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Möglichkeiten und Chancen des Internet für die Liturgiewissenschaft

Vortrag bei der AKL 17. September 1998
 Überarbeitete Fassung des Vortrags (2006; als PDF)

Klaus Peter Dannecker

Vorbemerkung

Das Internet taucht seit etwa 1995 verstärkt in verschiedenen Medienauf. Zeitungen und Zeitschriften wie die FAZ, Focus oder Spiegel habenin ihren gedruckten Ausgaben Hinweise auf ihre elektronischen Seitenund bieten dort eigene Angebote, die z.T. mit Printausgabe übereinstimmen,z.T. aber auch ganz eigenständige und nur elektronisch erscheinendeAngebote sind. Letztes Jahr kam es mit der Gesetzesnovellierung fürdie neuen Medien nicht zuletzt im Zusammenhang mit zweifelhaftenAngeboten im Internet zu lebhaften Diskussionen in einer breiten Öffentlichkeit.Innerhalb einer recht kurzen Zeit ist das Internet zu einem grossen Bekanntheitsgradgekommen. Doch was hinter diesem Begriff »Internet« steckt,welche Möglichkeiten und Chancen sich darin verbergen, ist trotz derPopularität einem erstaunlich kleinen Kreis bekannt. Dass das so ist,liegt an der Natur des Internet, womit wir eigentlich schon mitten im Themasind. Zuvor jedoch der


Inhalt des Referats

Eine kleine geschichtliche Einführung in die Hintergründedes Internet soll die Grundlage sein, auf der dann die weiteren Überlegungenaufbauen. Dabei geht es auch um die Ziele dieser Entwicklung und den heutigenStand, sofern der bei einer so rasanten Entwicklung überhaupt greifbarist.

Danach möchte ich verschiedene Möglichkeiten aufweisen, dieuns das Internet in unserem Fachbereich, der Liturgiewissenschaft, heuteschon bietet. Ein kleiner Ausblick auf zukünftig mögliches sollmeine Überlegungen abschliessen.

Ich werde keine Anleitung geben, wie bestimmte Vorgänge genau funktionieren;das überlasse ich den Informatikern, die uns das Internet zur Verfügungstellen. Es geht vielmehr darum, einen keineswegs erschöpfenden Überblickzu geben, was das Internet derzeit an Möglichkeiten bietet.


Geschichte des Internet

Wir sind es gewohnt, für eine Arbeit zunächst einmal eineBibliographie zu erstellen. Wenn man Pech hat, sucht man recht lange inden Karteikarten der verschiedenen Kataloge herum oder muss vielleichtnoch in ein Archiv reisen. Seit einigen Jahren gibt es vielerorts die komfortablereAusführung auf dem Computer, der das mechanische Blättern abnimmt.Für diesen Abriss der Internetgeschichte habe ich dieses Medium selberverwendet, und innerhalb von 15 Min nicht nur die bibliographischen Datenerhalten, sondern auuch den kompletten Wortlaut der Publikationen auf demBildschirm bzw. ausgedruckt auf dem Schreibtisch vorliegen gehabt. Dazukommen wir aber später nochmals.

