier einmal aus der Perspektive des Kirchenschiffs nachdrücklich widersprochen werden. Dass sich Priester, die Tag für Tag Eucharistie feiern, manchmal mehr Abwechslung wünschen, kann ich einerseits verstehen, stelle jedoch andererseits fest, dass der allergrößte Teil von ihnen von der vorhandenen Auswahl nur sehr wenig Gebrauch macht. Für die Laien ist der gleiche Wortlaut jener paar Fassungen, die normalerweise genommen werden, eine Wohltat angesichts der Textmengen, die zuvor sich über die Häupter ergossen haben und als wechselnde Texte besonderer Aufmerksamkeit bedurften. Endlich ein Text, den ich kenne und in den ich im Herzen betend einstimme! Statt dessen aber wird mir wieder etwas vorgetragen, das die ganze Aufmerksamkeit meines Verstandes herausfordert, so dass zum Beten die Kraft nicht mehr reicht. Mir bleibt die Alternative: Entweder höre ich zu, was dazu führt, dass ich in den meisten Fällen schon nach ein oder zwei Sätzen die erste Häresie oder mindestens theologische Fragwürdigkeit entdecke und diese dann zum Thema meines Denkens wird, oder ich schalte ab und versuche einfach zu beten trotz des Wortschwalls, der aus dem Lautsprecher kommt. Mich irritieren aus den gleichen Gründen schon kleine Abweichungen vom vertrauten Text – von denen manche Zelebranten besonders viel halten und die in vielen Fällen genau das nicht treffen, was gemeint ist – und manchmal bin ich dem Zorn ob solcher Besserwisserei näher als dem Gebet. Wahre Hilfe sind mir als Teilnehmendem jene Priester, die das Hochgebet aus dem Messbuch als ihr eigenes Gebet sprechen, weil sie es bedacht und verstanden haben und sich ganz unter dieses Gebet stellen und nicht über es, so dass Lob und Dank ebenso aus ihrem Herzen kommen wie die Bitte um Gottes Heiligen Geist und sein Wirken. Was sie tun, ist wirklich priesterlicher Dienst an Gott und an den Gläubigen, meint
    Ihr Eduard Nagel

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