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23. Juni 2005
- Leitartikel
- Der Auftrag: Übersetzung und Revision
- Statement von Joachim Kardinal Meisner am 30. März 2005 bei der Auftaktveranstaltung der Kommission Ecclesia celebrans zur Revision des Deutschen Messbuchs in Bensberg
- Inhalt
- Arbeit am Messbuch hat begonnen
- Zu: „Segensfeier wenn eine Trauung nicht möglich ist?“, gd 9/05
- Gedankenlosigkeiten. Zu: „Auf zwei Minuten“ und „Gedankenlose Ehrfurcht“, gd 7/05
- Exerzitien des Katholischseins. Liturgische Eindrücke aus einer bewegenden Zeit in Rom
- 16. bis 17. Sonntag im Jahreskreis (A)
- Volksfest-Gottesdienst
- Glaubenszeugen (7) – Juli 2005
- Aufgaben für den Sachausschuss Liturgie im Juli / August
- Diskussionsthema: Hinführung der Kommunionkinder zum Gemeindegottesdienst
gd Auf zwei Minuten
Eine Begräbnisfeier in einer französischen Gemeinde: Es ist eine Feier mit einer einzigen Station, nämlich in der Kirche. Zu Beginn empfängt der Priester den Sarg an der Kirchentür.
Sechs Freunde tragen ihn nach vorne, wo der Blumenschmuck schon vorher abgelegt wurde; links und rechts vom Sarg werden Kerzen bereit gestellt, aber noch nicht angezündet. Es folgt ein Gesang, dann erinnert der Priester im Einführungswort daran, dass der Verstorbene hier getauft wurde und zu Erstkommunion und Firmung kam.
Er lädt die engsten Verwandten ein, je mit einem Docht das Licht von der Osterkerze zu holen und damit die Kerzen neben dem Sarg anzuzünden.
Es folgt der übliche Wortgottesdienst mit Gebet, Schriftlesung, Homilie, Fürbitten und Dank, dazwischen Gesänge mit vielen Strophen, schließlich die Aussegnung mit Weihrauch und Weihwasser. Bevor nun alle Anwesenden nach vorne kommen, um Weihwasser auf den Sarg zu spritzen, haben noch jene, die etwas sagen möchten, Gelegenheit, das zu tun.
Dann ziehen alle am Sarg vorbei, drücken der Familie ihr Beileid aus, schreiben sich in ein Kondolenzbuch ein. Nun tragen die Freunde den Sarg wieder hinaus, wo alle, die vorher in der Kirche waren, ein Spalier bilden bis zu dem Auto, das ihn anschließend zum Friedhof bringt. Als der Sarg hineingeschoben ist, sagt der Priester ein letztes Wort zum Abschluss der gesamten Feier. Auch er hat ausgeharrt bis jetzt – eineinhalb Stunden seit Beginn der Feier. Hat er sonst nichts zu tun? Dieser Priester betreut zusammen mit einem Mitbruder und einer Seelsorgeschwester 26 ehemals selbständige Pfarrgemeinden, ein Gebiet von 40–50 Kilometern, und eine Beerdigung gibt es da nahezu täglich. Katechese, Begleitung von Katechumenatsgruppen, Krankenbesuche, Trauungen, Taufen und die regelmäßigen Gottesdienste gehören zu seinem Programm. Aber in einer so schmerzlichen Situation wie einem Begräbnis sich ebenso viel Zeit zu nehmen wie die anderen, die zu diesem Anlass zusammenkommen, versteht er als Gelegenheit, gerade in einer laikalen Umgebung, Menschen die Nähe der Kirche erleben zu lassen.
Dieses Zeit-Haben, der Sarg in der Kirche und der kleine Lichtritus könnten auch anderswo ein Vorbild sein,
meint Ihr
Ihr Eduard Nagel
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