Lange Zeit wurde weithin die Meinung vertreten, das Internet wärezu militärischen Zwecken geschaffen worden. Durch die Publikationvon (Vgl. Lyon and Hafner) ist dies endgültig widerlegt worden. Nachdemdie UdSSR 1957 mit Sputnik den ersten künstlichen Erdtrabanten erfolgreichgestartet hatte, wurde in den USA im Pentagon die ARPA - Advanced ResearchProject Agency - gegründet, eine Behörde, die verschiedene Forschungsprojektekoordinieren und deren Kräfte bündeln sollte. Das durch den Erfolgder Sputnikmission angekratzte US-amerikanische Selbstbewusstsein solltedurch vereinte Anstrengungen in Technik und Wissenschaft wieder poliertwerden. In den 60er Jahren befasste sich diese Behörde mit der Frageeines schnellen Daten- und Informationsaustausches per Computer und vergabverschiedene Forschungsaufträge. Das führte 1969 mit der Verbindungvon vier amerikanischen Universitäten zur Schaffung eines ersten weiträumigenComputernetzwerkes, dem ARPANET. Die Entwicklung des ARPANET, dem Grundsteindes heutigen Internet, wurde zwar vom amerikanischen Verteidigungsministeriumfinanziert. Aber es war nicht für militärische Zwecke gedacht,sondern sollte lediglich einige amerikanische Eliteuniversitäten miteinandervernetzten, die neben anderem auch an militärisch relevanten Projektenarbeiteten. Die Zahl der angeschlossenen Universitäten nahm zu: 1971waren es bereits 23. Im gleichen Jahr wurde die elektronisch Post erfunden.Der Ingenier Leonard Kleinrock schickte Larry Roberts eine elektronischeNachricht, daß er seinen Rasierer in einem Hotelzimmer liegen gelassenhatte; Roberts schickte ihm das Gerät nach - natürlich nichtper Email. 1973 kamen die ersten internationalen Verbindungen dazu: DieUniversität in London und ein Norwegisches Insitut schlossen sichan das ARPANET an.

Die Geburtsstunde unseres heutigen Internet war dann 1974, als VintonCerf und Robert Kahn im Rahmen einer Diplomarbeit einen Vorschlag zur Standardisierungdes Datenverkehrs im Netz ausarbeiteten. Dieser Vorschlag setzte sich durch.Er wurde noch weiterentwickelt und ergänzt, jedoch bestimmen die GrundlegendenIdeen von Cerf und Kahn bis heute den Datenverkehr im Internet.

1982 wird das auf dem Standard von Cerf und Kahn beruhened TransmissionControl Protocol (TCP) und das Internet Protokol (IP), also Datenübertragungsstandardsoffiziell vom US-Verteidigungsministerium verabschiedet. Dies führtezu einer der ersten Definitionen von dem, was unter »Internet«verstanden wird: Internet ist ein Verbund von Netzwerken, die die DatenübertragungsstandardsTCP/IP verwenden. Dies Neuerung wird am 1.1.1983 eingeführt und verbindlich.

Dieser wichtige Schritt öffnete die Tore für weitere Entwicklungen,die das Netz immer bedingungsfreundlicher machten. So lernte das Netz,einen angesprochenen Computer selber zu finden; ab 1984 die Computer anstellemit einer 12-stelligen Zahl mit einem Namen ansprechen. Im gleichen Jahrwaren erstmals über 1000 Computer über das Internet verbunden.

Zur Diskussion im Internet wurde 1986 das Usenet erfunden, mit dem ähnlicheinem Schwarzen Brett Nachrichten und Meinungen ausgetauscht werden können.Im gleichen Jahr wurde das ARPANET durch das wesentlich leistungsfähigereNSFNET abgelöst: dieser Schritt ermöglicht eine Explosion derEinbindung weiterer Computer.

Die Zahl der verbundenen Rechner wächst unaufhörlich: 1987sind es erstmals über 10000, 1988 sind es bereits 60000 Computer.Ab 1988 kommt es zu einer internationaliserung des verbesserten NFSNETs.Neben den USA werden weitere Länder angeschlossen, Deutschland ist1989 dabei.

Bis 1987 war das Internet rein für wissenschaftliche Zwecke genutztworden. Mit der Gründung von UUNET begann die Kommerzialisierung desNetzes. 1991 werden die Restriktionen für die Kommerzielle Nutzungdes Internet gelockert. Den entscheidenden durchbruch für die weiteVerbreitung des Internet kommt durch die von Tim Berners-Lee (CERN, Genf)entwickelt einheitliche graphische Bedienung, die heute als Word-Wide Web(WWW) bekannt ist. Ein explosionsartiges Wachstum stetzt durch Kommerzialisierungund WWW ein: 1992 gibt es eine Million Hosts, die Wachstumsrate im wwwbetrug 1993 341.634%! Heute wird die Zahl auf etwa 30 Millionen geschätzt.

