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HEILIGENVEREHRUNG ALS THEMA
DER LITURGIEWISSENSCHAFT

Den Hauptumfang des vorliegenden Heftes bilden Beiträge, die sich aus unterschiedlichen liturgiewissenschaftlichen Blickwinkeln mit der Verehrung der Heiligen befassen. Bereits im September 2010 hatte die Arbeitsgemeinschaft katholischer Liturgiewissenschaftlerinnen und Liturgiewissenschaftler e. V. (AKL) in das durch die spätmittelalterliche Frauenmystik bekannte Kloster Helfta zu einem Kongress eingeladen, der sich dem Spannungsfeld zwischen tradierter religiöser Praxis und säkularer Gesellschaft widmete. Exemplarisch wurde dies anhand der Heiligenverehrung untersucht. Es ging darum, die überlieferte Frömmigkeitspraxis, die in der katholischen Kirche, mit unterschiedlicher Gewichtung und Relevanz auch in anderen christlichen Kirchen bis heute eine wichtige Rolle spielt, auf ihre Bedeutung im Umfeld einer säkularisierten Gesellschaft zu beleuchten. Mit der Frage nach bekannten Verehrungsformen und ihren Fortschreibungen, nach traditionellen wie neuen Deutungen traten historische und theologische Zugänge ebenso zu Tage wie ökumenische und kulturwissenschaftliche Aspekte.1

Weil im Gegensatz zur Gepflogenheit der vergangenen Jahre eine eigene, die Tagung dokumentierende Publikation nicht zu realisieren war, greift das LJ gerne auf die alte Praxis zurück, einzelne Beiträge des Kongresses hier zu veröffentlichen und so einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Für den historischen Part steht der Beitrag von Jürgen Bärsch (Eichstätt), der Ausdrucksformen der Heiligenverehrung, wie sie im Mittelalter und in der Barockzeit charakteristisch waren, vorstellt und sie nach ihrer Bedeutung für die religiöse Praxis und das gottesdienstliche Leben befragt, um auf
diesem Hintergrund Perspektiven für die liturgiehistorische Forschung zu entwickeln. Martin Stuflesser (Würzburg) gibt einen liturgiesystematischen Überblick über die theologischen Neuansätze zum Verständnis der Heiligenverehrung, wobei er besonders die Chancen und Grenzen für das ökumenische Gespräch herausstellt, aber auch Desiderate in Theologie und Praxis benennt. Winfried Haunerland (München) untersucht exemplarisch die deutschsprachige Euchologie des Sanctorale. Dabei arbeitet er die bei der Übersetzung leitenden Kriterien heraus und reflektiert die Bedeutung konkreter, lebendiger und lebensnaher Formulierungen für die Gestaltung des liturgischen Betens an den Festen und Gedenktagen der Heiligen.

Komplettiert wird dieses Heft durch einen Beitrag von Andreas Heinz (Trier), der ebenfalls eine ältere Praxis unserer Zeitschrift aufgreift. Sie hat bis 1968 regelmäßig über römische Verlautbarungen und Dokumente zu Fragen des Gottesdienstes informiert, die zum Teil in vollem lateinischem Wortlaut samt deutscher Übersetzung abgedruckt wurden. Nachdem sich die liturgischen Reformmaßnahmen nach dem Konzil weitgehend in die Ortskirchen verlagert hatten, büßte die Rubrik „Dokumente“ ihre Bedeutung ein. Weil nun aber seit geraumer Zeit päpstliche und kuriale Richtlinien und Dekrete wieder häufiger und nachdrücklicher in das gottesdienstliche Leben eingreifen, möchte die Redaktion regelmäßig einen kurzen, unkommentierten Überblick über die römischen Verlautbarungen im Bereich des Gottesdienstes zur Verfügung stellen.


1 Vgl. Bettina Kaul, Markus Roth, Tradierte religiöse Praxis und säkulare Gesellschaft - Heiligenverehrung als liturgiewissenschaftliches Forschungsfeld mit neuen Fragestellungen. Bericht über die AKL-Tagung 2010 im Kloster Helfta/Lutherstadt Eisleben, in: LJ 61 (2011) 106-120.

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