  | | 21. Mai 2013
Leitartikel
Die Macht Gottes, die Trinität und der Gottesdienst
Prof. Dr. Thomas Ruster, Professor für Systematische Theologie, Fakultät
Humanwissenschaften und Theologie, Technische Universität Dortmund
Inhalt
Eucharistischer Kongress
Taufaufschub?
Liturgie und Leben
(Tagung der AKL-JUNIOR 2013)
9. Sonntag im Jahreskreis (C) bis 10. Sonntag im Jahreskreis (C)
Der Liedanzeiger und die tätige Teilnahme
gd EDITORIAL
„Für alle Menschen, die nur wegen des kurzen Rausches und des schnellen Kicks feiern: Zeige du ihnen den wahren Grund, sich zu freuen und zu feiern“ – so lautet eine der Fürbitten, die sich in einem Modell für eine „Eucharistiefeier in der Disco“ findet. Das klingt wie aus den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, stammt aber aus einem neuen Werkbuch für Jugendgottesdienste. Oft rutscht die Liturgie gerade dann in moralische Verzweckung ab, wenn sie besonders lebensrelevant sein will. In der Gottesdienstvorlage wird alles – die selbstformulierten Präsidialgebete, die Lesungsauswahl, der Predigttext, die Fürbitten – für den moralischen Appell in Dienst genommen. Das beherrschende Thema ist der Dualismus von der „Party“ einerseits und dem „eigentlichen Fest“ andererseits. Statt kurzem Rausch und schnellem Kick: Freude an Gottes Reich und Gemeinschaft auch mit Fremden und Benachteiligten! Schon die katholische Aufklärung war gelegentlich der Versuchung erlegen, die Liturgie derartig zu instrumentalisieren. In seiner „Deutschen Messe“ reimte Benedikt Werkmeister unbekümmert: „Lasset uns mit Andacht hören / Die erhabenen Tugendlehren, / Die uns Jesus Christus gibt. / Wahre Menschenliebe werde / Durch sein Wort in aller Erde / Ausgebreitet, ausgeübt.“ Doch der Sinn der Liturgie ist es nicht, sich von „Tugendlehren“ indoktrinieren zu lassen. In der Eucharistie wird die Liebe Gottes leibhaft gegenwärtig. „Die Eucharistie zieht uns in den Hingabeakt Jesu hinein“, wie es Benedikt XVI. in der Enzyklika Deus caritas est ausdrückt. Darum geht es in der Liturgie – und das muss ihr nicht erst noch in Form von moralischen Mottos übergestülpt werden.
Benjamin Leven
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