Mittlerweile setzt wieder eine Trennung von Kommerziellem und Forschungsnetzein, ohne die Netze jedoch zu entkoppeln. Das NSFNET (1995) und das DFNals Hochgeschwindigkeitsfoschrungsnetzt sind allein wissenschaftlicherNutzung vorbehalten.

Die Schwierigkeit des Internet besteht in seiner Struktur. Jedes Netzwerkkann angeschlossen werden, wenn es die Spielregeln befolgt. Das hat diesystembedingte Unübersichtlichkeit zur Folge. Von meinem Schreibtischaus habe ich Zugriff auf einen guten Teil des Wissens der ganzen Menschheit,kann mir die Bibliothekskataloge der Uni Trier, des DLI oder der Uni inTokio anschauen, die neuesten Bilder der Pathfindermission auf dem Marsoder von Meteosat anschauen, Wein bestellen oder eine Pizza bringen lassen,herausfinden wann ich mit dem Zug von Trier nach Stuttgart fahren kann,oder nur mal schauen, was im Kino oder Theater gegeben wird; Ich kann michdarüber informieren, welche Vorlesungen an meiner Uni angeboten werdenund was ich dafür ggf. Lesen muss, oder... Es wird schnell klar, dasses hier ein intelligentes Informationsmanagement braucht, um ausdieser Fülle an Möglichkeiten das für mich richtige herauszufindenund nicht nur staunend aber sinnlos durch die gänzlich menschengemachteInternetwelt zu surfen. (»surfen« stammt von Jean Armour Polly,1992).(Vgl. Zakon), (Vgl. Leiner; Cerf; Clark; Kahn; Kleinrock; Lynch;Postel; Roberts, and Wolff)

Zusammenfassend kann man feststellen, dass ich die sich die Zielsetzungdes Internets wenig gewandelt hat: Es geht um den schnellen Austausch undZugriff auf Daten, Informationen und Forschungsergebnissen. Damit solldas Internet die Forschungsarbeit erleichtern, in dem es einen direktenDraht zwischen Wissenschaftlern darstellt, der es ermöglichen soll,auch über grosse geographische Distanzen hinweg intensiv zusammenzuarbeiten.

Aus diesen Grundsätzlichen Erwägungen möchte ich jetztverschiedene Möglichkeiten aufzeigen.


Möglichkeiten

Zuerst noch grundlegende Überlegungen.

Als Anfang der 80er Jahre die ersten PCs (Personal Computer) auftauchten,wurden diese zunächst für Natur- und IngenieurwissenschaftlicheZwecke hauptsächlich zur Verarbeitung von numerischen Daten eingesetzt.Erst weitere und leistungsstärkere Generationen von PCs konnten eineder Schreibmaschine ebenbürtige Leistung aufweisen, das begann etwaEnde der 80er Jahre. Damit hatten die Geisteswissenschaftler auch Verwendungfür Computer. Diese Verwendung des Computers als komfortable Schreibmaschinemöchte ich als eine erste Stufe sehen, über die wir hier nichtmehr zu reden brauchen.

Eine zweite Stufe ist der Einsatz des Computers zur Erfassung und Verarbeitungvon Daten. Ich denke da an Bibliothekskataloge, an Konkordanzen und anDatenbanken z.B. mit Exzerpten, Ideen usw. Obwohl diese zweite Stufe invielen Bereichen noch ausgebaut werden kann, möchte ich hier auchdarüber nicht reden.

Was uns heute interessieren soll, ist eine dritte Stufe. Das, was aufder ersten und zwetien Stufe an einem einzelnen Computer gearbeitet wurde,kann zusammenfliessen. Wissenschaftliche Arbeiten kann mit Unterstützungdes Internet verknüpft werden. Forschungsergebnisse sind nur dannfruchtbar, wenn sie rechtzeitig bekannt sind. In Zeiten der weniger werdendenMittel ist die Bündelung der wissenschaftlichen Arbeit angezeigt.Parallele Arbeit kann vermieden werden.

