  | | Oktober 2007
- Schwerpunkt:
Halt an, wo läufst du hin? Adventlich-meditativer Spaziergang
am Rande des Weihnachtsmarktes
- Aus dem Inhalt:
- Kirchweih – nur weltlich?
- Erstkommunionvorbereitung behinderter Kinder
- Eröffnung – Auswahlmöglichkeit
- Tischsegen – Tischgebet
- ICH BIN DA
- Das Licht in der Dunkelheit - Meditation
- Ein künstlerisch gestaltetes Evangelistar
- Knien oder Stehen beim Hochgebet?
- Einführungen zu den Schriftlesungen - Vom 27. bis 30. Sonntag i. Jk. C
Ich meine:
Liebe Leserinnen und Leser,
5 Strophen, 10 Strophen, ja 15 Strophen – wer im Evangelischen Gesangbuch blättert, stößt unweigerlich auf eine Art des Singens, die im katholischen Gottesdienst kaum begegnet. Natürlich wird auch im evangelischen Gottesdienst oft ausgewählt, aber niemals nur ein oder zwei Ströphchen.Wie buchstäblich sinnlos die Praxis ist, oft nur eine Strophe zu singen, zeigt das Lied GL 138: „Es kam ein Engel hell und klar“, dessen 1. Strophe endet: „… und sprach zu ihnen fröhlich so:“ Als ich vor Jahren einmal einen Organisten, der an dieser Stelle Schluss gemacht hatte, darauf ansprach, spielte er bei der folgenden Messe tatsächlich auch die 2. Strophe, die hinausläuft auf den Satz: „… der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will.“ Bis zu dieser guten Mär: „Euch ist ein Kindlein heut geborn …“ reichte es auch diesmal nicht. Unsere Kirchenlieder entfalten ihren Inhalt von Strophe zu Strophe und erst alle Strophen zusammen ergeben wirklich das Ganze. Beim Singen geht es aber nicht nur um den kompletten Wortlaut: Die Wiederholung der Melodie lässt Leib und Seele einschwingen in das, was die Worte meist nur anfanghaft in uns auslösen: in Lob und Klage, in Dank und Bitte, in Jubel und Traurigkeit, die wir vor Gott tragen. Darum verdienen alle, die bei der Vorbereitung von Gottesdiensten den vollen Genuss unserer schönen Kirchenlieder der Gemeinde gönnen oder als Musikerinnen und Musiker im Gottesdienst durch ihre Begleitung und Akzentsetzung die Mitfeiernden in den ganzen Inhalt eines Liedes einstimmen und ihn aussingen lassen, einen herzlichen Dank, meint
Eduard Nagel
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