Ein Beispiel soll das verdeutlichen. 1991 fing der Student Linus Torvaldsin Helsinki damit an, für seinen Computer ein eigenes Betriebssystemzu schreiben. Schon recht bald interessierten sich andere Studenten aufder ganzen Welt für dieses System, das mittlerweile den Namen Linuxerhalten hatte. Innerhalb kürzester Zeit ist aus dieser Einzelarbeitein phantastisches Betriebssystem geworden, das durch die intensive Zusammenarbeitvon Studenten auf der ganzen Welt entstanden ist - über das Internet.Die gemeinsame Arbeit war öffentlich, wer wollte, konnte sie verfolgenoder mitmachen. Linux ist im übrigen gerade dabei sich nebenWindows weit zu verbreiten: und es kostet nichts, ist überdas Internet frei verfügbar! (Vgl. Hetze; Hohndel; Müller, andKirch) Die Synergieeffekte der Zusammenarbeit wurden hier sinnvoll genutzt.

Schauen wir verschiedene Möglichkeiten des Internet für dieLiturgiewissenschaft an.

E-Mail
Für viele ist heute das Versenden von E-Mail, also elektronischerPost schon zur alltäglichen Routine geworden. Informationen werdendabei nicht nur schneller übermittelt. Man spart sich auch das aufwendigeAusdrucken, Kouvertieren, Adressieren und Frankieren. Zudem ist eine E-Mailauch dann mögliche, wenn ich z.B. nur eine Satz oder zwei Worte loswerdenwill; da lohnt sich oft ein Brief nicht und das Telefon setzt neben derAnwesenheit eines gegenüber wahrscheinlich nicht nur den Austauscheiner Kommunikation von zwei Worten voraus. Elektronische Briefe könnendirekt weiterverarbeitet werden: Sie brauchen nicht abgetippt zu werden,allfällige Antworten können direkt zu den Fragen angefügtwerden. Ich kann an eine E-Mail die Datei mit dem neuesten Artikel anfügenund ihn zur Korrektur, Beguachtung ... extrem schnell und kostengünstigan den Empfänger übermitteln.

Problematisch ist die Sicherheitsfrage. Eine e-mail ist mit einer Postkartezu vergleichen, die jeder einsehen kann, wenn nicht Verschlüsselungsverfahreneingesetzt werden. Eine handgeschriebene Ansichtskarte aus dem Urlaub kannund will die E-Mail jedoch nicht ersetzen.

Electronic Publishing
Eine immer interessantere Veröffentlichungsform ist das electronicPublishing. Damit ist die Publikation von Meinungen, Artikeln, Beiträgen,Seminar-, Diplom, ja sogar Doktorarbeiten gemeint. Die entsprechenden Beiträgewerden im Internet zur Verfügung gestellt. Bei Interesse kann ichmir das Werk entweder frei zugänglich oder erst nach Entrichtung einerGebühr anschauen, auf meinen Computer herunterladen, direkt am Bildschirmlesen oder Ausdrucken, was zum Schmöckern immer noch besser ist. (Bildschirmin der Badewanne?!)

Beispiele im Bereich der Liturgiewissenschaft.

In unserem Fachbereich sind vermehrt Bibliographien im Internet zu finden.So habe ich z.B. die persönlichen Bibliographien von:

• Gabriele Winkler (Tübingen)
http://www.uni-tuebingen.de/uni/ukl/forschung.html

• Franz Kohlschein (Bamberg)
http://www.uni-bamberg.de/~ba1lw1/gesaufst.html

• Walter von Arx (Würzburg)
http://www.wifak.uni-wuerzburg.de/wilan/theo/prak/thlw/tpl-ed-p.htm

• Martin Klöckener und Bruno Bürki
http://www.unifr.ch/liturgie/WLitwiss-biblio.html

• Andreas Heinz (Trier)
http://www.uni-trier.de/uni/theo/Heinz.html

gesehen. Ich weiss dass viele andere nicht genannte auch vertreten sind.

Die Entdeckung des Internet zur Veröffentlichung von Artikeln undBeiträgen bis hin zur Dissertation muss erst noch stattfinden. EinenAnfang macht Norbert Lohfink mit seinen Kommentar zur deutschen Exsultetübersetzung,den er im Internet publiziert hat. Er kann Abgerufen werden unter der Adresse:http://www.st-georgen.uni-frankfurt.de/bibliogr/lohfink2.htm(Vgl.Lohfink)

Damit begegnen wir schon den Schwierigkeiten einer e-Publication: Wiewird sie zitiert? Bei Büchern gibt es verschiedene Auflagen. Auchkleinere Beiträge können in verschiedenen Versionen veröffentlichtwerden, was zu Konfusionen führen könnte und: Wie wird ein solcherArtikel in einer Bibliothek verwaltet? Ausdrucken, Binden und Einstellenkann auf Dauer keine Lösung sein. Wie geschieht die Honorarabrechnung?

Die Vorteile müssen ebenfalls genannt werden: Es gibt kaum Publikationskosten,der Beitrag ist sofort und überall verfügbar. Durch entsprechendeProgramme erspare ich mir ein Register, das der Computer automatisch mitliefert.Ich muss mich bei Bedarf lediglich der Mühe des eigenen Ausdruckensunterziehen.

Neben dem Aufstatz von Lohfink habe ich noch keine deutsche liturgiewissenschaftlichePublikation im Internet gefunden.

Andere Fachbereiche sind da schon wesentlich weiter. Von Prof. Hans-WolfgangSträtz in Konstanz erhielt ich dazu folgende Hinweise: Die Promotionsordnungder Juristischen Fakultät an der Uni Konstanz sieht die Möglichkeitvor, eine Dissertation im Internet elektronisch zu publizieren. Die Juristenan der Uni München haben eine eigene Seite mit elektronisch PubliziertenArbeiten, Seminararbeiten der juristischen Fakultät der FU Berlinsind im Internet zu finden, ebenso gibt es dort eine Sammlung von juristischenFällen mit Lösungen.

Bei der Kassel University Press (www.upress.de/epub/Welcome.html) habeich elf elektronisch Publizierte Dissertationen verschiedener Fachrichtungengefunden. Die österreichische Dissertationsdatenbank der Uni Innsbruckhttp://starwww.uibk.ac.at/ddb/ listet vorwiegend konventionell publizierteDissertationen. Ob es eine ähnliche Datenbank für Deutschlandgibt, ist mir nicht bekannt.

In der dieses Jahr erschienenen exegetischen Methodenlehre von ThomasSöding (Vgl. Söding, 310)ist ein kurzer Abschnitt über dieVerwendung des Internet in der neutestamentlichen Exegese enthalten. MancheLinks sind durchaus brauchbar, leider sind nicht alle korrekt.

Liturgiewissenschaftlich relevante Texte sind zuhauf im Internet vertreten,vor allem auf amerikanischen Sites. Dort gibt es Verweise zu Quelltexten,leider oft nur zur englischen Übersetzung. Zusammenstellungen findensich auf der Liste von Peter Wünsche (www.uni-bamberg.de/~ba11w1/lisv.html),bei der Seite der OSB in USA (www.osb.org/osb/gen/topics/liturgy/index.html).Bei www.kath.de/kurs/liturg/messe.htm findet sich der Text der Messfeierin deutsch.John Mark Ockerbloom hat unter www.cs.smu.edu/People/spok/catholic/worshib.htmleine sehr umfangreiche Liste mit liturgischen Texten des römischen,bytantinischen und koptischen Ritus zusammengestellt. Die evangelisch-lutherischeKirche in Canada bietet auf ihrer Hompage »Lift up Your Hearts«die umfangreichste Sammlung von liturgisch interessanten Seiten im Internet.Sie ist zufinden unter www.golden.org/worship/sec4.html.Informationen zur Messbuchrevision sind auf der Seite des Bochumer LiturgiewissenschaftlichenLehrstuhls zu finden, wo es ebenfalls interessante Zusammenstellung vonthemenbezogenden Bibliographien gibt (www.ruhr-uni-bochum.de/liturgiewiss/).Verweise auch auf liturgiewissenschaftliche Seiten ausserhalb des deutschenSprachraums bietet die Seite der Fribourger Liturgiewissenschaftler: (www.unifr.ch/liturgie/).

Diskussionsforen/Newsgroups/Mailingliste
Eine Mailingliste ist ein Adressverzeichnis zu einer bestimmtenThematik, in das man sich frei eintragen kann. Wenn jemand einen Beitragschreiben will, sendet er diesen an die Mailingliste, der Computer, derdiese verwaltet sorgt dann dafür, dass der Beitrag an alle Mitgliederder Liste weitergeleitet wird. Diese erhalten den Beitrag mit der übrigenE-Mail und können dann ihrerseits mit Antworten an die Liste reagieren,die wiederum alle zugestellt bekommen. Das ergibt ganz spannende Diskussionen,die man entweder nur verfolgen kann oder aktiv daran teilnehmen. Problematischwird es bei zu vielen Teilnehmern. Ich hatte mich einmal in die Mailinglistefür ein Teilproblem der Linuxentwicklung eingetragen. Die Diskussionwar unheimlich lebendig, ich erhielt am Tag etwa 50-80 Mails! Wenn es nochmehr Beiträge werden, wird die Liste entweder aufgeteilt oder in eineNewsgroup bzw. Diskussionsforum umgewandelt, die technisch etwas andersfunktioniert und deshalb mehr Verkehr verkraftet.

Ich konnte keine deutsche liturgiewissenschaftliche Mailingliste imInternet finden. Vielleicht wäre es einen Versuch Wert, ein entsprechendesProjekt zu starten.

Datenbanken
Man könnte das Internet insgesamt als riesige Datenbank betrachten.Eine Informationssammlung wird dann zur Datenbank, wenn die gespeichertenInformationen systematisch abrufbar sind. Dazu bietet das Internet eineganze Reihe von Hilfsmitteln, die die einzelnen Angebote erschliessen.Suchmaschinen helfen bei einer systematischen Durchforstung der Bestände.Als ich Material zur Geschichte des Internet gesucht habe, bediente ichmich einer Suchmaschine, die mir innerhalb kürzester Zeit die relevantenEinträge zusammengestellt hat. Es gibt verschiedenste Suchmaschinen,die jede ihre Eigenheiten besitzt. Bin ich damit vertraut, kann ich diefür meine Suchaufgabe entsprechende Maschine benutzen und komme rechtschnell zum Ziel.

Eine sehr nützliche und schon recht gut ausgebaute Art von Datenbankensind die über das Internet zugänglichen Biblothekskataloge (OPACs).Sehr hilfreich ist der Karlsruher Virtuelle Katalog (KVK) der UB Karlsruhe(http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html), ein Metakatalog, der eineEingabemaske besitzt und dann verschiedene Bibliothekskataloge der Reihenach durchsucht. Wenn ich die Standorte von alten Ritualien vor 1650 suchegenügt eine einzige Anfrage um alle angeschlossenen Bibliotheken zudurchsuchen. Seit ein paar Monaten ist auch der Katalog der Bibliothekdes DLI im Internet abrufbar:

http://www.biblio.tu-bs.de/cgi-bin/acwww25u/kivk/maske.pl?db=kivk

Die Stärke einer Datenbank im Internet wird sich in Zukunft daranmessen, ob ich die dort bereitstehenden Daten in meinem Computer weiterverarbeitenkann. Bibliographische Angaben brauche ich dann nicht mehr zuerst suchen,und dann doch wieder in meine Bibliographie einzutippen, sondern kann siedirekt übernehmen. Das funktioniert z.Zt. leider noch nicht problemlos.Die Bibliographieprogramme ProCite oder Citation sollen das aber beherrschen.

Videoconferencing
Das DFN (www.dfn.de/) fördert auf seinem HochgeschwindigkeitsnetzVideokonferenzen. Wissenschaftler sitzen im je eigenen Arbeitsraum, überdas Internet mittels Kamera und Mikrofon mit Kollegen verbunden. So könnenüber grosse Entfernungen hinweg Konferenzen abgehalten werden. DerZeit-und Finanzaufwand einer Reise entfällt.


Chancen

Nach der Vorstellung der bestehenden Möglichkeiten im Internetnoch ein paar Hinweise zu Chancen und Entwicklungen.

Zuerst muss festgestellt werden, dass das Internet bislang schon weitausmehr bietet, als genutzt wird. Dies liegt nicht zuletzt an der Unübersichtlichkeitund fehlender Einweisung (An welcher Theologischen Fakultät gibt eseine Einführung ins WWW, die speziell auf die Bedürfnisse derTheologie abgestimmt ist?) und an der rasanten Entwicklung, die Erkenntnissesofort veralten lässt, wie z.B. die hier gegebenen Hinweise. Die fürdas Internet unabdingbare Beschäftigung mit der komplexen Bedienungist für viele eine hohe Barriere.

Das Internet hat im Bereich der Ingenieur- und Naturwissenschaften sowiein angrenzenden Fachgebieten zu einer Zusammenarbeit geführt, diedie Forschungsgeschwindigkeit nach vorn katapultiert hat. Das Raumfahrtprogrammder NASA oder die Entwicklung von Linux sind sprechende Beispieledafür. Diese Synergieeffekte sind auch auf Geisteswissenschaften übertragbar.

Ein schon verschiedentlich angeregter Katalog von liturgischen Handschriftenwäre mit dem Werkzeug Internet recht leicht zu realisieren. Es müssteirgendwo eine Seite angelegt werden, wo die Daten gesammelt werden. Überdas Internet könnte dann weltweit die Eingabe und der Zugriff aufdie schon gesammelten Daten geschehen.

Die Fülle an Informationen, die das Internet potentiell jetzt schonzur Verfügung stellt und in Zukunft in weitaus grösserem Massbereitstellen wird, macht ganz neue Überlegungen nötig. Wie kanndie Informationsfülle bewältigt werden? Wir müssen uns Gedankenüber ein Informationsmanagement machen. Dabei kannen die Liturgiewissenschaftauf Erfahrunge anderer Fachbereiche zurückgreifen. Der FachbereichIV der Uni Trier (u.a. BWL, Mathe, Informatik) hat z.B. eine Abteilungfür Organisation und Strategisches Management, die sich insbesonderemit dem Informationsmanagement im Internet/Intranet auseinandersetzt. Vonden Ergebnissen können wir profitieren.

 Überarbeitete Fassung des Vortrags (2006; als PDF)

Literatur

Hetze, Sebastian [u.a.] . Linux Anwenderhandbuch. 5 ed. 1995.

Leiner, Barry M. [u.a.]. Internet Society (ISOC) All About the Internet:A Brief History of the Internet [Internetseite]. Verfügbar bei: http://www.isoc.org/internet/history/brief.html.

Lohfink, Norbert. Zur deutschen Exsultetübersetzung [Internetseite].24. 6. 1998. Verfügbar bei: http://www.st-georgen.uni-frankfurt.de/bibliogr/lohfink2.htm.

Lyon, Matthew und Hafner, Katie. Where Wizards stay up late - The Originsof the Internet. Simon & Schuster, 1996.

Söding, Thomas. Wege der Schriftauslegung. Methodenbuch zum NeuenTestament. 1. Aufl. Freiburg i. Br.: Herder; 1998.

Zakon, Robert Hobbes. Hobbes' Internet Timeline [Internetseite]. Verfügbarbei: http://www.isoc.org/guest/zakon/Internet/History/HIT.html.




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